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11.05.2017

Ärzte-Präsident fordert Qualitätssiegel für Gesundheits-Apps

Die Digitalisierung in der Medizin schreitet voran. Gesundheits-Apps spielen eine immer größere Rolle.
Bild: Jens Büttner (dpa), Symbolfoto

Mobil das Krankheitsbild checken oder sich mal schnell online diagnostizieren lassen: Gesundheits-Apps machen es möglich. Doch sind die kleinen Helfer auch wirklich nützlich?

Gesundheits-Apps sollten aus Sicht der Ärzte Qualitätssiegel erhalten, um den Wildwuchs bei den digitalen Helfern einzudämmen. Verbraucher könne so geholfen werden, medizinisch sinnvolle von riskanten und überflüssigen Programmen zu unterscheiden, sagte der Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, am Donnerstag in Berlin. Digitalisierung in der Medizin soll auch ein zentrales Thema des 120. Ärztetags sein, der vom 23. bis zum 26. Mai in Freiburg stattfindet.

Bereits Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hatte sich in der Vergangenheit stark für Qualitäts- und Sicherheitsstandards bei Gesundheits-Apps gemacht. Umfragen zufolge sind die digitalen Helfer fürs Smartphone oder Tablet auf dem Vormarsch, dementsprechend wächst das Angebot stetig.

Es gibt digitale Anwendungen etwa für mehr Bewegung, gesündere Ernährung oder die Überwachung des Menstruationszyklus'. Wer will, kann auch seinen Gesundheitszustand damit überwachen und sein Krankheitsbild verfolgen. Einzige Voraussetzung: Daten.

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Gesundheits-Apps: Wie viel medizinischer Sinn steckt dahinter?

Hier setzt auch Montgomery kritisch an. Mit dem Siegel solle gewährleistet werden, dass auch tatsächlich ein medizinischer Sinn hinter der App stecke und nicht nur einfach Daten gesammelt würden, die später vermarktet würden, sagte der Ärztepräsident.

Über Chancen und Risiken der digitalen Helfer soll auf dem Ärztetag unter anderem mit Blogger und Autor Sascha Lobo diskutiert werden. Man woll sich aber auch mit den berufsrechtlichen Auswirkungen befassen, sagte Montgomery.

Die Bundesärztekammer will sich auf dem Ärztetag auch intensiv mit der Überlastung von Notfallambulanzen beschäftigen. Bei einer Konferenz sollen Positionen der Ärzteschaft ausgelotet werden. Diese sollen dann der Bundesregierung übermittelt werden. "Wir müssen zu einer Lösung kommen, die den Krankenhausärzten und den niedergelassenen Ärzten gemeinsam gerecht wird", sagte Montgomery.

Für die kommende Wahlperiode werde sich die Bundesärztekammer weiterhin unter anderem für den Erhalt der Freiberuflichkeit, eine freie Arztwahl und gegen einen kompletten Umbau des Versicherungssystems einsetzen. dpa/AZ

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