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Google
24.08.2015

Das ist der neue Google-Chef Sundar Pichai

Sundar Pichai auf der Entwicklermesse Google I/O in San Francisco. Der 43-Jährige hat den Chefposten bei Google übernommen.
Foto: Christoph Dernbach/Archiv (dpa)

Der Aufstieg des neuen Google-Chefs Sundar Pichai liest sich wie der klassische amerikanische Traum. Wichtige Grundlagen dafür legte der 43-jährige Inder aber woanders.

Als Junge wuchs er ohne Fernseher und Telefon auf, als erwachsener Mann steuert er das mächtigste Internet-Unternehmen der Welt. Der 43-jährige Inder Sundar Pichai wird neuer Chef von Google. Seine Ernennung ist Teil eines Konzernumbaus. Google soll sich nur noch um das lukrative Kerngeschäft mit Suchmaschine, Youtube und Smartphone-Apps kümmern. In seinem schlicht eingerichteten Büro muss nun der schlaksige Pichai dafür sorgen, dass diese Bereiche nach wie vor profitabel bleiben. Die Geschichte des Inders liest sich wie der klassische amerikanische Traum vom Aufstieg – nur spielt sie zum großen Teil in Indien.

Sundar Pichai lebte mit seiner Familie in einer Zwei-Zimmer-Wohnung

Sundar Pichai wurde in der südindischen Millionenstadt Chennai geboren. Er lebte mit seinem Bruder und seinen Eltern in einer Zwei-Zimmer-Wohnung. Das Familienfahrzeug war ein Motorroller, einen Fernseher gab es nicht und ein Telefon bekam die Familie erst, als Sundar zwölf wurde. Sein Vater war Ingenieur und Werksleiter in einer Fabrik, die elektrische Bauteile herstellte. Er habe oft mit Sundar über die technischen Probleme in der Arbeit gesprochen, sagt der Vater. Und damit habe er bei seinem Sohn das Interesse an Technik geweckt.

Sundar Pichai begann, an einem Elite-Institut für Technologie im ostindischen Kharagpur Metallurgie zu studieren. Ehemalige Mitschüler und -studenten beschreiben ihn als intelligent, etwas schüchtern, aber sehr fokussiert. Am Institut lernte er auch seine Frau Anjali kennen, mit der er eine Tochter und einen Sohn hat.

Für das Flugticket nach Amerika opferte Pichais Vater seine Ersparnisse

Zu seinen Studienfreunden von damals hält er immer noch Kontakt, viele von ihnen leiten indische Firmen. Mit seinem Abschluss gewann er ein Stipendium für eine amerikanische Uni. Für das Flugticket dorthin opferte sein Vater die gesamten Ersparnisse der Familie und nahm einen Kredit auf.

In Amerika studierte Sundar Pichai Materialwissenschaften und Wirtschaft. Er arbeitete für eine Halbleiterfirma und als Unternehmensberater, bevor er 2004 zu Google kam. Er erzählt, das Internet habe ihn beeindruckt, weil es auch Armen eine Möglichkeit gibt, zu Wissen und Information zu gelangen. Dies scheint kein leeres Geschwätz zu sein.

Was Sundar Pichai bei Google schon alles gemacht hat

Pichai setzt sich bei Google für das Projekt Loon ein, bei dem Ballone mit Funksendern in ländlichen Gebieten einen Internetzugang ermöglichen sollen. Sein erstes großes Projekt beim Weltkonzern war die Entwicklung des Web-Browsers Chrome, also eines Programms, mit dem Benutzer ins Netz gelangen. Chrome ist mittlerweile Marktführer. Später hatte Pichai die schwierige Aufgabe, das hinzugekaufte Smartphone-Programm Android mit den anderen Google-Produkten kompatibel zu machen.

Beide Aufgaben meisterte er mit Bravour, ohne sich dabei Feinde zu machen. Er gilt bei Google als sehr beliebt, ist freundlich und diplomatisch – ein Kontrast zur Selbstherrlichkeit vieler Silicon-Valley-Manager. Google heißt künftig Alphabet

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