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Gundelfingen

17.11.2019

7000 Bäume für den Gundelfinger Stadtwald

Förster Max Friedl (Mitte) klärte den Stadtrat und Bürgermeisterin Miriam Gruß über den Zustand des Gundelfinger Stadtwalds auf.
Bild: Stadt Gundelfingen

Förster Max Friedl gibt Einblicke in ein „ökologisches Schatzkästchen“. Was den Fachmann beschäftigt.

Der grünen Lunge Gundelfingens – dem Stadtwald – geht es gut. Das ist das Ergebnis der Waldbegehung mit Bürgermeisterin Miriam Gruß, Stadträten und Förster Max Friedl im Distrikt Wildenau zwischen Gundelfingen und Offingen. „Wir haben hier ein ökologisches Schatzkästchen – er ist in einem wunderbaren ökologischen Zustand“, betonte Friedl laut Pressemitteilung der Stadt bei seiner Führung. In den Tagen zuvor hatte sich viel getan auf dem insgesamt 600 Hektar großen Areal. Freiflächen wurden mithilfe einer Baumschule mit insgesamt rund 7000 neuen Bäumen aufgeforstet, wie gesetzlich vorgeschrieben. „Wir haben hier quasi eine neue Waldgeneration begründet“, erklärte der Förster.

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Gundelfinger Stadtwald: Sechs Baumarten gepflanzt

Insgesamt sechs Baumarten fanden bei der Pflanzung ihren Platz im Stadtwald, wie etwa die Stileiche, Bergahorn, Winterlinde, Flatterulme oder Schwarznuss. Friedl machte deutlich, dass es eine Generationenaufgabe ist, bis die Setzlinge ihr Erntealter von 80 bis 200 Jahre erreicht haben. „In der Summe brauchen sie viel Wasser, Licht und Nährstoffe und das ist alles sehr pflegeintensiv.“ Zusätzlich müssen die Bäume durch eine Wuchshülle oder einen Zaun geschützt werden. Schon die Vorbereitungen hatten viel Zeit in Anspruch genommen. Zunächst musste die Konkurrenzvegetation – eine umfangreiche Kraut- und Strauchschicht – entfernt werden, damit die Pflanzen genügend Licht und Platz für das Wurzelwerk bekommen.

Gerade Eschen sind vom Aussterben bedroht

Die Freiflächen waren durch diverse Faktoren entstanden. Neben dem Einschlag von Altbäumen für die Möbelproduktion machten Sturm, Insektenbefall oder auch Pilze den Bäumen zu schaffen. „Ein Problem ist ein vor Jahren aus Asien eingeschleppter Pilz, der für das Eschentriebsterben verantwortlich ist“, klärt Friedl auf. Gerade Eschen sind mehr und mehr vom Aussterben bedroht, weil es keine resistente Sorte für die Nachzucht gibt. Der Förster hofft künftig auch auf mehr Wasser von oben. „Die Trockenheit letztes Jahr hat dem Wald nicht gutgetan. Das hat man vor allem bei den älteren Generationen von Ahorn-Bäumen gemerkt.“ Bei kleineren Flächen überlässt man die Wiederaufforstung der Natur. „Dort werfen die Bäume ihre Samen ab, die dann wieder keimen und einen neuen Bestand erzeugen“, berichtet Friedl.

7000 Bäume für den Gundelfinger Stadtwald

Leistungen für Waldbesitzer

Die Pflege des Waldes funktioniert mit einem sogenannten Jahresbetriebsplan, der nicht nur die Aufforstung vorschreibt, sondern auch bestimmt, wie viel Holz geschlagen werden darf. Aktuell sind es im Stadtwald etwa 2300 Festmeter. Thema der Waldbegehung war laut Mitteilung am Ende auch der Vertragsnaturschutz (VPN), der Leistungen für Waldbesitzer honoriert, die ökologische Maßnahmen umsetzen, etwa den Erhalt von Biber-Lebensräumen oder das Belassen von Totholz. Die finanziellen Leistungen sind allerdings mit einer Bindefrist von zwölf Jahren verbunden. Ein Problem, wie Max Friedl findet. „Ich finde, das ist zu hoch, denn in zwölf Jahren kann viel passieren, zum Beispiel durch Stürme, die es erforderlich machen, Bäume wieder zu entfernen.“

Bürgermeisterin Miriam Gruß sagte im Anschluss: „Wir sind froh, dass unser Wald in einem so guten Zustand und bei unserem Förster in guten Händen ist.“ (pm)

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