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Dillingen

23.01.2020

AKK in Dillingen: Gibt Kramp-Karrenbauer ihr Okay für Dillingen?

Das Wachgebäude der Dillinger Luitpoldkaserne ist veraltet und sanierungsbedürftig, es soll durch einen Neubau ersetzt werden. Dies ist nur eine von vielen Investitionen in den kommenden Jahren am Bundeswehrstandort Dillingen.
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Das Wachgebäude der Dillinger Luitpoldkaserne ist veraltet und sanierungsbedürftig, es soll durch einen Neubau ersetzt werden. Dies ist nur eine von vielen Investitionen in den kommenden Jahren am Bundeswehrstandort Dillingen.

Plus Im Gegensatz zu den Standort-Debatten vergangener Jahre geht es beim Besuch der Verteidigungsministerin bei der Bundeswehr um Millionen-Investitionen in der Luitpoldkaserne.

Ulrich Lange nimmt es mit Humor. „Aller guten Dinge sind drei“, sagt der CSU-Bundestagsabgeordnete. Zum dritten Mal versucht der Nördlinger jetzt, eine Verteidigungsministerin nach Dillingen zu lotsen. Am morgigen Freitag soll es klappen. Annegret Kramp-Karrenbauer wird dem Informationstechnikbataillon 292 in der Luitpoldkaserne einen Besuch abstatten. Nur eine politische Krise oder ein anderes unvorhersehbares Ereignis könne dies noch verhindern.

Ursula von der Leyen sollte im Juni nach Dillingen kommen

So wie im Dezember, als die damalige Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen ihren geplanten Besuch im Landkreis Dillingen absagen musste. Einen zweiten Anlauf hatte der nordschwäbische CSU-Bundestagsabgeordnete dann im Sommer geplant. Am Tag der Bundeswehr in Dillingen, zu dem am 15. Juni 2019 mehr als 25.000 Menschen kamen, informierte Lange unsere Zeitung über seine Bemühungen. „Ursula von der Leyen sollte im Juli kommen, aber dann wurde sie EU-Kommissionspräsidentin“, erläutert Lange. Das habe ihn natürlich gefreut, aber mit dem Besuch der Luitpoldkaserne war es dann wieder nichts. „Jetzt hoffe ich, dass Ministerin Kramp-Karrenbauer am Freitag da sein wird“, sagt Lange.

Dass Besuche von Verteidigungsministern in Dillingen angekündigt werden und danach doch nicht zustande kommen, hat noch eine längere Tradition: 2011 sollte der einstige Shooting-Star der CSU, Karl Theodor zu Guttenberg, im Goldenen Saal die Laudatio auf den Ulrichspreisträger Lech Walesa halten. Der Verteidigungsminister trat jedoch vorher im Zuge der Plagiatsaffäre um seine Dissertation zurück. Die Laudatio auf den Friedensnobelpreisträger Lech Walesa hielt schließlich Hans-Dietrich Genscher, der ehemalige Außenminister der Bundesrepublik Deutschland.

Letztmals besuchte mit Peter Struck am 23. Januar 2004 ein Bundesverteidigungsminister die Dillinger Luitpoldkaserne. Vor 16 Jahren waren die Vorzeichen allerdings ganz anders als in diesen Tagen. Der Bundeswehrstandort Dillingen stand damals wieder einmal zur Disposition, denn die Truppe in Deutschland wurde von 285.000 auf 250.000 Mann reduziert. Mindestens 100 Standorte sollten einst bis ins Jahr 2010 geschlossen werden. Und auf die Frage unserer Zeitung, ob bei der Entscheidung über die zukünftigen Bundeswehrstandorte auch Gesichtspunkte wie gute Einbindung der Truppe in der Bevölkerung, die Akzeptanz in der Stadt und im Landkreis (Dillingen ist stolz auf seine Soldaten), regionalwirtschaftliche Gründe oder die jahrhundertelange Dillinger Garnisonsgeschichte eine Rolle spielen, sagte Struck in der Luitpoldkaserne kurz und knapp: „Nein!“ Im November 2004 gab es schließlich doch die Entwarnung. Die Luitpoldkaserne war von der damaligen Streichliste des Bundesverteidigungsministeriums nicht betroffen (Rettete einst „ein Wunder“ die Dillinger Luitpoldkaserne?).

IT-Bataillon 292 soll Alleinstellungsmerkmal werden

Wenn die CDU-Bundesvorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer nun am morgigen Freitag in Dillingen eintrifft, dreht sich die Debatte nicht um Streichlisten, sondern um Investitionen. Die Ministerin wird bei ihrem Truppenbesuch mit dem Kommandeur des IT-Bataillons 292, Markus Krahl, sprechen. Dabei wird es, wie Lange bestätigt, auch um die anstehenden Projekte am Bundeswehrstandort Dillingen gehen. Bereits abgesegnet ist der Bau eines neuen Wachgebäudes. Die Wache ist veraltet und sanierungsbedürftig, außerdem stauen sich die Autos und andere Fahrzeuge bisher an der Einfahrt auf die Rudolf-Diesel-Straße zurück. Um dies zu vermeiden, wird das neue Wachgebäude weiter in das Gelände hineingerückt. Ein weiteres großes Vorhaben ist die Modernisierung der Heizungsanlage der Kaserne, dies soll auch die Energiekosten senken. Bis 2022 werden sechs Millionen Euro am Standort investiert.

Beim Truppenbesuch der Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer sollen aber auch weitere Investitionen im zweistelligen Millionenbereich bestätigt werden, informiert Lange, der stellvertretender Vorsitzender der Unionsfraktion im Bundestag ist. Er werde bei AKK noch einmal für die Generalsanierung der Schießanlage, den Neubau eines Wirtschafts- und Versorgungsgebäudes und die Sanierung des Sanitätszentrums werben. Zudem soll die Luitpoldkaserne mit ihrem IT-Bataillon 292 ein weiteres „Alleinstellungsmerkmal“ bekommen. Details sollen laut Lange, der seine Bundeswehrzeit in Dillingen verbracht hat, erst nach dem Besuch der Ministerin genannt werden. Kramp-Karrenbauer werde sich viel Zeit für die Truppe in Dillingen nehmen und auch für den Einsatz am Tag der Bundeswehr danken. Die Ministerin soll gegen 9 Uhr eintreffen. Nach dem Gespräch mit Oberstleutnant Krahl werden die Dillinger Fernmelder, wie Presseoffizier Dieter Obermayer mitteilt, ein static display, eine statische Vorführung der IT-Systeme bieten. „Unsere Soldaten erklären, wie die Geräte funktionieren“, sagt Obermayer.

Dillinger Soldaten können ihre Fähigkeiten zeigen

Oberbürgermeister Frank Kunz ist Ulrich Lange für seine Initiative dankbar. „Denn so kann sich unser örtlicher Bundeswehrstandort beim Besuch der Ministerin bestmöglich präsentieren“, sagt der Rathauschef. Das sei eine gute Möglichkeit für die Dillinger Soldaten, ihre Fähigkeiten unter Beweis zu stellen – und deutlich zu machen, „dass die zugesagten Millionen-Investitionen in die Luitpoldkaserne (In die Dillinger Kaserne werden Millionen investiert) die richtige Entscheidung waren“. Kunz wird auch das Goldene Buch der Stadt mit in die Kaserne nehmen, in dem sich Annegret Kramp-Karrenbauer eintragen soll.

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