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Landkreis Dillingen

27.02.2020

Aktion: Wie ein dünner Schlauch Leben retten kann

Die Koloskopie (Darmspiegelung) ist schmerzfrei und dauert nur etwa 20 Minuten. Die Darmvorsorge kann Leben retten. Im Bild der Vergleich zwischen einem Koloskop und einer Ein-Cent-Münze.
Bild: Hannes Magerstaedt/Felix-Burda-Stiftung

Der März steht ganz im Zeichen der Darmkrebsvorsorge. Zwei Dillinger Ärzte beteiligen sich an der Aktion. Sie wissen, wie wichtig die Vorsorge in jedem Fall ist.

Darmkrebs gehört mit rund 58000 Neuerkrankungen im Jahr zu den am häufigsten diagnostizierten Krebsarten. Jährlich sterben in Deutschland etwa 24000 Menschen an der Krankheit. Diese Zahl könnte man drastisch verringern. Das sagen auch die Darmspezialisten Dr. Karl-Heinz Kastner und Dr. Alexander König aus Dillingen. „Die Darmspiegelung ist das beste Vorsorgeinstrument“, erklären die Experten mit Blick auf die vielen Vorsorgemöglichkeiten. Damit, so fügt Dr. Kastner an, könnte man Darmkrebs nicht nur frühzeitig erkennen, sondern sogar verhindern.

Darmkrebs: Bewusstsein für Erkrankung gestiegen

Im Kreis Dillingen sei das Bewusstsein für die Erkrankung und die Akzeptanz der Vorsorge gestiegen. „Man muss nicht mehr so viel Überzeugungsarbeit leisten“, sagt. Dr. Kastner. Wie wichtig die Vorsorge ist, erklärt er an einem Beispiel: „Wenn 100 Patienten, die keine Probleme und keine Beschwerden haben, untersucht werden, finden wir bei zwei bis drei eine Krebserkrankung – und bei vielen anderen Vorstufen davon – darum geht es ja auch“, erklärt der Experte. Vorboten für Darmkrebs , sogenannte Polypen, seien gutartig und können operativ entfernt werden – dann sei man geheilt. „Zeit fürs Wesentliche“, so lautet das Motto der diesjährigen Darmkrebsvorsorge-Kampagne „ Deutschland gegen Darmkrebs “.

Breite Informationskampagne

Im Darmkrebs-Vorsorgemonat März appellieren viele Mediziner verstärkt an die Bevölkerung, sich diese Zeit fürs Wesentliche zu nehmen und die angebotenen Möglichkeiten zur Darmkrebsvorsorge besser zu nutzen. Die beiden Dillinger Fachärzte gehören zu den rund 2400 Fachärzten in Deutschland , die eine Vorsorge-Darmspiegelung durchführen dürfen und sind Teilnehmer an der Aktion „ Deutschland gegen Darmkrebs “, die im Darmkrebsmonat März laut Pressemitteilung mit einer breiten Informationskampagne über Möglichkeiten der Darmkrebsvorsorge aufklären möchte. Bundesweit machen bei der Kampagne mehr als 5000 Arztpraxen, Apotheken und sämtliche Reformhäuser mit. In den kommenden Wochen werden mehrere hunderttausend Infoflyer verteilt und in den Auslagestellen vor Ort wird zum Thema Darmkrebs beraten. Ziel ist es, möglichst viele Menschen dazu zu bewegen, die Vorsorgemöglichkeiten in Anspruch zu nehmen und somit das eigene Leben möglichst zu verlängern.

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Öffentliche Aufmerksamkeit gestiegen

Zwar ist die öffentliche Aufmerksamkeit für die Bedeutung einer effizienten Darmkrebs-Früherkennung in den vergangenen Jahren gestiegen, sagt Felix Rotaru , Projektleiter der Aktion „ Deutschland gegen Darmkrebs “. Allerdings sei weitere Aufklärung nötig, um auch nachhaltige Erfolge zu erreichen. Rotaru möchte vor allem mit dem Mythos der schmerzbehafteten Untersuchung aufräumen: „Eine Darmspiegelung ist heutzutage in der Regel schmerzfrei und dauert nur etwa 20 Minuten“. Auf Wunsch kann vor der Untersuchung eine Beruhigungsspritze gegeben werden. Dann „verschläft“ man sogar die komplette Prozedur. Der leere Darm wird dabei mit einem dünnen, flexiblen Schlauchsystem (Koloskop) untersucht. An der Spitze befindet sich eine hochempfindliche Videokamera, die Bilder aus dem Darminneren auf einen Monitor liefert. Der Arzt kann so die gesamte Darmwand beurteilen. Die Kosten werden bei Männern ab 50 Jahren und bei Frauen ab 55 Jahren von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen, bei einer familiären Vorbelastung sogar noch früher.

Hier gibt es weitere Infos

Weiterführende Informationen und das einzige bundesweite Verzeichnis von Fachärzten zum Thema Darmkrebs gibt es auf der Webseite www.darmspezialisten.de. Anhand einer Landkreissuche können sich Patienten dort ganz bequem die Spezialisten in ihrem Landkreis mit der Genehmigung zur Durchführung der Vorsorgedarmspiegelung anzeigen lassen. Auf dem Portal sind zudem etwa 2000 Adressen von Chirurgen, Onkologen und Strahlentherapeuten gelistet, womit für Patienten auch eine erste Orientierung zum Thema „Behandlung von Darmkrebs “ angeboten wird. (corh, pm)

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