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Bürgerversammlung

17.07.2018

Aislingen – ein Sanierungsfall?

Der Markt Aislingen bewirbt sich für das Landesprogramm zur Ortskernsanierung. 2019 soll es losgehen – dieses Jahr muss ein Konzept erstellt werden. Derzeit wird die Kapelle St. Margareta saniert. Dies ist kein Teil der Ortskernsanierung.
Bild: Jonas Voss

Der Markt diskutiert Pläne für die Ortskernsanierung. Die soll 2019 starten und kann Bürgern große Steuervorteile bringen.

Verödeter Ortskern, keine Einkaufsmöglichkeit, kein Treffpunkt; verfallene Häuser, wohin das Auge blickt. Trister Alltag in so mancher bayerischen Gemeinde – in Aislingen ist das nicht der Fall. Noch nicht. Und damit das so bleibt, haben der Gemeinderat und Bürgermeister Jürgen Kopriva beschlossen, sich für das Förderprojekt zur Ortskernsanierung der Regierung von Schwaben anzumelden. Im Rahmen dieses Programms können Bürger teils erhebliche steuerliche Vorteile genießen, wenn sie bestimmte Objekte sanieren. 2019 soll es losgehen, dieses Jahr werden Ideen gesammelt und ein Konzept erstellt. Im Zuge dessen fand jetzt eine Bürgerversammlung statt. Dort referierten zwei Experten zum Thema Ortskernsanierung.

In ihrem Vortrag sprach Architektin Susanne Moser-Knoll über die „Stärken“ und „Schwächen“ der Gemeinde hinsichtlich des Programms. „Verglichen mit anderen Gemeinden gibt es überdurchschnittlich viel Leerstand“, sagte Moser-Knoll. Die Ortseingänge müssten verkehrssicher gestaltet werden, aktuell seien sie kaum erkennbar und damit gefährlich. Außerdem bräuchte es barrierefreie Bushaltestellen, einen behindertengerechten Zugang zum Friedhof und eine barrierefreie öffentliche Toilette. Das seien wohl die Hauptprobleme, sagte die Expertin. Positiv seien der geschlossene Straßenraum im Altort, neu gestaltete Straßen und die Möglichkeiten zur Nachverdichtung im Inneren. „Mir ist bewusst, dass es für all die Änderungen Jahre braucht, aber dafür ist das Programm schließlich ausgelegt“, erläuterte die Architektin.

Sie wolle im Zuge der Ortskernsanierung die Ansiedlung von Dienstleistern und Einzelhandel fördern, die Mischform der Gebäudenutzung beibehalten und den Alt-ort für alle Altersgruppen attraktiv machen. Es gibt aber noch etliche weitere Ziele, die auf der Versammlung vorgestellt wurden. Kopriva sagte, er freue sich natürlich am meisten über die Stärken-Karte. Aber: „Ein neutrales Auge tut uns gut – da können wir viele Jahre an den Schwächen arbeiten.“

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Im zweiten Vortrag referierte Architekt Gunther Wild, Geschäftsführer der Städtebau Kommunalberatung, über die finanziellen Aspekte der Ortskernsanierung. Sollte die Marktgemeinde die Einwilligung der Regierung von Schwaben erhalten, müsse der Bürgermeister jedes Jahr seine Bedarfsmitteilung an die Regierung richten. „Ich denke, bis zum Jahresende haben wir ein tragfähiges Konzept zur Ortskernsanierung“, sagte Wild. Die Behebung der „Missstände“ könne aber Jahrzehnte dauern. Primär gehe es darum, Flächen-Recycling zu betreiben. Brachflächen sollen beseitigt werden.

Wenn Bürger im Sanierungsgebiet etwas tun wollen, erhalten sie dafür finanzielle Unterstützung durch den Staat. Das kann so weit gehen, dass die Sanierungskosten zu 100 Prozent steuerlich geltend gemacht werden können. „Auf acht Jahre können Sie neun Prozent pro Jahr absetzen, danach sieben Prozent über vier Jahre“, erklärte Wild. Vor Baubeginn müsse eine Vereinbarung mit dem Markt Aislingen geschlossen werden. Für die 100-Prozent-Förderung sei eine vollständige und umfassende Sanierung die Voraussetzung.

Bei wirtschaftlicher Nutzung gebe es keine Fördergelder. Neben diesem Programm gibt es noch ein „Fassadenprogramm“, welches alles rund um die Gebäudeaußenhülle fördert – allerdings zu weit weniger als 100 Prozent. Und ein kommunales Fassadenprogramm. Das fördere die technische und gestalterische Aufwertung von Gebäuden in kleinen Teilen. Hierfür wollen die Firmen und die Gemeinde ein Gestaltungshandbuch erstellen, um jedem interessierten Bürger einen Leitfaden an die Hand zu geben.

Da die Gemeinde im Sammeltopf nur eine bestimmte Summe zur Verfügung hat, muss man die Anträge rechtzeitig stellen. Laut Kopriva kann die Gemeinde die „steuerliche Geschichte“ in vielen Fällen mitgehen. Eine Bürgerversammlung im Herbst soll dann ins Detail der Ortskernsanierung gehen.

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