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16.07.2010

AMD profitiert vom Aufschwung in der Chipindustrie

AMD profitiert vom Aufschwung in der Chipindustrie
Bild: DPA

Sunnyvale (dpa) - Der Chiphersteller AMD profitiert vom Aufwind in der Computerindustrie. Dank steigender Nachfrage nach Mikroprozessoren für PCs beendete das Unternehmen das zweite Quartal mit einem Umsatzsprung von 40 Prozent auf 1,65 Milliarden Dollar.

Der Gewinn wurde allerdings durch Belastungen in Höhe von 120 Millionen Euro aus der verbliebenen Beteiligung am Chip-Fertiger Globalfoundries in die roten Zahlen gedrückt. Der Verlust war mit 43 Millionen Dollar aber deutlich geringer, als man es von AMD in den vergangenen Jahren gewohnt war.

Erzrivale Intel hatte am Dienstag mit dem besten Ergebnis der 42- jährigen Firmengeschichte für Optimismus in der Branche gesorgt und die Krise für beendet erklärt. Auch AMD spürt nun die Belebung. Das Geschäft mit Prozessoren und Komponenten für Computer legte im Jahresvergleich um 31 Prozent zu. Der Umsatz mit Grafikchips stieg dank Rekordabsätzen um 87 Prozent.

"Eine robuste Nachfrage nach unseren neuesten mobilen Plattformen und eine solide Geschäftspolitik führten zu Rekordumsätzen im zweiten Quartal und einem gesunden Bruttogewinn", sagte AMD-Chef Dirk Meyer. Mit neuen Chip-Modellen, bei denen herkömmliche Rechenleistung mit Grafikfunktionen kombiniert sind, habe AMD seinen technologischen Vorsprung behaupten können. Kunden hätten eine Vielzahl neuer mobiler und stationärer Rechner mit den neuen Prozessoren bestückt.

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Die integrierten Chip-Plattformen können bei geringerem Strombedarf zum Teil deutlich schneller arbeiten, da einfache Rechenleistungen in Hochgeschwindigkeit von den Grafik-Komponenten übernommen werden können. Großen Bedarf an diesen Prozessoren gibt es zum Beispiel bei der Video-Bearbeitung, Animationen und der Computerspiele-Entwicklung. Wegen des niedrigeren Strombedarfs werden sie aber auch zunehmend in mobilen Rechnern eingesetzt.

Die Markteinführung eines der neuen Produkte dieser Art mit dem Namen Llano verspätet sich allerdings. Der Prozessor wird wegen Problemen in der Entwicklung zwei Monate später als geplant auf den Markt kommen, sagte Meyer der Nachrichtenagentur Bloomberg. Ein ähnliches Produkt (Ontario) für den Einsatz in Notebooks und Netbooks werde dagegen früher als geplant in den Handel kommen.

AMD riskierte vor einigen Jahren die Übernahme des Grafik- Spezialisten ATI, um Intel mit kombinierten Prozessoren die Stirn zu bieten. Auf die Früchte dieser Transaktion musste das Unternehmen allerdings lange warten. Die Integration von ATI verschlang Milliarden und dauerte deutlich länger als gedacht. Erst im ersten Quartal 2010 schrieb AMD erstmals wieder aus eigener Kraft schwarze Zahlen von 257 Millionen Dollar. Vor einem Jahr hatte der Konzern noch ein Minus von 330 Millionen Dollar eingefahren.

Auf dem Weg aus der Krise hatte AMD seine Fertigungslinien - darunter auch in Dresden - unter dem Namen Globalfoundries abgespalten und mehrheitlich an Investoren verkauft. Inzwischen hält AMD nur noch gut ein Viertel an dem Unternehmen. Die Beteiligung reißt aber immer noch Löcher in die Bilanzen, wie sich auch in dem zum 26. Juni abgeschlossenen zweiten Quartal zeigte.

Die Börsianer waren trotzdem zufrieden - sie hatten mit einem schlechteren Abschneiden gerechnet. Die AMD-Aktie stieg am Donnerstag nachbörslich um knapp 5 Prozent.

Weiterhin kommen etwa vier von fünf Prozessoren auf dem Weltmarkt von Intel. AMD ist die Nummer zwei und teilt sich mit einigen Spezialanbietern den Rest.

AMD-Quartalsbericht

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