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19.03.2009

Microsoft veröffentlicht Internet Explorer 8

Microsoft veröffentlicht Internet Explorer 8
Bild: DPA

Unterschleißheim (dpa) - Microsofts neuer Browser Internet Explorer 8 geht an den Start. Bis Donnerstagabend (19.3.) soll das Programm in Deutsch und 24 weiteren Sprachen kostenlos zum Download zur Verfügung stehen, teilte das Unternehmen mit.

Microsoft startet damit nach mehr als zwei Jahren eine Neuauflage seiner Internet-Software. Zuletzt hatte der Internet Explorer Marktanteile an die Konkurrenz verloren. "Wir sind aber Marktführer und wollen es auch bleiben", sagte Achim Berg, Geschäftsführer der Microsoft Deutschland GmbH.

Der IE8 sei der derzeit schnellste Browser auf dem Markt, sagte Berg. Der Chef von Microsoft Deutschland verwies in diesem Zusammenhang auf einen aufwendigen Test, der den Geschwindigkeitsvorteil des IE8 bewiesen habe. Dabei wurde unter anderem verglichen, wie sich verschiedene Browser beim Laden von populären Webseiten verhalten. Für die Wiedergabe der von der Marktforschung ComScore ermittelten 25 beliebtesten Websites benötigte der IE8 und Googles Browser Chrome danach im Schnitt je 3,53 Sekunden. Der Firefox-Browser habe durchschnittlich 3,82 Sekunden benötigt.

Der Internet Explorer sei in der neuen Version zwar deutlich schneller als sein Vorgänger, berichtet nach ersten Tests das Branchenmagazin Golem.de. In anderen für Browser üblichen Vergleichstests (SunSpider, V8-Benchmark) werde er dagegen zum Teil dennoch deutlich von Konkurrenten wie Firefox, Apples Safari oder Googles Chrome abgehängt. Vor allem, wenn mehrere Tabs geöffnet sind, werde der Browser zunehmend träger, schreibt "Wall Street Journal"-Kolumnist Walt Mossberg.

Microsoft veröffentlicht Internet Explorer 8

Mit neuen Funktionen soll Microsofts neuer Browser die Navigation durchs Netz deutlich verbessern. Im Vergleich zu Wettbewerbern benötige ein Anwender mit dem IE8 rund 10 bis 15 Prozent weniger Schritte, um auf ein bestimmtes Ergebnis zu kommen, sagte Berg. So gibt der Browser bereits bei der Adress-Eingabe Vorschläge vor, die er zum Beispiel über zuvor besuchte Seiten, den Verlauf oder über die Favoriten ermittelt. Über sogenannte Web Slices lassen sich regelmäßig beobachtete Seiten etwa von eBay, Facebook oder dem Netzwerk Xing stets beobachten, ohne die Seiten erst aufrufen oder aktualisieren zu müssen. Mehrere von einer Homepage aus geöffnete Tabs markiert der Browser zudem der besseren Übersicht halber in der gleichen Farbe.

In Sachen Sicherheit bietet der neue Browser neben zahlreichen Filtern und einem besseren Schutz vor Phishing-Seiten auch erstmals eine Funktion, die Microsoft "InPrivate" nennt. Damit hinterlässt der Nutzer beim Surfen durchs Netz keine Spuren. Vor allem auf öffentlichen Rechnern etwa in Internet-Cafés oder auch auf PCs, die in Familien von mehreren benutzt werden, könnten die Nutzer damit ihre persönlichen Daten schützen, sagte Berg.

Im Markt für Internet-Browser seien heute drei Aspekte für den Erfolg entscheidend, betonte der Microsoft-Manager. Neben der Geschwindigkeit sei es wesentlich, wie die Software mit privaten Daten umgehe. "Die deutschen Nutzer sind zum Beispiel extrem sensibel, was den Datenschutz angeht." Als dritten Erfolgsfaktor nannte Berg die Möglichkeit der Verwaltung in Firmen (Manageability). "Die Hälfte der PCs steht schließlich in Unternehmen." Eine Stärke des neuen Internet Explorers sei es, dass er sich im Einsatz im Unternehmens-Umfeld auch zentral verwalten lasse.

Im hart umkämpften Markt für Internet-Browser hatte Microsoft zuletzt an Marktanteilen verloren. Im vergangenen Dezember betrug der Anteil noch 68 Prozent im Vergleich zu 76 Prozent ein Jahr zuvor. Vor allem an den Firefox der gemeinnützigen Stiftung Mozilla hatte Microsoft Anteile verloren, inzwischen macht auch der Suchmaschinen- Spezialist Google mit einem eigenen Browser Chrome dem Softwarekonzern Konkurrenz.

Experten raten schon vor der Veröffentlichung aus Sicherheitsgründen zu anderen Produkten wie Mozilla Firefox oder Opera. "Wir sagen aktuell, es sollten alternative Browser genutzt werden, weil immer noch die Mehrheit der Surfer den Internet Explorer benutzt und dieser Browser daher am meisten angegriffen wird", erklärt Marian Jungbauer, Diplom-Informatiker am Institut für Internet-Sicherheit der Fachhochschule Gelsenkirchen.

Auch die Reaktionszeit bei Sicherheitslücken spricht aus Sicht des Experten gegen den Internet Explorer. "Bei Microsoft muss man auf den monatlichen Patchday warten", sagt Jungbauer. Mozilla stopfe Sicherheitslücken im Firefox statistisch gesehen hingegen in ein bis zwei Tagen. Wie sicher der IE 8 sei, würden die kommenden Wochen und Monate zeigen. "Alle Hacker werden sich nun darauf stürzen." Ein grundsätzliches Problem sei die tiefe Verankerung des Explorers im Betriebssystem Windows, erklärt der Experte. "Viele Angreifer haben in der Vergangenheit Lücken in Systemfunktionen ausgenutzt, die der IE mitnutzt."

Download des IE8: www.microsoft.com/ie8

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