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02.10.2012

Wallfahrt zur Gedächtniskirche der Madonna del Ghisallo


  „....einmal schnell an Comer See“      

  Comer See (vom 2012-10-02 10:55:38.0)

kommt ein Mail vom Günter: „Einladung zur Jahresabschlussradlfahrt“. Klaus denkt sich, ok, das wird lustig und schickt zurück: „Ok ich fahr mit“. So das wär einfach gewesen, aber dann hat er erst das Mail zu ende gelesen: „….an Comer See, 450 km, nonstop.....“ Macht nix, zugesagt ist zugesagt, also schnell die Judith gefragt: „magst du mit an Comer See radeln?“, sagt die: „ja klar“. Der Ralph hört das beim Currywurst Essen in Lampe´s Reich: „ich fahr auch mit“.

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So jetzt wurde nur noch ein Fahrer für das Begleitauto gebraucht, der muss 20 Stunden Autofahren können ohne Einzuschlafen und mit hundertprozentiger Sicherheit alle 2 Stunden genau dort stehen wo wir ihn erwarten. In der Dusche beim Schwimmtraining fragt Klaus in die Runde, wer ein Auto an Comer See fahren kann, meldet sich ohne jede Rückfrage der Michael: „ich mach das“. Blos der wusste noch nicht dass es für die 3 Tage nur eine Übernachtung im Bett dafür gibt.

Abfahrt war am Freitag um 15.00 h beim Günter in Adelsried. Sonne scheint, schön warm ist es, Das Auto (VW-Bus Caravelle)  ist voll der Luxus, mit Hänger. Auf den Hänger packten wir 6 leere Radkartons, die wir vom Rad&Bike in Langweid immer kriegen. So kann auf der Heimfahrt den 6 Rädern nichts passieren, die werden einfach komplett ohne was abzuschrauben von oben in die Kartons gestellt, so dass nur noch der Lenker rausschaut, voll safe. Für die Nachtfahrt war Licht, Licht und nochmal Licht wichtig. Judith hat eine Aero-Sattelstütze an ihrem umgebauten Zeitfahrrad, da passt kein normales Rücklicht. Klaus besorgte noch eines beim Filipo Vasallo (ehem. Zweirad Hafner) und kriegte das dann prompt geschenkt. Ja klar, der ist Italiener und wenn wir schon nach Italien radeln....

   Einerreihe (vom 2012-10-02 10:55:37.0)

Erstmal gab es Verhaltensregeln vom Günter, weil der weiß wovon er redet (2200 km in 102 Stunden, siehe Race Around Austria), die erste war, Essen, Essen und zwar soviel wie reingeht. Na den Wunsch konnten wir ihm problemlos erfüllen. Einem Triathleten das Essen anschaffen, das ist einfach, das musste dann das Frühstücksbuffet im Hotel auch noch büßen. Dann das Tempo, er werde das „einbremsen“. Aha, das sah dann so aus, dass er mit 35 km/h statt mit 38 km/h losfuhr.

  Essen soviel wie reingeht (vom 2012-10-02 10:55:36.0)

Günter fährt mit einer SRM-Powerkurbel, die zeigt die getretenen Watt an. Um unterhalb der anaeroben Schwelle zu bleiben, sollte Günter nicht mehr als 220 Watt treten. Das tat er auch, aber immer, also Bergauf wie Bergab. Das fühlt sich dann an als würde man Bergauf zu langsam fahren, aber 220 Watt in der Ebene oder Bergab ist dann D-Zug-Tempo. Wenn man das mal drin hat, sich also nie an die Wand fährt, dann kann man so viel viel viel länger fahren. Also ging es in Einerreihe ziemlich flott über Schwabmünchen und Füssen zum Fernpass. Sonne scheint, angenehme Temperatur aber schon beim Stop in Füssen wird’s lausig kalt. Die Sonne ist untergegangen und wir sind nass untendrunter. Der Fernpass wärmt uns aber gleich wieder auf. Komisch mit dem Auto merkt man den fast garnicht. Es ist dunkel, Harry und und Ralph dachten sie haben tolle Diodenlichter, bis, ja bis Judith und Klaus ihre Lichter einschalten, das sind die reinsten Flutlichter.

Leuchtwesten obligatorisch in der Nacht (vom 2012-10-02 10:55:36.0)

 Judith fuhr ganz hinten und hat so die ganze Gruppe mit ihren Leuchtwesten bestrahlt. Besser konnte man nicht gesehen werden. Klaus fuhr als 2. versetzt hinter dem Günter und brachte die entgegenkommenden Autofahrer zum staunen. Mit diesen Lichtern (magicshine) waren Straße, Kurven und Verkehrschilder schon früh zu erkennen. Das half ungemein. Die Abfahrt vom Fernpass fuhr Klaus mit dem Flutlicht voraus und leuchtete den ganzen Berg aus. Abfahrt in der Nacht, Tempo 70...ein geiles Gefühl. Bis auf Judith,alle waren unten nur Judith fehlte. Knappe Anweisung von Günter: Klaus wieder rauf, die anderen in die Tanke Kaffee trinken !

