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18.09.2007

19 Uhr: Sie hat noch nie den Kassenschlager Titanic gesehen

Kino - immer eine willkommene Abwechslung für Jung und Alt bei der täglichen Wahl des Abendprogramms. Doch wie kommt der Film auf die Leinwand und wie wird eigentlich Popcorn gemacht? Charlotte Mayr, die aus einer "Kinofamilie" stammt, hat vor 37 Jahren das Dillinger Filmcenter zusammen mit ihrem Mann Bernd von ihren Eltern übernommen. "Es ist mein absoluter Traumjob", schwärmt sie.

Von Simone Bronnhuber, Dillingen

Kino - immer eine willkommene Abwechslung für Jung und Alt bei der täglichen Wahl des Abendprogramms. Doch wie kommt der Film auf die Leinwand und wie wird eigentlich Popcorn gemacht? Charlotte Mayr, die aus einer "Kinofamilie" stammt, hat vor 37 Jahren das Dillinger Filmcenter zusammen mit ihrem Mann Bernd von ihren Eltern übernommen. "Es ist mein absoluter Traumjob", schwärmt Charlotte Mayr.

Die 57-Jährige ist mit dem Film aufgewachsen, daher war es für sie eine Selbstverständlichkeit, selbst einmal Popcorn zu machen und die Blockbusters auf die großen Leinwände zu projizieren. Hinter ihrer Arbeit steckt natürlich viel mehr, als nur Eintrittskarten zu verkaufen und den Leuten viel Spaß beim Film zu wünschen.

"Ein Nachteil ist es schon, dass wir total ungewöhnliche Arbeitszeiten haben und sehr oft nicht mit Freunden ausgehen können", erklärt die zweifache Mutter. Außerdem müsse jede Woche ein Plan erstellt werden, indem festgelegt wird, wann welcher Film in welchem "Dilli" läuft. "Eine Stunde vor Filmbeginn sind die Türen geöffnet und wir bereiten alles vor", erläutert Charlotte Mayr. Dann wird die Popcornmaschine angeworfen, alle Lichter eingeschaltet, der Kühlschrank aufgefüllt, noch einmal alles durchgewischt und die Filme bereit gelegt. "Die sogenannten Vorführer sind für die Filme verantwortlich. Wir haben vier Männer." Die Vorführer spulen alle Filme zurück, setzen ihn ein, lassen das Vorprogramm laufen und bringen schlussendlich den Film auf die Leinwand.

"In meinem Job lerne ich so viele Menschen kennen und weiß sie auch mittlerweile genau einzuschätzen", sagt Charlotte Mayr. Sie sei sich bei 90 Prozent der Fälle sicher, welchen Film die Besucher anschauen. "Es ist schon vorgekommen, dass Zuschauer während der Vorstellung den Saal verlassen haben, weil es ihnen schlecht war oder ihnen der Film nicht gefallen hat", berichtet die Kinoinhaberin. Schon öfters seien Zuschauer während einer Vorstellung eingeschlafen. Manche verließen erst am nächsten Tag wieder das Kino.

Die Kinobetreiberin selbst, schaut sich ganz selten Filme auf der Leinwand an. "Ich habe da einfach keine Zeit dazu", meint sie. Selbst die erfolgreichsten Streifen in Dillingen, wie etwa "Titanic" mit 15 000 Zuschauern und "Schuh des Manitu" mit 18 000 Besuchern, hat sie selbst noch nicht gesehen. "Ich kenne immer nur die Anfangsszenen", sagt Charlotte Mayr und lacht. Auch Zuhause interessieren sie nur die Nachrichten, da Filme im Fernseher doch zu langweilig seien. "Ich bin zu verwöhnt von der großen Leinwand und dem tollen Sound im Kino", gibt sie zu.

Ihre Tochter werde wahrscheinlich später einmal das Filmcenter übernehmen und die Familientradition fortführen. "Vielleicht schaue ich mir dann mehr Filme im eigenen Kino an." Wenn Charlotte Mayr und ihr Mann mal Lust auf einen guten Film haben, dann kommt es schon mal vor, dass sie in ein anderes Kino fahren. "So ist Kino auch für uns wieder etwas Besonders", sagt Charlotte Mayr.

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