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16.06.2009

Eva Herman kämpft im Internet für die Familie

Eva Herman
Bild: DPA

Berlin (dpa) - Eva Herman (50), Mutter eines Sohnes und ehemalige "Tagesschau"-Sprecherin, kämpft weiter für ihr Lebensthema, die Familie. Wie schon ihre Kolleginnen Elke Heidenreich und Margarethe Schreinemakers hat die Moderatorin und Buchautorin das Internet für sich entdeckt.

Als 2006 Hermans konservatives "Eva-Prinzip" erschien, war der Medienrummel groß. Umstrittene Äußerungen kosteten sie 2007 ihren Job beim Norddeutschen Rundfunk (NDR). Jetzt hat Herman bei der Plattform Familyfair eine Sendung, in der Experten und Prominente, darunter Karl Dall oder Klaus Meine von den Scorpions, zu Wort kommen.

"Die Reaktion der angefragten Gäste ist erstaunlich positiv, gerade weil es das Medium Internet ist", erzählt Herman. Auf der Internetseite "von Familien für Familien" geht es um Themen wie "Jungs - benachteiligt?" und "Leben im Mutterleib". Auf dem Podium sitzen mehrere Mitwirkende, darunter der ehemalige Fernsehrichter Carlos A. Gebauer und die Autorin Karin Jäckel. Jäckel hält einen Vortrag, in dem sie Willkür der Behörden und "Rollkommandos" anprangert, mit denen Kinder ihren Eltern entzogen würden.

Die Medien interessieren sich mehr für Herman, die vor der Pressekonferenz mit ein paar Kindern posiert. Durch ihre Angriffe auf den klassischen Feminismus hat sie viele Schlagzeilen ausgelöst. Kritiker warfen ihr ein extrem konservatives Frauenbild vor.

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Alice Schwarzer nannte das "Eva-Prinzip" eine "Suada" zwischen Mutterkreuz und Steinzeitkeule. Zum Eklat kam es, als Herman im Oktober 2007 von Johannes B. Kerner aus dessen ZDF-Sendung komplimentiert wurden. Den Gerichtsstreit mit ihrem ehemaligen Arbeitgeber, dem NDR, will sie fortsetzen.

Herman verwahrte sich mehrfach gegen den Eindruck, sie habe die Familienpolitik der Nazis gelobt. Nach "Heimchen am Herd"-Klischee klingen Hermans Worte am Dienstag nicht. "Ich habe nie behauptet, dass diejenigen Mütter, die ihre Kinder schon früh betreuen lassen, Rabenmütter sind, sondern ich stelle immer fest, dass viele dies tun, weil sie wirtschaftlich unter Druck sind."

Die Familie, besonders ihr Mann, und ihr Glauben hätten ihr während der negativen Schlagzeilen Kraft gegeben. Widerspricht ihre eigene Karriere nicht den Aussagen zum Muttersein? Herman, die zum vierten Mal verheiratet ist, schildert, wie die späte Schwangerschaft ihre Sicht der Dinge veränderte. "Mir ist ein anderer Kopf gewachsen", sagt die bekehrte Karrierefrau. Wahrscheinlich würde sie heute ihre Lebensplanung anders gestalten als früher. Eigentlich hätte sie gerne drei Kinder gehabt.

Ihren jetzigen Tagesablauf nannte die Autorin "gemütlich". Nach der morgendlichen Zeitungslektüre arbeitet sie. Mittags steht das Essen für den Sohn und die Tochter von Bekannten, die bei der Familie wohnt, auf dem Tisch. "Ich lebe Familie und ich rede nicht nur darüber. Und es gefällt mir sehr gut." Angebote für Fernsehsendungen gebe es immer.

Das sei aber erstens vom Pensum her nicht möglich. Außerdem könne sie heute keine Show im herkömmlichen Sinne mehr moderieren, weil ihre Themen jetzt eine andere Priorität hätten.

www.familyfair.de

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