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Ziertheim

13.11.2019

55 Jahre für die Pfarrgemeinde Ziertheim

Monsignore Josef Philipp kümmert sich noch heute um seine Kirche, das Pfarramt und den Kindergarten St. Veronika. Heute feiert der Seelsorger seinen 90. Geburtstag
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Monsignore Josef Philipp kümmert sich noch heute um seine Kirche, das Pfarramt und den Kindergarten St. Veronika. Heute feiert der Seelsorger seinen 90. Geburtstag
Bild: Jonathan Mayer

Plus Monsignore Josef Philipp wird heute 90. Als Pfarrer von Ziertheim und Dattenhausen hat er die Orte über Jahrzehnte geprägt. Welche Projekte für ihn noch anstehen.

Es dauert ein paar Augenblicke, bis sich die Tür des heuer 300 Jahre alten Pfarramts öffnet. Dann steht Monsignore Josef Philipp im Rahmen, sagt: „Sie müssen entschuldigen. In meinem Alter dauert alles ein bisschen länger“, und lacht. Philipp wird heute 90. Noch immer ist er in seinen Pfarrgemeinden Ziertheim und Dattenhausen sehr aktiv, auch wenn alles schon mal schneller ging.

Er setzt sich an den Tisch in der rustikalen Stube des Hauses, in dem er seit 1964 wohnt. In dem Jahr begann auch sein Dienst in Ziertheim. Der aus dem Sudetenland stammende Mann bewarb sich vor 55 Jahren auf die Stelle. „Damals ging das noch. Heute wird man als Pfarrer einem Ort zugewiesen“, erzählt er.

Wie der Alltag von Monsignore Josef Philipp aussieht

Sich selbst nennt Philipp den „Stockpfarrer“, weil er mit seinen 90 Jahren ohne seinen Stock kaum gehen könnte. Trotzdem ist sein Alltag auch im hohen Alter noch vollgepackt mit Terminen und Aufgaben, die er sich nicht nehmen lassen will: Philipps Tag beginnt um 5.30 Uhr, um 7 Uhr folgt die Messe und ein Gebet im Kloster Maria Medingen, dann macht er sich auf den Weg nach Lauingen, besucht seine Schwester im Altenheim und holt seine Hausfrau in Dischingen ab.

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Zurück in Ziertheim kümmert er sich um alles andere: Etwa den vor knapp drei Jahren gebauten Kindergarten St. Veronika, der direkt neben dem Pfarramt steht und dessen Träger Philipp ist. Oder um die Pfarrämter in Ziertheim und Dattenhausen. Außerdem ist er regelmäßig in anderen Einrichtungen unterwegs, etwa in Sankt Clara oder Maria Schnee in Dillingen. Man merkt: Nicht ohne Grund ist der 90-Jährige in seiner Gemeinde als der „24-Stunden-Pfarrer“ bekannt.

Was sich über die Jahre in Ziertheim verändert hat

In den 55 Jahren in Ziertheim habe sich viel verändert, erzählt er. Zum Beispiel habe Philipp bis 1994 Religionsunterricht gegeben, außerdem gab es eine Schwesternstation im Ort. Doch manches blieb über die Jahrzehnte hinweg gleich, etwa der Fleiß seiner Gläubigen. „Wir haben eine sehr aktive Gemeinde mit sehr gutem Mesner und Organisten“, sagt er. „Darüber bin ich sehr froh. Das ist in vielen Gemeinden heutzutage nicht mehr so.“

Sein Geburtstag ist für Philipp nicht nur Grund zur Freude: „Ich falle mit meinen 90 Jahren niemandem zur Last und bin noch recht aktiv. Das finde ich sehr schön.“ Den Rummel um seine Person aber möge er gar nicht. Den Geburtstag selbst wolle er deshalb in möglichst kleinem Rahmen feiern.

Warum für den Pfarrer noch lange nicht Schluss ist

Ans Aufhören will Philipp noch nicht denken. „Solange es geht, bleibe ich Pfarrer. Wenn das irgendwann vorbei ist, gehe ich wahrscheinlich ins Kloster.“ Vorher stehen ihm aber noch einige große Projekte bevor: Etwa die Renovierung der Dattenhausener Kirche im kommenden Frühjahr oder die Erweiterung des Kindergartens. „Es gibt schon noch was für mich zu tun“, erzählt der Pfarrer – und lacht wieder.

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