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Bundesregierung hebt Reisewarnung für europäische Länder auf

15. März

14.02.2020

5 Fragen, 5 Antworten

Thomas Baumann
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Thomas Baumann

Thomas Baumann will Bürgermeister von Ziertheim bleiben. Wie er weitermachen will

Herr Baumann, Was wollen Sie in den kommenden sechs Jahren als Bürgermeister bewegen?

Die Neuausweisung von Baugebieten in Ziertheim und Dattenhausen, eine Erweiterung der Kinderbetreuungsplätze und ggf. eine Dorferneuerung stehen ganz vorne auf der Agenda. Ebenso wird die Abwasserbeseitigung für die Ortsteile Ziertheim und Dattenhausen eine Herausforderung sein, da die Kläranlage stark in die Jahre gekommen ist. Die Umgestaltung des Friedhofes in Ziertheim ist ebenfalls angedacht.

Sie sind seit 2014 Bürgermeister von Ziertheim. Auf welche Projekte der vergangenen Jahre sind Sie besonders stolz?

5 Fragen, 5 Antworten

Sehr wichtig war der Neubau unseres Kindergartens. Wie man am derzeit sehr hohen Bedarf sehen kann, eine richtige und wichtige Entscheidung. Auch die Neuausstattung unserer Feuerwehren sowie die Friedhofneugestaltung und der Neubau des Kreuzbaues an der Egau in Dattenhausen waren große Projekte. Ein Kraftakt war aber auch die Beitrags- und Gebührenkalkulation unserer Abwasserentsorgung, die offenen Rechtsbehelfen nach vielen Jahren nun abhilft.

Der Kindergarten St. Veronika ist recht neu. Trotzdem braucht es jetzt einen Anbau. Wurde da falsch geplant? Und was kommt auf die Gemeinde zu?

Für mich war immer wichtigstes Ziel, unseren Kindergarten nicht aufzugeben. Stand heute möchten im September 50 Kinder unseren Kindergarten besuchen. Dies übersteigt die Kapazitäten. Damals wurde schon an die Möglichkeit einer Erweiterung gedacht. Durch die Nichtverlängerung des Sonder-Förderprogrammes zum Bau von Kitas und die steigenden Betriebskostendefizite bei einer Erweiterung wird es für uns aber sehr schwierig, diesen Bedarf zu decken. Hier werden wir von Bund und Land derzeit im Stich gelassen.“

Neben der Entwässerungssatzung wurden zum 1. Januar auch die Gebühren für Wasserbezug erhöht. Wieso? Und müssen die Bürger mit weiteren Erhöhungen rechnen?

Die letzte Gebührenerhöhung ist über zehn Jahre her. Dadurch wurde lange nicht kostendeckend gewirtschaftet und es sind sehr hohe Defizite im Haushalt entstanden, die durch allgemeine Einnahmen kofinanziert wurden. Diese Mittel fehlen dann jedoch für andere Projekte. Zudem ist eine Kostendeckung gesetzlich vorgeschrieben. Die Kosten für die Abwasserbeseitigung und die Bereitstellung von Trinkwasser haben sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich erhöht. Sie müssen durch die Gebühren gedeckt werden.

Wie kann die finanzielle Lage der Gemeinde verbessert werden?

Für ein Grundrezept hierfür wäre ich sehr dankbar. Für eine Gemeinde in unserer Größenordnung und Lage ist es schwierig, Kosten zu sparen. Von staatlicher Seite werden uns immer mehr Aufgaben übergestülpt. Gleichzeitig werden Einnahmemöglichkeiten sukzessive abgeschafft. Großen Luxus hat sich Ziertheim nie geleistet. Und nur Steuern zu erhöhen, ist nicht in unserem Sinne. Unsere Bürger sollen hier zufrieden leben. Ich sehe die Regierung in der Pflicht, Geld in die ländliche Region zu investieren.

Interview: Mayer/ Foto: Decker

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