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15.07.2010

Russischer Spion arbeitete bei Microsoft

Washington (dpa) - Hatte es der russische Spionagering in den USA auch auf die High-Tech-Industrie abgesehen? Der jüngst enttarnte zwölfte Agent arbeitete für den weltgrößten Softwarekonzern Microsoft. Dabei soll er aber keinen Schaden angerichtet haben.

Alexej Karetnikow sei als Software-Tester angestellt gewesen, bestätigte ein Konzernsprecher am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa und gab gleichzeitig Entwarnung: "Wir haben seine Aktivitäten durchleuchtet und sind uns sicher, dass er weder Microsoft-Software, noch das interne Netzwerk oder unsere Kunden gefährdet hat."

Neun Monate lang ging Karetnikow in der Zentrale des Konzerns in Redmond ein und aus. Nach Angaben von US-Medien hatten die Behörden ihn aber schon seit seiner Einreise im Oktober im Auge. Er habe keine Geheimnisse auskundschaften können, hieß es.

Software von Microsoft läuft auf fast jedem Rechner weltweit: das Betriebssystem Windows, die Office-Büroprogramme oder der Browser Internet Explorer. Firmen setzten die Programme aus Redmond bei Seattle zur Buchhaltung oder Kundenverwaltung ein.

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Anders als bei zehn russischen Agenten, die in der vergangenen Woche ausgetauscht wurden, erheben die US-Behörden gegen den Mann keine Beschuldigungen. Während die Agenten wegen ihrer erfolglosen Aufklärungsarbeit nur "kleine Fische" gewesen seien, habe es der 23jährige "nicht einmal ins Aquarium" geschafft, sagte ein Beamter dem Sender CNN.

Mittlerweile soll Karetnikow ausgewiesen worden sein. Von dem elften Mann der enttarnten Agentengruppe fehlt dagegen weiter jede Spur. Ihm war auf Zypern die Flucht gelungen.

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