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WhatsApp

04.09.2016

Neue Nutzungsbedingungen bei WhatsApp: Wie widersprechen?

Mit dem Abgleich der Telefonnummer solle unter anderem die relevantere Werbung bei Facebook angezeigt werden.
Bild: Patrick Pleul/Archiv (dpa)

WhatsApp hat seine Nutzungsbedingungen aktualisiert. Was es mit den Änderungen auf sich hat und wie Sie widersprechen können.

Der Kurznachrichtendienst WhatsApp hat Ende August seine Nutzungsbedingungen aktualisiert. In Zukunft werden die Telefonnummern der Nutzer an den Mutterkonzern Facebook weitergegeben. Auch weitere Daten sollen geteilt werden, gab das Unternehmen bekannt. Wichtige Fragen und Antworten zum Thema.

Welche Daten werden an Facebook weitergegeben?

Bisher waren die Daten von WhatsApp und Facebook getrennt - trotz der Übernahme des Dienstes durch Facebook 2014. Mit der Aktualisierung der Nutzungsbedingungen sollen nun die Telefonnummern der Nutzer sowie Informationen dazu, wann sie bei dem Dienst aktiv waren, an den Mutterkonzern weitergeleitet werden.

Muss ich den neuen Nutzungsbedingungen von WhatsApp zustimmen?

Die Meldung, dass die Nutzungsbedingungen geändert wurden, können Nutzer bislang mit einem Klick auf "Nicht jetzt" vor sich herschieben. Noch bis zum 24. September besteht die Möglichkeit, ihnen zuzustimmen. Eine Option, sie abzulehnen gibt es allerdings nicht (direkt). Was passiert, wenn man die Meldung bis dahin ignoriert, weiß keiner so genau. Vermutlich geht WhatsApp dann davon aus, dass man den Änderungen zustimmt.

Neue Nutzungsbedingungen bei WhatsApp: Was passiert eigentlich, wenn man immer "Nicht jetzt" klickt?
Bild: Screenshot AZ

Kann ich den Änderungen widersprechen, wenn ich ihnen bereits zugestimmt habe?

Ja - zumindest teilweise. Wer am 25. August bereits bestehender WhatsApp-Nutzer ist, könne Facebook verbieten, die Profilinformationen zur Personalisierung der Werbung und Freunde-Vorschläge einzusetzen, heißt es. In den Einstellungen findet sich unter "Account" die Option, einen Regler bei "Meine Account-Info teilen" auszustellen. Dann werden zumindest nur noch die Telefonnummer und Daten zur Nutzung an Facebook weitergegeben.

Was ändert sich bei WhatsApp sonst noch?

WhatsApp schafft erste Grundlagen für die geplante Öffnung des Dienstes für die Kommunikation zwischen Nutzern und Unternehmen. Dabei gehe es etwa um Informationen zu Bestellungen oder  Versand-Benachrichtigungen. "So kannst du zum Beispiel Informationen zum Flugstatus für eine bevorstehende Reise, einen Zahlungsbeleg für etwas, das du gekauft hast, oder eine Benachrichtigung bezüglich eines Liefertermins erhalten." WhatsApp machte bisher keine Angaben dazu, wie der Service konkret aussehen soll.

Datenschützer üben Kritik an WhatsApp

Datenschützer sehen das Vorgehen von WhatsApp kritisch. Der Hamburger Datenschutzbeauftragten Johannes Caspar kündigte eine Prüfung der Pläne von WhatsApp an: "Jenseits der wenig klaren und in sich intransparenten Datenschutzhinweise wird zu untersuchen sein, in welcher Weise der Datenaustausch stattfindet und ob es hierfür eine rechtliche Grundlage gibt." Das Teilen der Informationen von Nutzerkonten zwischen Facebook und WhatsApp ohne Einwilligung der Nutzer sei nach europäischen und nationalen datenschutzrechtlichen Standards massiv in Frage zu stellen.

"Allein das Wissen über die gespeicherten Telefonnummern der Nutzer eröffnet Perspektiven, für die jeder Geheimdienst dankbar wäre." Der Schritt markiere den Einstieg von WhatsApp in die Kapitalisierung von Daten und werde dazu führen, "dass Facebook noch mehr über seine Nutzer weiß als zuvor", warnte Caspar.

AZ/dpa

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