1. Startseite
  2. Lokales (Dillingen)
  3. 296 Mückenfledermäuse im Landkreis Dillingen entdeckt

Tier

18.06.2019

296 Mückenfledermäuse im Landkreis Dillingen entdeckt

Die Fledermausschützerin Anika Lustig entdeckte bei Dillingen eine für den Landkreis neue Fledermausart.
Bild: Katrin Habenicht (Symbol)

Es gibt in Südbayern bislang nur fünf bekannte Quartiere der Mückenfledermaus. Nun wurde sie auch bei Dillingen gesichtet. Wie es dazu kam

Schwindet die Sonne, taucht sie auf - die Fledermaus. Sie flattert aus ihrem Versteck und sucht in der Dämmerung nach Insekten. Dieses Schauspiel beobachtet Anika Lustig regelmäßig. Die Diplom-Biologin verharrt dann vor einer Wochenstube, einem Fledermaus-Quartier, in dem sie ihre Jungen aufziehen. Schwärmen die Elterntiere aus dem Versteck, zählt Anika Lustig den Bestand. Als sie nun in einem Wald im Landkreis Dillingen künftige ehrenamtliche Fledermauszähler in diese Aufgabe einweihen wollte, machte die Fledermausexpertin eine Entdeckung: eine Mückenfledermaus-Kolonie.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

Dieser Inhalt ist älter als 30 Tage und steht daher nur Abonnenten mit einem Plus+ Abo zur Verfügung.
Jetzt ab 0,99 € testen

296 Tiere zählte sie an diesem Abend. Die Mückenfledermaus ist im Landkreis Dillingen laut Lustig zum ersten Mal gesichtet worden. In Südbayern seien bislang nur fünf Quartiere der Art bekannt, unter anderem in Lindau und Passau. Laut der Lustig  gilt die Mückenfledermaus erst seit 20 Jahren als eine eigenständige Art.

Bis dahin wurde sie der Schwesterart der Zwergfledermaus zugeschrieben, die deutlich häufiger in Bayern anzutreffen sei. Diese Art hatte sie an dem Abend in Dillingen erwartet. Für einen Laien sei der Unterschied der Fledermäuse kaum auszumachen, sagt Anika Lustig. Die Mückenfledermaus sei kleiner und rufe in anderen Frequenzen.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Fliegt eine Fledermaus in der Wohnung, sollte sie schnellstmöglich in Freiheit entlassen werden

Anika Lustig kontrolliert die Wochenstuben, ihr Kollege Andreas Zahn von der Koordinationsstelle für Fledermausschutz in Südbayern bettet die Entdeckung in eine Datenbank ein. Die Meldung geht dann beim Bayerischen Landesamt für Umwelt ein. Gibt es beispielsweise Probleme mit Fledermäusen in Wohnhäusern, kann die Art bestimmt werden.

Eine Sprecherin des Landesamtes erklärt, dass solche Sichtungen wie von Anika Lustig bei Fledermäusen wichtig seien. Denn alle Feldermausarten werden als "vom Aussterben bedroht" eingeordnet. Wisse man, wo sie Quartiere haben, sei es einfacher, die Bestände regelmäßig zu kontrollieren.

Wer beispielsweise in seinem Dachstuhl eine Fledermauskolonie entdeckt, sollte die Tiere ungestört lassen und die Koordinationsstelle für Fledermausschutz informieren. Findet man nur ein einzelnes Tier in der Wohnung, sollte man laut Landesamt für Umwelt die Fledermaus schnellstmöglich in Freiheit entlassen. Außerdem können die Tiere beißen, deshalb sei es ratsam, sie nur mit Handschuhen anzufassen.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren