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Kunst am Bau

13.05.2016

1372 Kugeln an einer Wand

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So soll eine Wand im Neubau der Bewertungsstelle in Höchstädt künftig für die Besucher aussehen. Das Foto zeigt einen Ausschnitt des Models der Siegerin.
Bild: Bronnhuber

Eine Wand in der neuen Außenstelle des Finanzamtes München in Höchstädt wird besonders. 50000 Euro sind dafür eingeplant

1372 Metallkugeln. Hohl, matt schwarz lackiert und fünf Zentimeter im Durchmesser. In einem ganz bestimmten Muster sind sie an der Wand angebracht. Je nach Blickwinkel verändert sich die Anordnung. Senkrecht, waagrecht und diagonal nimmt der Besucher die Reihen, Linien und Trapeze beim Vorbeigehen war. „En passant“ ist die französische Übersetzung für dieses Phänomen und genau so heißt das Kunstwerk, das die Münchnerin Afra Dopfer kreiert hat. Zur Zeit können die tausenden Kügelchen auf einer Modellplatte im Schloss Höchstädt betrachtet werden – ein Vorgeschmack auf die künftige Gestaltung der Bewertungsstelle des Finanzamtes München im ehemaligen Internat in Höchstädt. Denn: Im Rahmen des Neubaus, dessen Fertigstellung des ersten Bauabschnittes für Ende Oktober dieses Jahres geplant ist, wurde ein künstlerischer Wettbewerb mit dem Titel „Kunst am Bau“ organisiert.

Frieder Vogelsgesang vom Staatlichen Bauamt in Krumbach erklärt bei der Vorstellung der Werke: „Es haben zehn Künstler aus der Region teilgenommen. Uns war wichtig, dass der Bezug zu Höchstädt und dem Objekt erkennbar ist. Die Jury hat darüber intensiv beraten.“ Neben Vogelsgesang gehörten auch Helmut Bäumler (Oberste Baubehörde), Hans-Herbert Szymanski (Finanzamt München), Bernhard Schwenk (Pinakothek der Moderne München) und Norbert Kiening (Vorsitzender Berufsverband Bildender Künstler in Schwaben) an. Letzterer erklärt, warum ausgerechnet das Kügelchen-Projekt gewonnen hat: „Es ist sehr thematisiert und nicht vordergründig aufdringlich. Es ist vielschichtig und reduziert. Die Entscheidung war trotzdem nicht einfach, weil alle Künstler hochwertige Arbeiten abgeben haben.“ Alle Objekte können in den Pfingstferien im Eingangsbereich im Schloss Höchstädt angeschaut werden – bis auf „En passant“ von Afra Dopfer wird in Höchstädt aber nichts realisiert.

Die schwarzen Kugeln hingegen werden in den nächsten Monaten eine Wand des Neu- und Umbaus für die Bewertungsstelle in Höchstädt zieren. Insgesamt 50000 Euro sind dafür eingeplant. Wie berichtet, kann der Bedarf des Finanzamtes München durch einen dreibündigen Neubau an der Stelle des ehemaligen Krankehauses in Höchstädt – neben Schloss – gedeckt werden. Büro für Bedarfswertung und Einheitsbewertung sowie Registraturflächen, Regallasten und Aktenbestand werden in die Donaustadt ausgelagert. Das Raumprogramm umfasst 2586 Quadratmeter. Circa 63 neue Arbeitsplätze werden entstehen, wie das Bauamt mitteilt.

Die Ausstellung ist während der Pfingstferien im Schloss im Eingangsbereich zu den üblichen Öffnungszeiten für Besucher zu sehen.

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