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12.07.2016

"Pokémon Go" steigert Börsenwert von Nintendo um fast 60 Prozent

«Pokémon Go» hat die aktie des Spieleherstellers Nintendo in die Höhe schnellen lassen.
Bild: Justin Lane (dpa)

Das Smartphone-Spiel "Pokémon Go" hat den Börsenwert von Nintendo in die Höhe schnellen lassen. Die Anlieger honorieren damit, dass sich Nintendo gegenüber Apps öffnet.

Der Hype um das Smartphone-Spiel Pokémon Go hat den Börsenwert des japanischen Videospielekonzerns Nintendo binnen weniger Tage in die Höhe katapultiert. An den zurückliegenden vier Handelstagen bis einschließlich Dienstag verbuchte die Nintendo-Aktie an der Börse von Tokio insgesamt ein Plus von 59 Prozent. Am Dienstag legte sie um fast 13 Prozent zu und schloss bei 22.840 Yen (203 Euro).

Die kostenlose Spiele-App Pokémon Go ging erst in der vergangenen Woche an den Start und ist bisher auch nur in einigen Ländern verfügbar. Sie animiert die Spieler mit ihrem Smartphone durch die Gegend zu laufen und in der "echten Welt" versteckte Pokemon-Figuren "einzufangen". Entwickelt wurde das Spiel vom Studio Niantic zusammen mit der Nintendo-Tochter The Pokémon Company.

Nintendo fürchtete eine Schwächung des Geschäfts mit Spielekonsolen

Nintendo selbst hat das Spiel zwar nicht entwickelt, aber der gigantische Erfolg der App beflügelt das Unternehmen. Die Anleger hofften, dass Pokémon Go "ein neues Kapitel für das künftige Wachstum von Nintendo aufschlägt", sagte der Händler Takashi Oba von Okasan Securities. Der Erfolg untermauere die "Glaubwürdigkeit" der Geschäftspolitik des Unternehmens, sagte der Analyst Eiji Maeda.

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Nintendo hatte lange gezögert, Spiele fürs Smartphone zu entwickeln, weil der Konzern eine Schwächung seines Geschäfts mit Spielekonsolen fürchtet. Nintendo verkauft die Wii; im Frühjahr 2017 soll die neue NX auf den Markt kommen.

In den USA ist "Pokémon Go" erst seit wenigen Tagen verfügbar und schon ein Hit. Keine andere App wird derzeit öfters heruntergeladen. Nach Berechnungen von Experten wurde sie auf etwa jedes 20. Android-Handy geladen. Nur in Europa schauen die "Pokémon"-Fans in die Röhre. Aufgrund von Server-Problem wurde die Veröffentlichung auf unbestimmte Zeit verschoben. Der Sprecher einer zuständigen PR-Agentur sagte, das Spiel werde aber sehr bald erscheinen.

Eine 19-Jährige fand bei der Suche nach einem Pokémon eine echte Leiche

Der Pokémon-Hype reicht schon für die ersten spektakulären Anekdoten. So hätten vier Jugendliche im Bundesstaat Missouri an einem der sogenannten "Poké-Stops", an denen man Monster-Fallen in Form eines rot-weißen Balls nachladen kann, Spielern aufgelauert und sie mit vorgehaltener Waffe ausgeraubt, berichtete die lokale Polizei bei Facebook

Außerdem klagte ein Mann sein Leid in Online-Netzwerken, nachdem sein Haus versehentlich als Poké-Stop markiert worden war. Und schon am Samstag fand eine 19-Jährige auf der Suche nach den "Pokémon" eine Leiche in einem Fluss im US-Bundesstaat Wyoming, wie das Portal "County 10" berichtete. Ein Bericht über einen von "Pokémon Go" ausgelösten Verkehrsunfall erwies sich hingegen als Fake. Auf Twitter wurde vorgeschlagen, bei der Präsidentenwahl in November seltene "Pokémon" in Wahllokalen zu platzieren, damit dort mehr Leute aufkreuzen. AFP/dpa

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