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30.05.2013

movie2k offline: Spekulationen über Razzia bei illegalem Filmportal

Movie2k.to ist offline: Jetzt wird spekuliert, ob nach kino.to (Bild) nun das nächste illegale Filmportal von den Behörden geschlossen wurde.
Bild: dpa/Archiv

movie2k ist offline. Gab es bei Deutschlands beliebtestem - aber illegalen - Internetportal für Streams eine Razzia? Die GVU jedenfalls weiß von nichts.

movie2k.to: Diese Seite hat den zweifelhaften Ruf, Deutschlands Anlaufstelle Nummer eins zu sein für Kinofreunde, die für Filme kein Geld ausgeben wollen. Kein Wunder: Selbst die Raubkopierer-Jäger der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) mussten einräumen, dass über movie2k tausende - meist aktueller - Filme abrufbar waren als illegale Streams. Wie die GVU im Februar in einer Mitteilung verkündete, stehe das Streaming-Portal Dank seines Filmangebots sogar auf Platz 22 der in Deutschland am häufigsten aufgesuchten Seiten.

Besucher konnten sich über movie2k Zugriff zu den Filmen verschaffen. Diese wurden über verlinkte Seite gestreamt, man musste sich die Dateien also nicht in vollem Umfang auf den eigenen Rechner laden. Dass das Ganze in Sachen Urheberrecht hochgradig illegal ist, steht dabei außer Zweifel. Die großen Filmgesellschaften fühlen sich durch Streaming-Portale dieser Art um enorme Einnahmen gebracht.  Um auch die Nutzer solcher Streams rechtlich belangt werden können, ist unter Juristen umstritten.

Movie2k.to: "Die Verantwortlichen sollen in Haft sein"

Spätestens, seit 2011 die Seite kino.to von Ermittlungsbehörden hochgenommen wurde, wurde movie2k.to immer beliebter Die Betreiber der deutschsprachigen Seite verstecken sich in der Anonymität. Die Server des Portals standen zuletzt in Rumänien, Name und Sitz des Registrars waren durch Einsatz eines Anonymisierungsdienstes verborgen.

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Seit Mittwoch schauen Fans des kriminellen Spektakels allerdings in die Röhre. Denn movie2k ist offline. Die Server sind abgeschaltet, die Domain nicht mehr erreichbar. Gab es tatsächlich eine Razzia, wie spekuliert wurde? In einschlägigen Foren wurde nämlich sofort über einen sogenannten möglichen "Bust" gegen movie2k diskutiert. "Es soll angeblich eine internationale Aktion gegen movie2k gegeben haben, die aktuell noch andauert. Die Verantwortlichen sollen bereits in Haft sein. Ein Mitarbeiter hat demnach sämtliche Codes und Passwörter herausgerückt, welche das Abstellen der Server überhaupt erst möglich gemacht hat", hieß es da etwa auf einer Seite ohne weitere Quellen zu nennen.

GVU: Wissen nichts über Razzia bei movie2k

Tatsächlich Bescheid wissen könnte die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) in Berlin. Doch auch die wussten am Donnerstag noch von nichts. "Natürlich haben auch wir mitbekommen, dass movie2k offline ist. Aber über die Gründe können auch wir nur spekulieren", sagte GVU-Sprecherin Christine Ehlers auf Anfrage von Augsburger Allgemeine Online. Zwar habe man schon vor langer Zeit Strafantrag gegen die unbekannten Betreiber gestellt und hoffe seitdem auf eine Abschaltung, "von einem Schlag gegen das Portals ist uns derzeit aber nicht bekannt." Man bemühe sich gerade, weitere Informationen zu bekommen.

Unklar ist auch, ob die Abschaltung von movie2k.to in Zusammenhang mit einer Polizeiaktion vor zehn Tagen in Schleswig-Holstein steht. Da wurde ein Mann festgenommen, der unter dem Pseudonym „Hologramm“ bei kino.to und movie2k.to nahezu 100.000 illegale Filmkopien hochgeladen haben soll.

Hat movie2k einfach technische Probleme?

Hat dieser Mann die Fahnder nun auch zu den Drahtzieher von movie2k.to geführt? "Wir wissen nicht, ob der Festgenommene vielleicht die Hinterleute identifizieren konnte", so Ehlers. Auch das sei also noch reine Spekulation.

Tatsächlich schließen die Ermittler der GVU nicht aus, dass die Erklärung für das Verschwinden von movie2k.to ganz banal ist. Es sei nicht auszuschließen, dass die kriminellen Betreiber wegen des Fahndungsdrucks ihre Server von einem Land in ein anderes umgezogen hätten, so die Sprecherin. "Vielleicht haben die jetzt einfach technische Probleme."

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