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Gundelfingen

14.05.2015

23-Jähriger rastet bei Rangelei aus: „Ich stech dich ab“

EIn betrunkener rastet bei einer Rangelei völlig aus.
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EIn betrunkener rastet bei einer Rangelei völlig aus.
Bild: Symbolbild: Flora Anna Grass

Ein 23-Jähriger musste sich wegen Bedrohung und schwerer Körperverletzung verantworten. Er soll ein Training absolvieren und sich ändern. Denn das war nicht das erste Mal.

Eigentlich war es nur ein Gerangel, so, wie es auf vielen Festen schon mal vorkommt. Doch dann eskalierte die Situation. „Mir ist total die Sicherung durchgebrannt“, räumte ein 23-jähriger Mann ein, der sich nun wegen schwerer Körperverletzung und Bedrohung vor dem Dillinger Amtsgericht verantworten musste. Ihm wurde vorgeworfen, auf einem Fest in Gundelfingen einen anderen Mann mit den Worten „ich bring dich um, ich hole meinen Baseballschläger, ich stech dich ab“ bedroht und ihm mehrmals mit dem Fuß gegen den Kopf getreten haben. Der Mann zog sich schwere Prellungen im Gesicht zu, noch Monate später konnte er seinen Mund nicht richtig öffnen. „Der Tritt gegen meinen Kopf war wie ein Güterwagen“, sagte das Opfer vor Gericht.

Der Angeklagte gab von Anfang an zu, dass sich der Vorfall so zugetragen hat. Auslöser sei gewesen, dass der Mann, dem er später gegen den Kopf trat, seine Freundin angefasst hätte. Das Opfer sagte aus, dass die Freundin ihm ins Gesicht geschlagen habe und er sie deswegen an den Händen festhielt, als sie ein zweites Mal ausholte.

Drei bis vier Maß Bier und einige Schnäpse

Außerdem, so der Angeklagte weiter, sei er ziemlich betrunken gewesen. Drei bis vier Maß Bier und einige Schnäpse habe er getrunken. „Wenn ich getrunken habe, bin ich leicht reizbar“, sagte der 23-Jährige vor Gericht. Als er den Mann, der seine Freundin festhielt, später auf dem Bode sah, ging er auf in zu und trat ihm ins Gesicht. Mittlerweile hat sich der Angeklagte entschuldigt und Schmerzensgeld in Höhe von 1500 Euro bezahlt.

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Noch ein anderer Festbesucher wurde von dem 23-Jährigen verletzt – wenn auch nicht mit Absicht. In seiner Wut schmiss der junge Mann mit einer Plastikkiste um sich. Diese flog schließlich über einen Bauzaun und erwischte einen Mann am Kopf. Er erlitt eine Platzwunde. „Ich habe ihn nicht gesehen. Der Bauzaun war nicht durchsichtig. Ich habe nicht bewusst mit der Kiste nach jemandem geworfen“, sagte der Angeklagte vor Gericht und entschuldigte sich auch bei diesem Mann für sein Verhalten.

Der Angeklagte muss zum Anti-Aggressionstraining

„Ich denke, dass der Alkohol daran Schuld ist, dass sie so reagieren, ohne den Kopf einzuschalten“, sagte Richterin Ursula Janosi. „Sie haben massiv randaliert und in übelster Weise Bedrohungen ausgestoßen. Ich möchte Ihnen vor Augen führen, dass diese Geschichte keine Kleinigkeit war. Jemandem ins Gesicht zu treten, ist eine massive Sache, da hat man normalerweise einen Widerstand. Sie nicht.“

Der 23-Jährige, der im Bundeszentralregister schon zwei Einträge wegen gefährlicher Körperverletzung hat, wurde zu einem Jahr und acht Monaten auf Bewährung verurteilt. Außerdem muss der junge Mann an einem Antiaggressionstraining teilnehmen. „Sie müssen einen Lernprozess durchmachen“, so die Richterin.

Der Mann muss zudem eine Geldbuße in Höhe von 2000 Euro bezahlen. Das Geld kommt einer Schule in Kenia zugute, die sich um Mädchen kümmert, die der Zwangsverheiratung entgehen wollen.

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