  Tankstelle am Fernpaß (vom 2012-10-02 10:55:37.0)

Judith kam dann doch gleich, die musste anhalten, sie dachte an ihrem Rad stimmt was nicht, das zittert so, das war aber nicht das Rad, das war sie selber, ob vor Kälte oder Angst wissen wir nicht so genau. Aber Aufwärmen gab es gleich wieder gratis. Von Imst bis zum Maloja-Pass sind es 150 km und nur bergauf und den Gegenwind gab es umsonst dazu. Zeitweise kamen wir in Inversionswetterlagen, mal 4 Grad, mal 14 Grad, das ist wie wenn einer einen Fön einschaltet. Wir dachten an der Schweizer Grenze gibt es event. Probleme wenn nachts da so eine Gruppe Verrückter kommt, aber ein Schweizer Grenzer schläft im Zuge des Schengen-Abkommens um diese Zeit. Und dann, als wir uns schon damit anfreundeten, dass das ein wunderschönes Erlebnis wird, ja dann, dann fing es an zu Regnen. Und noch 250 km !

10 Stunden Regen. Alle 2 Stunden bei den Verpflegungsstops versuchen was zu Essen und zu Trinken und nicht auszukühlen. Was trockenes anziehen, nur soviele Handschuhe und Radschuhe hat keiner. Klaus verteilt seine Wärmepads, die helfen wenigsten ein bisschen. Aus Erfahrung haben wir kurze Regenhosen an, Hauptsache der Hintern ist trocken und warm. Klaus fährt einfach in der ¾ Radhose weiter. Bis St. Moritz war das dann das härteste Stück der Tour, kalt, nass, müde, bergauf..wir dachten, wir haben das bald, und dann das Schild „St.Moritz 60 km“. Puuh noch 3 Stunden bergauf. Maloja-Pass und dann bergab, alle Höhenmeter vernichten, fast bis auf Meereshöhe. Schon kam der Comer See in Sicht, regnete nicht mehr so stark, so fielen wir in ein Cafe ein. Aufwärmen, Cappuccino, Espresso. Ah, unser Ziel liegt auf dem Spitz im südlichen See ? Ohje das sind ja nochmal 70 km im wiedereinsetzenden  Wolkenbruch. Und in Italien überholen die Carabiniere genauso riskant wie die anderen aufgebretzelten Fiats. Kurz gehupt, heißt „Ciao Cyclisti ! ich hab euch gesehen, hab zwar keinen Platz, aber überhol euch trotzdem“.

Dann 11.00 h vormittags, endlich Hotel, warm duschen, naja manche, bei andern kam nur kalt, weil sich 2 Zimmer eine Warmwasserleitung teilten und wer zuerst aufdrehte der kriegte warm. Erste Frage an die italienische Hotel-Besitzer-Omi: „quando mangiare?“ sagt die : „sette“.

  Lombardei Rundfahrt (vom 2012-10-02 10:55:35.0)

Also gut, alle Süßigkeiten Vorräte vernichtet mit viel Cappuccino. Das Hotel liegt genau auf dem letzten Berg der Lombardei Rundfahrt die genau jetzt da ankommt. Ja, der Günter ist ja nicht doof, der sorgt für Unterhaltung ! Wir kriegen von den Tross-Fahrzeugen voll trendige Radmützen geschenkt. Ok die waren wohl in den 50er Jahren letzten Jahrhunderts trendig. Kuckten dann den Radprofis in die Augen, die sahen schlechter aus als wir nach 20 Stunden ! Und dann noch die Wallfahrt zur Gedächtiskirche der Madonna del Ghisallo ( http://www.dercomersee.com/ghisallo.htm ) Kirche mit Andacht besichtigt, ins Museum nur den Michael mit der Kamera hingeschickt, 6 Euro Eintritt. Weil der Michael hat ja als Begleitautofahrer alles frei....

  Radfahrer Wallfahrt Madonna del Ghisalle (vom 2012-10-02 10:55:35.0)

So die Hotel-Omi hatte dann den Pizzakoch doch früher auftreiben können, dann gab es Essen, viel Essen. Wir klärten die Omi erst auf, wo wir herkamen und mit was, dadurch wurden die Pizza´s riesengroß und lecker. Nudeln vorher, zweite Pizza hinterher, Nachspeise. Das Frühstück am nächsten Tag fällt unter die Schweigepflicht, anständige Leute essen nicht das GANZE Bufett. Die Räder waren alle noch auf dem Hänger, nichts mit rubare oder zerapzerap. 

Gute Laune im Bus, es gab noch gebunkerte Süssigkeiten mit ein paar Powerbar-Riegeln dazwischen. In Imst wird das große goldene M überfallen und für die ganze Strecke 10 Stunden mit dem Auto gebraucht. Mit dem Rad haben wir 18 Stunden Fahrzeit ? Eigentlich hätten wir dann doch gleich nach Hause radeln können, die 150 km bergab im Inntal durch das Autofenster gesehen ergaben ungläubige Kommentare „das sind wir in der Nacht alles hochgefahren ? Mit Schnitt 27 ?“  Zuhause in Günters Gewerbehof in Adelsried gab es ziemlich zufriedene Gesichter zu sehen. 

Das müssen wir wieder machen ! Trotzdem darauf achten, wenn ein Mail vom Günter kommt: erst bis zum Ende lesen !

 

 

 

 

 

Geschrieben von Klaus

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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