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Allergien

11.07.2013

Achtung vor giftigen Raupen des Eichenprozessionsspinners!

Der Eichenprozessionsspinner tritt im Landkreis Dillingen zwar nicht verstärkt, aber an neu entdeckten Stellen auf. Vor der Berührung der Raupen und ihrer Gespinste wird dringend gewarnt.
Bild: Dunzinger

Die giftigen Raupen des Eichenprozessionsspinners breiten sich immer weiter aus. Der Schädling tritt an Stellen auf, wo er bisher nicht entdeckt worden war.

Manfred Herian, Kreisfachberater für Gartenbau, hat sich kaum von den Strapazen der Rosenschau in seinem Heimatdorf Unterliezheim erholt, da muss er sich schon wieder um andere Probleme kümmern. Der Eichenprozessionsspinner macht ihm erneut Sorgen. Zwar wurde die Population durch den langen, kalten Winter etwas dezimiert, doch trat der überaus giftige Schädling dafür an Stellen auf, wo er bisher nicht entdeckt worden war. Herian: „Es gibt die Tiere derzeit nicht so massenhaft, dafür aber an weiteren, bisher nicht bekannten Stellen.“

Seit Beginn der 90er Jahre sucht der Forstschädling, der Eichen und Weißbuchen befällt, viele Regionen heim und ist zwischenzeitlich in zahlreichen Landkreisen von Bayern verbreitet. Nachdem die Raupen gefährliche Brennhaare ausbilden, rät das Landratsamt in nächster Zeit zu besonderer Vorsicht. Die Falter sind unscheinbar grau gefärbt mit schwach ausgeprägten dunkleren Querlinien. Sie können weit fliegen und werden durch Lichtquellen im Siedlungsbereich angelockt.

Gefährliche Brennhaare der Raupen

Beim Eichenprozessionsspinner handelt es sich um einen Nachtschmetterling, der von Ende Juli bis Anfang September schwärmt. Er neigt besonders in Trockenjahren zu Massenvermehrungen, wobei lichte Eichenwälder, Bestandsränder und Einzelbäume in warmtrockenen Regionen oder Jahren bevorzugt werden. Das Weibchen legt seine Eier an dünnere ein- bis zweijährige Zweige im oberen, möglichst besonnten Kronenbereich größerer Eichen. Die Gelege umfassen durchschnittlich 150 weiße, einen Millimeter große Eier. Mit dem Eichenaustrieb schlüpfen die Raupen. Etwa Mitte Juni bilden die Raupen die gefährlichen Brennhaare aus. Diese sind brüchig, innen hohl, mit Widerhaken versehen und enthalten den Giftstoff Thaumetopoein.

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Die älteren Raupen bilden große, mit Kot und abgestreiften Larvenhäuten gefüllte, bis zu einem Meter lange Gespinstnester an Stämmen und in Astgabelungen. Von hier aus wandern die Raupen zu ihren Fressplätzen, wobei sie Prozessionen in Form von breiten Bändern bilden, die bis zu zehn Meter lang sein können. Die Verpuppung erfolgt Ende Juni/Anfang Juli in dicht aneinandergedrängten Kokons in Gespinstnestern. Die Eichenprozessionsspinner kommen aus den hohen Kronen schrittweise nach unten. Das macht die Gefährdung für Menschen besonders groß, wenn die Raupen bereits etwa Augenhöhe erreichen.

Allergische Reaktionen

Der Eichenprozessionsspinner trägt Gifthaare, die auf der Haut und an den Schleimhäuten toxische und/oder allergische Reaktionen hervorrufen. Die Beschwerden reichen von heftig juckenden Hautausschlägen (Raupendermatitis) bis zu Asthmaanfällen. Nicht nur der direkte Kontakt mit dem Eichenprozessionsspinner ist gesundheitsschädlich. Die Gespinstnester können mehrere Jahre als feste Gebilde erhalten bleiben. Somit können die Gifthärchen mehrere Jahre in der Umwelt intakt bleiben. Gesundheitsprobleme können somit auch außerhalb der Raupenperiode auftreten. Die mikroskopisch kleinen Gifthaare können bis zu 200 Meter weit mit dem Wind getragen werden.

Die Untere Naturschutzbehörde weist ausdrücklich darauf hin, dass die Bekämpfung wegen gesundheitlicher Belastung und spezieller Arbeitstechnik nur von Fachleuten durchzuführen ist. Zur Beratung stehen das Fachpersonal der Unteren Naturschutzbehörde, der Forstverwaltung und der Gesundheitsverwaltung zur Verfügung. Vorkommen des Eichenprozessionsspinners bittet das Landratsamt, der Unteren Naturschutzbehörde (Thomas Fluhry, Telefon 09071/51-182) zu melden. Das Landratsamt übernimmt dann die Koordination eventuell notwendig werdender Schutzmaßnahmen.

An folgenden Stellen tritt der Schädling derzeit neu auf: Nähe des Radweges Schabringen-Mödingen, Auwald an der Donau bei Dillingen am Donauradwanderweg, Privatgärten in Dillingen, Campingplatz Dillingen. (dz)

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