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Technik
12.06.2014

Großer Ton zum großen Bild - Soundbars retten schlappen TV-Sound

Kleine Leiste, großer Klang: Soundbars wie Samsungs HW-H551 (449 Euro) fallen unter einem Fernseher oft kaum auf.
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Kleine Leiste, großer Klang: Soundbars wie Samsungs HW-H551 (449 Euro) fallen unter einem Fernseher oft kaum auf.
Foto: Samsung (dpa)

Fernseher werden immer größer, gleichzeitig immer flacher. Das sieht zwar gut aus, doch der Klang bleibt dabei oft auf der Strecke. Eine Soundbar oder ein Sounddeck holen schon für relativ wenig Geld akustisch deutlich mehr aus dem TV-Gerät heraus.

Insgesamt stagniert der Markt für Unterhaltungselektronik. Einen klaren Gewinner gibt es aber: Soundbars und Sounddecks, auch Soundplates genannt, konnten ihren Umsatz 2013 um satte 25 Prozent steigern. Das geht aus Zahlen der Gesellschaft für Unterhaltung- und Kommunikationselektronik (gfu) hervor. Immer mehr TV-Zuschauer vertrauen auf die Klangriegel, um klanglich mehr aus Blockbustern und Fußballspielen herauszuholen.

"Technisch bestehen keine Unterschiede zwischen einer länglichen Soundbar und einer flachen, tieferen Soundplate", erklärt Michael Voigt, Chefredakteur der Fachzeitschriften "HIFI Test" und "Heimkino". In beiden Systemen arbeiten eingebaute Verstärker und mehrere Lautsprecher. Während eine Soundbar vor den Fernseher gelegt wird, gehört die Soundplate unter den TV-Fuß.

Dort machen die Geräte selbst ausgewachsenen Anlagen mit mehreren kleinen Boxen Konkurrenz: "Soundbars und Soundplates können einen virtuellen Surroundsound generieren, der ein mehr oder weniger realistisches, umhüllendes Klangfeld vermittelt", so Voigt. Für richtiges Kinofeeling empfiehlt der Diplom-Ingenieur aber einen zusätzlichen Aktiv-Subwoofer, der besonders tiefe Klänge beisteuert. Oft werden die Bass-Boxen gleich im Paket mit einer Soundbar verkauft.

Für natürliche Klangergebnisse sollten TV-Gerät und Soundbar oder -deck immer auf einer Achse platziert werden. Schräg unter dem Fernseher haben die Geräte also nichts verloren. Sinnvoll ist es außerdem, die Wohnzimmerwand als Reflexionsfläche zu benutzen, indem man die Klangverbesserer nah davor stellt. Besser ausgestattete Klangriegel gestatten eine manuelle Einstellung von Höhen, Tiefen und Bässen, in der Regel per Fernbedienung. So lässt sich der Sound dem Raum und individuellen Wünschen anpassen.

"Ist der Fernseher an der Wand montiert, sind Soundbars dank flacher Bauart und integrierter Wandhalterungen perfekt", sagt Michael Voigt. Soundplates oder -decks haben dagegen den Vorteil, dass sie vor dem Fernseher weder das Sichtfeld noch den Infrarotempfänger für die Fernbedienung verdecken. Käufer sollten aber vorher darauf achten, dass auf ihrem TV-Möbel genug Platz ist - denn oft sind die Decks recht tief. Ansonsten kann der Käufer bei der Montage aber kaum etwas falsch machen, so der Experte: "In der Regel gelingen die Aufstellung und die Einrichtung kinderleicht."

Außerdem muss der Klangverstärker natürlich zum Fernseher passen: Vor dem Kauf lohnt sich daher ein genauer Blick auf die TV-Rückseite. Je nachdem, ob hier ein optischer, ein analoger Tonausgang oder eine HDMI-Buchse zur Verfügung stehen, sollte man einen Klangriegel mit passenden Eingängen auswählen. Der Vorteil von HDMI: Unterstützen Fernseher und Soundbar oder -deck den Standard CEC, lässt sich das Lautsprechersystem bequem mit der TV-Fernbedienung anschalten - ein separater Knopfdruck entfällt.

Soundbars sind bereits ab 150 Euro erhältlich - nach einem Test der Zeitschrift "Audio Video Foto Bild" (Ausgabe 6/2014) gibt es in dieser Preisklasse auch schon vernünftige Geräte. Für mehr Geld erhält der Käufer bessere Klangqualität und mehr Extras. So bieten teurere Modelle neben Bluetooth-Empfängern oder der Option, Subwoofer per Funk zu integrieren, auch ausgefeiltere Technik für den simulierten Raumklang. 400 Euro nennt Michael Voigt als realistische Größenordnung, wenn mit Soundbar oder Soundplate ein überzeugendes Heimkino-Feeling aufkommen soll. Für einen aktiven Subwoofer müsse der Käufer weitere 100 bis 300 Euro einplanen.

Das ist aber nicht immer nötig: Beim Canton DM 90.2 etwa kommt der Bass zum Beispiel aus dem Soundriegel. Dass diese Lösung kein Nachteil ist, haben Redakteure der Zeitschrift "Video" in einem Test herausgefunden: Das rund 650 Euro teure Gerät erhielt Bestnoten beim Klang. Zum Testsieger gekürt wurde die Soundbar Panorama 2 von Bowers & Wilkins. Sie besitzt unter anderem mehrere HDMI-Eingänge und ein On-Screen-Menü, mit dem sich Einstellungen bequem am Fernseher vornehmen lassen, spielt preislich mit rund 1600 Euro aber auch in einer eigenen Liga. Guten Klang, viele Anschlüsse und sogar einen integrierten Blu-ray-Player bietet nach Angaben der Experten der HTB9150 von Philips für rund 700 Euro. (dpa)

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