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Google

07.07.2015

Was weiß Google wirklich über mich? Ein Selbstversuch

Von allen Suchanfragen bis zur Online-Bezahlung: Google speichert Massen an persönlichen Daten. Einen Blick auf das Dashboard sollte deshalb jeder Nutzer werfen.
Bild: Britta Pedersen/Archiv (dpa)

Google sammelt so viele Daten wie möglich. Doch was weiß der Internetdienst wirklich über seine Nutzer? Philipp Götzfried hat den Selbstversuch gestartet - und ist erstaunt.

Der Internetriese Google ist auf die Daten seiner Nutzer aus. Das ist nichts Neues und mir durchaus bewusst. Trotzdem will ich nicht auf Google verzichten und verwende die Dienste des US-Konzerns täglich: Ich suche mit Google im Web, navigiere mit meinem Smartphone und nutze ein Konto mit Funktionen wie E-Mail, Kalender und Online-Shop.

Meine Handy-Apps gibt es bei Google Play zum Download, auf gespeicherte Dokumente kann ich mit Google Drive überall zugreifen.

Google gehört zu meinem Alltag, so weit, so gut. Doch wie viel weiß das mächtige Unternehmen eigentlich über mich? Google verspricht Transparenz und bietet im Benutzerkonto eine Übersicht an, das Dashboard. Auf dieser Seite habe ich die Möglichkeit, meine Google-Daten einzusehen - oder zumindest einen Teil davon. Dafür muss ich mich nur mit meinem Passwort anmelden.

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Google merkt sich jede Suchanfrage

Gespannt scrolle ich durch die Liste. Zunächst fällt mir auf, dass alle Eingaben in der Suchmaschine dokumentiert wurden. Google merkt sich jede meiner Anfragen, egal mit welchem Gerät ich diese getätigt habe, und weiß damit, was mich interessiert und beschäftigt. Für welche Probleme brauche ich eine Lösung, was wünsche ich mir, was plane ich in Zukunft? Allein daraus lässt sich ein erstes Profil meiner Persönlichkeit ableiten. Immerhin entdecke ich gleich die Option, das Suchprotokoll zu deaktivieren.

<p>Auf Ihrem Google-Konto finden Sie unter "Persönliche Daten und Privatsphäre" das Dashboard und wichtige Datenschutz-Einstellungen.</p>
Bild: Screenshot Google

Außerdem sehe ich, dass Google einen Großteil meiner Kommunikationsdaten sichert. Bei meinem E-Mail-Konto, den Telefonkontakten oder Kalendereinträgen überrascht mich das wenig. Ich habe die Daten - auch zur Sicherung - bewusst mit meinem Google-Konto synchronisiert. In die falschen Hände sollten diese persönlichen Informationen aber nicht geraten.

Mit der Ungewissheit, wer sich alles meine Daten ansieht, werde ich weiter leben müssen.

Besonders skeptisch prüfe ich dann den Standortverlauf, den Google von mir aufzeichnen möchte. Über Jahre hinweg wird jeder Aufenthaltsort geografisch und zeitlich festgehalten, sofern man diese Einstellung nicht ändert. Dabei nutzt Google zum Beispiel die Standortbestimmung des Smartphones, die auch viele Apps als Berechtigung einfordern. So entsteht ein detailliertes Bewegungsprofil des Nutzers und Google weiß immer, wann ich mich wo aufhalte.

Ich bin froh, dass ich die Ortung bei meinem Handy nie aktiviert hatte und mein Standortverlauf leer ist.

Doch Google hat noch ganz andere Informationen von mir. Alle Online-Einkäufe sind bei Google Wallet aufgelistet. Dort steht nicht nur, was ich gekauft habe, sondern auch explizit das Bezahlungsmittel. Meine Besuche bei Youtube und alle Aktivitäten im Sozialen Netzwerk Google+ sind ebenfalls einsehbar. Aber das bin ich aus Facebook bereits gewohnt.

Was denkt Google über mich?

Aus dieser Fülle an Informationen, die Google von mir speichert, lässt sich einiges über meine Person aussagen. Bestes Beispiel ist die Schätzung zu meinem Alter und Geschlecht, die Google im Bereich "Einstellung für Werbung" vornimmt. Obwohl nirgendwo angegeben, liegt der Internetdienst mit seiner Analyse goldrichtig. Verraten hat mich allein mein Surf-Verhalten, irgendwie beängstigend.

Mit dem Google-Check wurde mir eindrücklich vor Augen geführt, dass meine persönlichen Daten alles andere als persönlich sind. Sie liegen auf Google-Servern in den USA, bereit zur kommerziellen Verwendung.

Das ist keine neue Erkenntnis und wohl auch der Kompromiss, den viele Nutzer wie ich eingehen, um alle Dienste von Google bequem und kostenlos zu nutzen - doch mit welcher Präzision der US-Konzern beim Sammeln meiner Daten vorgeht, gibt mir kein gutes Gefühl.

Es bleibt der positive Gedanke, dass Google einen Einblick in seine Vorgehensweise gewährt und der Nutzer zum Teil mit entscheiden kann. Viele Funktionen lassen sich im eigenen Konto ganz einfach deaktivieren. Auch Nutzer ohne Konto sollten hier prüfen, was Google von ihnen gespeichert hat. Und schließlich hat jeder die Wahl, ob er den Dienst überhaupt nutzen möchte.

Denn eines muss allen Usern bewusst sein: Google weiß über uns eine ganze Menge.

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