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Gundelfingen

13.04.2019

Acht Millionen: Kreisumlage belastet Gundelfinger Haushalt 

Die Freiwillige Feuerwehr Gundelfingen soll ein neues Gerätehaus bekommen. Im Bild ist das bisherige Gebäude zu sehen. Das Vorhaben wird die Stadt wohl mehr als fünf Millionen Euro kosten. Im diesjährigen Haushalt sind dafür 800 000 Euro vorgesehen.
Bild: Andreas Schopf

Gundelfingen muss so viel Kreisumlage zahlen wie noch nie. Trotzdem stehen teure Vorhaben wie das Feuerwehrhaus an. Um die zu stemmen, braucht es Ersparnisse.

Der diesjährige Haushalt in Gundelfingen ist so etwas wie der Beginn einer neuen Ära. Vier Jahrzehnte war Gerhard Tiefenbacher der Kämmerer der Verwaltungsgemeinschaft. Im vergangenen Herbst verabschiedete er sich in den Ruhestand (lesen Sie hier mehr dazu). Sein Nachfolger Alexander Winkler präsentierte in der jüngsten Sitzung des Stadtrats nun seinen ersten Haushalt als verantwortlicher Kämmerer.

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Sein Etat zum Einstand ist durchaus herausfordernd. Das Jahr 2019 ist in der Gärtnerstadt geprägt von finanziellen Belastungen – vor allem, was die Kreisumlage angeht. Gut 8,1 Millionen Euro muss die Stadt an den Landkreis überweisen, das Doppelte des Betrages im Vorjahr. „Das ist mit Abstand die höchste Kreisumlage, die Gundelfingen je hatte“, sagte Winkler. Parallel dazu fallen die Schlüsselzuweisungen weg. 480000 Euro, die die Stadt im Vorjahr noch zur Verfügung hatte, müssen nun kompensiert werden. Die Gewerbesteuerumlage steigt um etwa 24 Prozent auf gut 1,2 Millionen Euro. Hintergrund sind die außergewöhnlich hohen Gewerbesteuereinnahmen, die 2017 für einen Geldsegen in Gundelfingen sorgten. In Form der Abgaben und fehlenden Zuweisungen muss die Stadt nun, zwei Jahre später, dafür bezahlen.

Gundelfingen: Die Ersparnisse werden in diesem Jahr gebraucht

Zugute kommt der Verwaltung, dass sie zuletzt einiges angespart hat. Voraussichtlich 5,5 Millionen Euro konnten 2018 dem Vermögenshaushalt zugeführt werden – deutlich mehr als die geplanten 1,5 Millionen Euro. Mehr als 700000 Euro blieben im Vorjahr wohl übrig, um sie den Rücklagen zuzuführen.

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Diese Ersparnisse werden in diesem Jahr gebraucht. Denn es stehen einige große Projekte an. Für die Umgestaltung der Westlichen Bleicheinsel sind – inklusive eines bereits gebildeten Haushaltsabgaberests – 1,4 Millionen Euro veranschlagt. Für die Sanierung der Brenzhalle stehen noch Abschlussrechnungen in Höhe von 1,1 Millionen aus. 800000 Euro sind heuer für den Neubau des Feuerwehrgerätehauses vorgesehen. Auch in der Infrastruktur gibt es einiges zu tun. Nachdem im vergangenen Jahr die Brenzbrücke an der einen Seite der Mittelschule erneuert wurde, steht heuer die Sanierung der Brücke am Grünbaumberg an, die aller Voraussicht nach 450000 Euro kostet. Dazu kommen diverse Ausgaben für Baugebiete, Wasser- und Abwasserversorgung oder auch den Straßenausbau, was rund 500000 Euro ausmacht. Ausstehend ist außerdem die Umgestaltung der Friedhöfe. „Hier wollen wir endlich vorankommen und in diesem Jahr ein Gesamtkonzept präsentieren“, sagte Bürgermeisterin Miriam Gruß. 225000 Euro sind hierfür vorgesehen.

Das Großprojekt Kläranlage muss kürzertreten

Ein Großprojekt muss heuer kürzertreten. Die geplante Ertüchtigung der Kläranlage kostet voraussichtlich rund elf Millionen Euro. Im diesjährigen Haushalt ist lediglich Platz für 150000 Euro Planungskosten. Wie berichtet, möchte sich die Stadt stattdessen zunächst auf das Feuerwehrgerätehaus konzentrieren.

Die vorhandenen Ausgaben würden selbst einen „normalen“ Haushalt belasten. Da heuer unter anderem noch die außergewöhnlich hohe Kreisumlage dazukommt, muss die Stadt an die Ersparnisse gehen. Gut vier Millionen Euro entnimmt sie den Rücklagen. Dank der rosigen Vorjahre ist dies gut möglich, es dürften über acht Millionen Euro Puffer bleiben. Nötig ist außerdem eine Kreditaufnahme von rund 3,5 Millionen Euro. Einnahmen werden unter anderem generiert durch Bauplatzverkäufe, Zuschüsse, Fördermittel oder auch Beiträge. Zudem rechnet Kämmerer Alexander Winkler mit etwa sechs Millionen Euro Gewerbesteuer, eineinhalb mehr als im Vorjahr.

Bürgermeisterin Gruß übt Kritik an "Wahlgeschenken"

Bürgermeisterin Miriam Gruß dankte, wie alle Fraktionsvorsitzenden, Winkler und seinen Mitarbeitern für die „ausgezeichnete“ Zusammenarbeit. Sie sei zuversichtlich, die Stadt mit diesem Haushalt „fit für die Zukunft zu machen“ – auch wenn Belastungen wie die Kreisumlage es nicht einfach machen würden. Kritik übte sie an „Wahlgeschenken“ der Landesregierung, wie etwa den weggefallenen Straßenausbeiträgen. „Das müssen die Kommunen nun tragen.“ (mit pm)

Lesen Sie hier einen Kommentar zum Haushalt in Gundelfingen: Haushalt: Zum Glück hat Gundelfingen vorgesorgt

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