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Kunst

23.04.2018

Aha-Erlebnisse im Höchstädter Schloss

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2 Bilder
Spektakulär war beim Schlössertag am Freitagabend die Lichtershow im Höchstädter Schlosshof.
Bild: Brigitte Bunk

Weil die Schlösserverwaltung das 100-Jährige feiert, durften Besucher kostenlos das Wahrzeichen der Stadt besichtigen. Sie bekommen eine Menge zu sehen

Als ob sie das Empfangskomitee wären, klapperten pünktlich um 14 Uhr am Freitag die Störche. Wer später das Innere des Höchstädter Schlosses erkundete, traf mithilfe der Webcam bald wieder auf den Stolz der Höchstädter Tierliebhaber. Und spätestens beim Durchstöbern der vielen Räume war zu sehen, wie viele Besucher den Tag des offenen Schlosses nutzen. Die bekamen viel zu sehen, denn die Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen bot bei freiem Eintritt ein kurzweiliges Programm, weil sie in diesem Jahr ihren 100. Geburtstag feiert.

Die Eröffnung des Schlössertags wurde von der Flötengruppe Carmina tibiarum unter der Leitung von Marianne Rieder musikalisch gestaltet. Kurz nach dem Sturz von Ludwig III., dem letzten König von Bayern, am 20. November 1918, wurde die königliche Verwaltung in die „Verwaltung des ehemaligen Kronguts“ umgewandelt und 1932 bekam sie ihren heutigen Namen. Bernd Schreiber, Präsident der Schlösserverwaltung, betonte, dass damit das Erbe erhalten und vor Plünderung geschützt werden konnte. Voller Stolz erklärte er: „Heute repräsentieren 45 große Schlösser, Burgen und Residenzen unseren Freistaat in der Welt.“

Die Festrede hielt in Vertretung von Minister Albert Füracker Finanz- und Heimatsekretär Hans Reichhart, der erfreut feststellte: „Wir feiern die Vereinigung von Tradition und Moderne.“ Begeistert zeigte er sich vom Lebensgefühl, das das Höchstädter Schloss ausdrückt. „Jeder verbindet andere Geschichten damit.“ Der eine habe eine Tagung, ein Konzert oder eine Führung besucht, der andere hier geheiratet. Somit sei das Schloss auch ein Teil der Stadt geworden. Grundlage ist, dass diese Besitztümer als unveräußerliches Staatsgut erklärt wurden und somit für die Bevölkerung erhalten bleiben.

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Landtagsabgeordneter Georg Winter kennt das Höchstädter Schloss noch aus Zeiten, als es ein Altenheim war und danach „im Dornröschenschlaf versank“. Seit 1979 gehört es der Bayerischen Schlösserverwaltung und seit 2002 gehen Besucher aus und ein. Winter weiß: „Nur junge Menschen, die es erleben, werden später als Steuerzahler Verständnis dafür haben.“ Der Tipp von Staatssekretär Reichhart: „Es lohnt sich, jeden Tag vorbeizukommen und zu schauen, was geboten ist.“ Zum Beispiel, um durch den Innenhof zu schlendern, sich ins Café setzen und eine Ausstellung zu besuchen.

Nachdem sich der prominente Gast aus Jettingen-Scheppach (Kreis Günzburg) ins Goldene Buch des Schlosses und der Stadt eingetragen hatte, nutzt Schlossverwalter Anton Wiedemann die Gelegenheit, den Verantwortlichen aufzuzeigen, wie sich anstehende Entscheidungen auf die Nutzung des Schlosses auswirken.

Die Blicke der Besucher ziehen allerdings andere auf sich. Michaela und Leo Thomas sind in mittelalterlichen Gewändern unterwegs. Die Vorsitzende des Historischen Vereins Höchstädt repräsentiert Herzogin Anna, die von 1615 bis 1632 als Witwe hier gewohnt hat, ihr Mann den Erbauer des Schlosses, Herzog Philipp Ludwig.

Wie die Besucher bei der Führung mit Dr. Margit Vonhof-Habermayr erfahren, wurde das Höchstädter Schloss schon zu dessen Lebzeiten bei der Jagd genutzt. Der Vierte in historischem Gewand, Dr. Arnold Schromm, ist als preußischer Soldat im Jahre 1704 unterwegs. Er lädt später zum Vortrag ein.

Die Besucher freuen sich über die Gelegenheit, das Schloss erkunden zu können. Wolfgang und Michaela Strobel aus Nordheim sind mit ihrer sechsjährigen Tochter da, die viel Spaß beim Kinderprogramm hat. „Wir werden sicher noch mal kommen“, sagen sie, dann mit Elisabeths großem Bruder. Helga Hornung-Dietrich aus Wertingen gefällt das imposante geschichtsträchtige Gebäude. Ihr Mann Norman Dietrich findet: „Die Darstellung der Schlacht von 1704 ist besonders toll gemacht.“ Dass der Tag viel zu kurz ist, um alles anzuschauen, sind sich Rudolf und Renate Wachinger aus Amerdingen einig.

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