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Dillingen

28.01.2019

Absatz rückläufig: Bei BSH Hausgeräte wird gespart

Die BSH Hausgeräte GmbH in Dillingen ist mit Abstand der größte Arbeitgeber im Landkreis. 2018 hatte es beim Absatz der Geräte eine Delle gegeben, Sparmaßnahmen waren die Folge.
Bild: Jan Koenen, Archiv

Weil 2018 der Absatz zurückging, will BSH die Ausgaben senken. Wie der Dillinger Standortchef Michael Braunschmidt die künftige Entwicklung sieht.

Diese Zahl ist in der Tat gigantisch: Drei Millionen Geschirrspüler haben die Mitarbeiter der BSH Hausgeräte GmbH 2017 am Standort in Dillingen produziert. Greifbarer wird die Menge, wenn man eine kleinere Zeiteinheit nimmt. So laufen an jedem Produktionstag etwa 13.000 Geschirrspüler in Dillingen von den Bändern. Nach der absoluten Rekordmarke des Jahres 2017 entwickelte sich der Absatz jedoch anders als erwartet (wir berichteten).

Am Markt gab es eine kleine Delle, denn 2018 wurden in Dillingen nach Informationen unserer Zeitung „nur“ knapp 2,7 Millionen Geschirrspüler gefertigt. Das Unternehmen zog die Reißleine und leitete einen Sparkurs ein. Befristete Arbeitsverträge von Mitarbeitern wurden nicht verlängert, einigen Beschäftigten mit befristeten Arbeitsverträgen ist auch gekündigt worden. Etwa 80 Mitarbeiter waren betroffen. Eine Anpassung der Personalkapazitäten in der Fabrik sei erforderlich, um die Wettbewerbsfähigkeit und die Produktivität des Standorts Dillingen dauerhaft zu sichern, teilte David Hofer von der Unternehmenskommunikation mit.

Die Firma ist der mit Abstand größte Arbeitgeber im Landkreis

Andere Einsparungen im Spülerwerk sind derzeit Gesprächsthema Nummer eins. Die Entwicklung beim mit Abstand größten Arbeitgeber im Landkreis Dillingen beschäftigt die Menschen in der Region. So habe die BSH Hausgeräte angeordnet, dass Mitarbeiter nicht mehr zu Besprechungen fliegen dürfen, und bei Übernachtungen, so hieß es, dürften nur noch Zwei-Sterne-Hotels gebucht werden.

Standortchef Michael Braunschmidt ist von diesem Detail der Anfrage unserer Zeitung überrascht. Dass Mitarbeiter bei Geschäftsreisen nur noch in Zwei-Sterne-Hotels übernachten, sei ihm nicht bekannt. Der Standortleiter bedauert, dass die Absatzdelle im vergangenen Jahr 80 Mitarbeiter getroffen habe. Die Stammbelegschaft von 2800 Beschäftigten am Standort in Dillingen sei davon aber nicht betroffen gewesen. Die BSH Hausgeräte und der gesamte Konzern wollten neben den Personalkosten auch an anderen Stellen sparen. „Wir versuchen Flüge, die nicht notwendig sind, zu vermeiden“, erläutert Braunschmidt. Reisekosten seien bei einem internationalen Konzern wie BSH ein wichtiger Posten. Und Videokonferenzen könnten oft auch Meetings vor Ort ersetzen. Es sei ja auch für die Mitarbeiter selbst von Vorteil, wenn sie weniger fliegen müssen.

Das Werk in Dillingen hat einen entscheidenden Standortvorteil innerhalb des Konzerns

Der Absatzrückgang 2018 fiel wohl nicht so groß aus wie befürchtet. Denn Braunschmidt sagt: „Wir haben im vergangenen Jahr deutlich über 2,6 Millionen Geschirrspüler produziert.“ Und mit diesem Niveau sei auch 2019 zu rechnen. Die großen Wachstumsmärkte seien außerhalb Europas zu finden – beispielsweise in Asien, erklärt der Standortleiter. Aber auch in Europa habe noch nicht jeder Haushalt einen Geschirrspüler.

Das Werk in Dillingen hat einen entscheidenden Standortvorteil innerhalb des BSH-Konzerns. „Hier in Dillingen findet die globale Entwicklung für den Bereich Geschirrspülen statt“, betont Braunschmidt. Innovationen werden demnach in Dillingen entwickelt. Erst im Herbst hat die BSH Hausgeräte an der Werner-von-Siemens-Straße ein großes Logistikzentrum eröffnet. „Wir bleiben die Nummer eins in der Geschirrspülerproduktion“, versichert Braunschmidt.

BSH-Betriebsratschef Roman Schnalzer hätte im Vorjahr auf die Absatzdelle gerne anders reagiert, als befristete Verträge auslaufen zu lassen oder Mitarbeitern während der Probezeit zu kündigen. „Das Problem war doch, dass wir 2017 mit der Produktion von mehr als drei Millionen Geräten extrem übers Ziel hinausgeschossen sind.“ Wenn 2019 laut Plan etwa 2,7 Millionen Geschirrspüler in Dillingen produziert werden sollten, sei das ein Niveau, „das absolut in Ordnung ist“, meint Schnalzger. Am Ende könnten es ja auch 2,8 Millionen werden. Von Krise könne überhaupt keine Rede sein, sagt der Betriebsratschef. Der Standort Dillingen sei „gut aufgestellt“.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: BSH: Mit Qualität aus Dillingen punkten

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28.01.2019

13000 Geschirrspüler am Tag, wer braucht das? Sind diese Produktionszahlen, bedingt durch Automatisation und Digitalisierung nicht der Schwachsinn in Höchstform? Außer BSH gibt es hier und weltweit noch mehr Hersteller, die nach dem gleichen kopflosen Schema herstellen.

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