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30.06.2009

Von der Leyen warnt vor Missbrauch von Schüler-Chats

Von der Leyen warnt vor Missbrauch von Schüler-Chats
Bild: DPA

Berlin (dpa) - Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat vor einem Missbrauch der Schüler- und Kinder-Chatforen im Internet durch Erwachsene gewarnt.

Auf einer europäischen Kinderschutz-Konferenz am Dienstag in Berlin forderte von der Leyen stärkere öffentliche Aufklärung über das sogenannte Grooming. Dabei werden Minderjährige bei Chats in Netzwerken von potenziellen Tätern angesprochen, die sich zunächst als Gleichaltrige ausgeben, um sie später auch in der realen Welt treffen zu können.

"Die Jugendlichen sollten wissen, dass das Internet öffentlich ist und dass es Folgen haben kann, wenn man dort private Dinge preisgibt, die man früher nur dem verschließbaren Tagebuch anvertraut hat", sagte von der Leyen. Nach Hinweis des Bundesjustizministeriums ist in Deutschland dieses Grooming seit Ende 2003 unter Strafe gestellt. Auch in der im Oktober 2007 von Deutschland unterzeichneten Konvention des Europarates zum Schutz der Kinder vor sexueller Gewalt wird der Missbrauch dieser Chatforen durch Erwachsene verurteilt.

Die Konferenzteilnehmer, darunter auch Polizei-Experten und Kinderschutz-Organisationen aus mehreren europäischen Staaten, forderten eine weltweite Ächtung der Kinderpornografie. Von der Leyen verwies darauf, dass es in 95 von knapp 200 Staaten auf der Welt noch keine gesetzlichen Verbote von Kinderpornografie gibt. "Auch die wachsende Verbreitung kinderpornografischer Bilder im Netz können wir nur wirksam bekämpfen, wenn wir international eng zusammenarbeiten", sagte die CDU-Politikerin. Ziel müsse sein, die entsetzlichen Bilder zu löschen, die Täter zu ermitteln und den Opfern zu helfen.

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Kathrin Wieland von der Organisation Save the Children Deutschland forderte größere Anstrengungen, um Missbrauchsopfer zu identifizieren und ihnen mit Hilfsangeboten zur Seite zu stehen. So habe Interpol inzwischen weltweit eine Million Bilder aus dem Internet gespeichert, auf denen rund 50 000 vergewaltigte und misshandelte Kinder zu sehen seien. Von diesen Opfern seien erst 900 identifiziert.

Frankreich wird in Kürze über ein ähnliches Internet-Sperrgesetz für Kinderpornografie verfügen wie Deutschland, berichtete Familien- Staatssekretärin Nadine Morano aus dem Pariser Arbeitsministerium. "Der Kampf gegen die Kinderpornografie kann nur international gewonnen werden", sagte Morano. Mit Frankreich werden dann 14 Staaten, darunter die skandinavischen Länder, Belgien, Italien und Großbritannien, über Internet-Sperren verfügen. Die französische Regierung biete zudem allen Eltern kostenlos ein Kontrollsystems an, mit dem sie jugendgefährdende Internet-Seiten filtern könnten. 60 Prozent der Eltern in Frankreich machten bereits von diesem Angebot Gebrauch.

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