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Dillingen

13.08.2018

Achtung: Jahrhundertprojekt Dillinger Mittelschule!

Hier, am Bildrand links unten, entsteht der neue Klassentrakt der Josef-Anton-Schneller-Mittelschule. In der Farbgebung soll sich die Fassade an der sanierten Mittelschul-Turnhalle (links) orientieren.

Stadträte treiben die Planung des Neubaus der Dillinger Mittelschule voran. Einer moniert, dass eine 23-Millionen-Euro-Investition „müde durchgewunken“ werde.

Es war ein Grund, warum der Hauptverwaltungsausschuss des Dillinger Stadtrats am Montagabend in den Ferien seine Arbeit aufgenommen hat: Die Stadt will keine Zeit bei der Planung des Neubaus der Josef-Anton-Schneller-Mittelschule verlieren. Deshalb hat der Ferienausschuss jetzt die Entwurfsplanung inklusive der Kostenberechnung abgesegnet. Dillingen muss hier bekanntlich eine Mega-Investition stemmen. 23,2 Millionen Euro wird die neue Mittelschule kosten, hat Projektsteuerer Patrick Brummer ausgerechnet. Der Eigenanteil der Stadt Dillingen liegt laut Schätzung bei 16,3 Millionen Euro.

Nach der Juli-Sitzung hatte es nochmals einen Termin mit der Schulleitung gegeben. Und es bleibt dabei: Die hohen seitliche Öffnungsflügel an der Verglasung der Fassade müssen mit Absperrgittern (französischen Balkonen) bis zu einer Höhe von 1,70 Metern gesichert werden, damit kein Schüler von der 50 Zentimeter hohen Brüstung im Klassenzimmer durch das geöffnete, etwa 50 Zentimeter breite Lüftungsfenster fallen kann. Auch an der Farbgestaltung mit grün-gelben Tönen und dunklen Faserzementplatten im Erdgeschoss, wie sie Planer Günther Baumann (Köhler Architekten) vorgestellt hatte, wird nicht mehr gerüttelt. Als Ingrid Stanzel (Grüne) sagte, dass die Grautöne im Erdgeschoss vielleicht etwas trist seien, wies Oberbürgermeister Frank Kunz (CSU) darauf hin, dass dies alles im Stadtrat und mit der Schulleitung so abgestimmt worden sei.

Mehrkosten von 900000 Euro wären
beim Erhalt des Kellers entstanden

Die Planer hatten den Prüfauftrag, ob der bestehende Kellertrakt der alten Mittelschule weiterverwendet werden könnte. Dies hätte aber Mehrkosten von etwa 900000 Euro zur Folge, informierte Brummer. Der Grund: Die Wände und Decken, die bisher Innenbauteile sind, müssten aufgerüstet werden. Zusätzliche Leitungen (Heizung, Sanitär, Lüftung und Elektro) müssten verlegt werden. Der geplante Allwetterplatz könnte nicht an der geplanten Stelle verwirklicht werden, da die erforderliche Aufbauhöhe mit der Decke des Kellers kollidieren würde.

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Brummer riet vom Erhalt des Kellertrakts ab, denn dies würde die vom Stadtrat beschlossene Kostenobergrenze erheblich überschreiten. In der Aussprache war der Erhalt des Theater- und Fahrradkellers dann auch schnell erledigt. Umlandfraktionschef Josef Kreuzer sagte: „Wir wären ja hirnverbrannt, wenn wir eine 900000 Euro teurere Lösung favorisieren würden.“

Albrecht Witte
löst Verwunderung aus

Verwunderung löste schließlich Albrecht Witte (SPD) bei seinen Ratskollegen aus. Der Dillinger Stadtrat sei schon ein „eigenartiger Haufen“. Witte meinte damit, dass das „Jahrhundertprojekt“ Mittelschul-Neubau zu wenig gewürdigt werde. Im Ferienausschuss werde ein 23-Millionen-Euro-Projekt „müde durchgewunken“. Der Sozialdemokrat befürchtete, dass viele Bürger das im Urlaub gar nicht mitbekommen werden. „Wir hätten das nach den Ferien beschließen können. Schade, dass das so läuft“, sagte Witte.

Verständnis erntete der SPD-Stadtrat dabei bei seinen Kollegen nicht. Es sei immer wieder in den zurückliegenden Sitzungen betont worden, wie wichtig dieses Projekt für Dillingen sei, meinten Kunz und Kreuzer. Der Ferienausschuss tage, damit das Projekt im zeitlich vorgesehenen Rahmen bleibe, sagte Kreuzer.

Der Ausschuss beschloss schließlich alle Punkte einstimmig – das Fassadenkonzept, die Außengestaltung ohne Erhalt des Kellers und die Freigabe der Entwurfsplanung mit einer Kostenobergrenze von 23,2 Millionen Euro. Zudem beauftragten die Stadträte die Planer damit, eine Genehmigungsplanung auszuarbeiten. Im März 2019 soll der Neubau der Dillinger Mittelschule beginnen.

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