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Identitätsmanagement

11.09.2018

Deutsche Login-Plattformen gewinnen prominente Partner

Bei Verimi ging unter anderem die deutsche Bahn an Bord.
Bild: Julian Leitenstorfer (Symbolbild)

Facebook und Google gelten als Daten-Supermächte. Doch die deutsche Wirtschaft sieht noch Chancen für sich in der Verwaltung digitaler Identitäten im Netz.

In der deutschen Wirtschaft formieren sich zwei große Blöcke als Gegengewicht zur Daten-Macht von Facebook und Google. Die beiden Login-Plattformen netID und Verimi, die das Anmelden bei verschiedenen Websites mit ein und derselben Kombination aus E-Mail-Adresse und Passwort anbieten, meldeten am Dienstag prominente Neuzugänge. Bei dem seit Frühjahr verfügbaren Dienst Verimi gingen die Deutsche Bahn und Volkswagen an Bord. Sie schließen sich unter anderem der Deutschen Telekom, der Allianz, der Deutschen Bank, Lufthansa und dem Medienkonzern Axel Springer an. 

Die netID-Plattform, die vom Online-Konzern United Internet (1&1, GMX, web.de) sowie den TV-Unternehmen RTL und ProSiebenSat.1 ins Leben gerufen wurde, kündigte ihren Marktstart für Mitte Oktober an. Als neue Partner wurden unter anderem Douglas, die Medienhäuser Süddeutsche Zeitung, Spiegel Verlag, Gruner + Jahr und Ippen Digital sowie der Bankendienstleister yes bekanntgegeben. Schon länger sind bei netID zum Beispiel die Online-Händler Zalando und Otto dabei.

Informationen der Nutzer bleiben in Europa

Deutsche Anbieter sehen in dem Identitätsmanagement im Netz und damit verbundenen Diensten ein Schlüsselelement für das zukünftige Datengeschäft, das sie nicht den amerikanischen Technologiekonzernen überlassen wollen. Facebook, Google und Twitter bieten ihren Nutzern schon länger die Möglichkeit an, ihre Login-Daten auch für die Anmeldung bei anderen Websites zu nutzen. Das ist hilfreich, um sich nicht für jeden Dienst ein neues Passwort ausdenken und merken zu müssen - vor allem, wenn man ihn nur selten nutzt.  Als ein Treiber für die Aktivität der Unternehmen aus vielen Branchen in dem Bereich gilt auch die Ausbreitung von Werbeblockern, wodurch es für sie schwieriger wird, wiederkehrende Nutzer zu erkennen. Auch der verschärfte Datenschutz in diversen Webbrowsern trägt dazu bei.

Die deutschen Anbieter werben für sich mit dem Versprechen, dass der Datenaustausch mit anderen Websites sehr transparent ablaufe und die Informationen der Nutzer in Europa blieben. Die netID-Plattform will eine schnelle Marktausbreitung dadurch erreichen, dass von Beginn an die Anmeldedaten aller 1&1-, GMX- und web.de-Mailaccounts verwendet werden können, ebenso wie die von ProSiebenSat.1 und RTL. (dpa)

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