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05.03.2009

Kleine Netbooks sind große Stars auf der Cebit

Kleine Netbooks sind große Stars auf der Cebit
Bild: DPA

Hannover (dpa) - Unter den mobilen Computer zählen vor allem die kleinen Netbooks in der Computer-Branche und bei den Verbrauchern derzeit zu den großen Stars.

Zahlreiche Hersteller präsentieren auf der diesjährigen CeBit in Hannover noch bis zum Sonntag ihre neusten Modelle und weisen mit Design-Studien bereits den Weg in die Zukunft. Für manchen Hersteller ist die neue Geräte-Klasse in den Zeiten der Krise auch ein willkommener Retter in der Not: denn die kleinen, mobilen Mini-Computer haben sich für den derzeit schwer angeschlagenen PC-Markt inzwischen zur verlässlichen Stütze entwickelt.

Der Netbook-Pionier Asus zeigt in Hannover eine ganze Reihe von neuen Rechnern und Lösungen aus seiner EeePC-Reihe, mit der das Unternehmen vor rund anderthalb Jahren erstmals die neue Geräte-Kategorie eingeführt hatte. Zwar sind die Netbooks im untersten Preissegment bis 400 Euro angesiedelt, optisch laufen sie aber mittlerweile zu edlen Höchstformen auf.

Der neue EeePC 1008HA zum Beispiel steckt in einem perlmutfarbenem Hochglanzgehäuse und ist gerade einmal 2,5 Zentimeter dick. Das knapp über ein Kilo schwere Gerät synchronisiert seine Daten mit dem stationären PC einfach per Knopfdruck und tauscht auch Dokumente ohne Internet-Verbindung über Bluetooth aus.

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Allem Anschein nach hat sich bei vielen Verbraucher die Meinung durchgesetzt, dass auch bei mobilen Computern viel nicht immer auch viel hilft. Vor allem im Einsatz unterwegs sind Benutzerfreundlichkeit, Gewicht und Stromhunger der Geräte oft weit wichtiger als reiche Ausstattung und satte Prozessorleistung. Der ebenfalls aus Taiwan stammende Hersteller MSI zeigt bereits Modelle, die noch in diesem Jahr mit der nächsten Generation von Intels stromsparenden Atom-Prozessoren ausgestatten sein sollen. Das werde die Batterielaufzeit der mobilen Rechner noch einmal erheblich erhöhen, sagte MSI-Sprecher Sascha Faber.

Mit seinen Atom-Prozessoren adressiert der weltgrößte Chiphersteller derzeit nicht nur den Note- und Netbook-Markt, sondern will sich etwa im Gesundheitswesen oder im Maschinenbau neue wichtige Märkte erschließen. Der Atom ist günstig in der Herstellung und vor allem klein und stromsparend gegenüber normalen PC-Prozessoren. "Wir werden derzeit überrollt vom Erfolg", sagte Hannes Schwaderer, Geschäftsführer von Intel Deutschland, am Donnerstag.

Der Erfolg der Netbooks im Verbrauchermarkt, aber inzwischen auch im professionellen Einsatz habe Intel überrascht. Der Chiphersteller hatte selbst einen Billig-PC unter dem Namen Classmate-PC entwickelt und teilweise vermarktet - das Gerät war allerdings ausschließlich für den Schul-Einsatz in Entwicklungsländern gedacht.

In Hannover stellt MSI mit dem MSI Wind U115 bereits ein erstes Netbook vor, dass mit einer Batterielaufzeit von 12,5 Stunden einen Rekord brechen dürfte. Das lange Durchhalten ohne Steckdose erreichten die Hersteller mit dem Einbau von zwei verschiedenen Speichermedien. Während eine normale Festplatte (SATA) für die Sicherung von Dateien vorgesehen ist, ist für häufig benutzte Programme und das Betriebssystem Windows XP Home eine eigene Festplatte (SSD) reserviert, die leichter und kleiner ist und ohne mechanische Bauteile auskommt. Das soll entweder die Startzeiten erheblich verkürzen oder bei abgeschalteter Festplatte die Akku-Laufzeit deutlich verlängert.

Vielfach war befürchtet worden, dass die Beliebtheit der Netbooks bei den Verbrauchern schnell auf Kosten des Geschäfts mit Notebooks gehen wird. Manche Hersteller klagen bereits über den wachsenden Preisdruck. Der Zusatz PC im Namen des EeePC sei vom Konkurrenten durchaus "unglücklich gewählt" worden, kritisiert Walter Deppeler, Europa-Chef von Acer.

Zu leicht könnte beim Verbraucher der Eindruck entstehen, es handele sich bei den Netbooks um Notebooks in gleichwertiger Ausstattung. Acer werde auch in Zukunft darauf Wert legen, die verschiedenen Gerätekategorien strikt auch für Konsumenten deutlich sichtbar zu trennen, sagte Deppeler. Eine vielfach befürchtete Kannibalisierung des Marktes sei aber bislang nicht eingetreten. Auch für das Notebook-Geschäft erwartet Deppeler ein solides Wachstum. Derzeit seien die Netbooks für Acer, die auf der Cebit unter anderem ihr neues Modell des Desing-Netbooks Acer Aspire vorstellen, ein Zusatzgeschäft.

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