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Verkehr

28.01.2015

Handy-Nutzung: Das ist während der Autofahrt verboten

Das Handyverbot wird nicht gebrochen, wenn der Fahrer sein klingelndes Handy an einen Mitfahrer weiterreicht.
Bild: Karl-Josef Hildenbrand (dpa)

Viele Menschen nutzen ihr Handy jeden Tag - auch beim Autofahren. Experten warnen vor Ablenkung und Unfallgefahr. Was ist im Auto mit dem Handy erlaubt? Die Rechtslage ist eindeutig.

Schnell noch eine SMS schicken oder die E-Mails anschauen - das Smartphone gehört für viele Menschen inzwischen zum Alltag, auch wenn sie am Steuer sitzen. Das Risiko werde allerdings massiv unterschätzt, warnt der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR). Jeder vierte Autofahrer, so hat der Auto Club Europa ACE festgestellt, lässt sich im Fahrzeug von modernen Infotainment-Anwendungen ablenken. Die Folgen sind katastrophal: Bei jedem zehnten Verkehrsunfall, so schätzt der ADAC, spiele Ablenkung inzwischen eine entscheidende Rolle.

Handynutzung beim Autofahren lenkt ab

Man könne immer wieder erleben, dass Autofahrer Schlangenlinien fahren und sich offenbar für alles interessieren - nur nicht für den sicheren Umgang mit dem Fahrzeug, sagt der ADAC-Vizepräsident für Verkehr, Ulrich Klaus Becker. Sie seien damit eine Gefahr für sich selbst und für andere. "Wer mit Tempo 100 auf der Landstraße unterwegs ist und nur eine Sekunde lang unachtsam ist, legt etwa 27 Meter im Blindflug zurück - lange genug, um gegen einen Baum zu fahren oder in den Gegenverkehr zu geraten."

Belastbare Unfallzahlen gibt es für Deutschland zwar nicht, weil die Polizei die Kategorie "Ablenkung" bei der Unfallaufnahme nicht erfasst. US-Studien lassen nach Angaben des Verkehrssicherheitsrates allerdings den Schluss zu, dass das Schreiben oder Lesen von Textnachrichten beim Autofahren das Unfallrisiko um mehr als das 20-Fache erhöht, Telefonieren "nur" um das Sechsfache. Fahrfehler durch Ablenkung, so beklagt der ADAC, haben aber auch hierzulande inzwischen "eine neue Dimension" erreicht.

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Das Gefährdungspotenzial werde ausgeblendet, stellt die Deutsche Akademie für Verkehrswissenschaft fest. Als Veranstalter des 53. Verkehrsgerichtstages in Goslar hat sie das Thema deshalb in dieser Woche auf die Tagesordnung gesetzt.

Handynutzung beim Autofahren ist gefährlich und verboten

So sieht die Rechtslage um die Nutzung des Handys beim Autofahren aus:

  • Das Telefonieren per Handy ist - auf Empfehlung des Verkehrsgerichtstages - seit langem verboten. Es wird mit 60 Euro Bußgeld und einem Punkt in Flensburg geahndet. "Das Handyverbot wurde erlassen, als das mobile Telefonieren noch in den Kinderschuhen steckte", sagt Verkehrsgerichtstag-Präsident Kay Nehm.
  • Ebenfalls verboten ist es, während der Fahrt SMS oder Nachrichten zu schreiben. Durch das Smartphone sei das Problem der Ablenkung noch viel größer geworden, sagt Nehm. Gefährdet sind vor allem junge Fahrer, die es gewohnt sind, über soziale Medien wie WhatsApp, Twitter oder Facebook zu kommunizieren, stellt der Verkehrssicherheitsrat fest. So habe rund ein Viertel der 18- bis 24-Jährigen bei einer Befragung eingeräumt, auch während der Fahrt SMS zu schreiben.
  • Kurz gesagt: Die komplette Benutzung des Smartphones während der Fahrt ist verboten. Dazu zählt zum Beispiel auch, sich ins Internet einzuloggen oder für die Navigation die Straße ins Handy einzugeben.
  • Anders sieht die Rechtslage aus, wenn das Handy klingelt und ein Beifahrer im Wagen ist. Wer in diesem Fall sein Handy als Fahrer dem Beifahrer weiterreicht, verstößt nicht gegen das in Deutschland geltende Handyverbot am Steuer. Das erklärt die Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV). Die Juristen berufen sich dabei auf eine Entscheidung des Oberlandesgerichts Köln.

Dass die Rechtslage eindeutig ist, spielt für die jungen User offenbar keine Rolle. Abhilfe könnten technische Änderungen an den Geräten schaffen, empfiehlt der Auto Club Europa ACE. "Hier sind die Hersteller gefordert", sagt Sprecher Rainer Hillgärtner. "Smartphones sollten künftig einen Autofahrermodus haben, der gewisse Dienste im Auto unterbindet, wenn sie die Verkehrssicherheit beeinträchtigen." Der Automobilclub von Deutschland AvD setzt auf "sprachgesteuerte Lösungen".

Jedoch sei ein komplettes Smartphone-Verbot im Auto kaum realistisch, meint die Sprecherin der Deutschen Verkehrswacht, Hannelore Herlan. Denn die Einhaltung eines solchen Verbotes sei nicht zu kontrollieren. Matthias Brunnert, dpa

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