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Dillingen

16.07.2020

Alle Coronatests negativ: Dillinger Kindergarten ist wieder auf

Die fünfjährige Emilia darf seit Donnerstag wieder in den St.-Josef-Kindergarten in Dillingen gehen. Nach dem Covid-19-Fall einer Person aus dem Mitarbeiterteam sind alle Testungen – auch bei den Kindern – negativ ausgefallen. Darüber freut sich auf dem Bild auch Erzieherin Nathalie Feil.
Bild: Silvia Schmid

Plus Nach dem bestätigten Covid-19-Fall in der Dillinger St.-Josef-Einrichtung kehrt wieder Alltag ein. Alle freuen sich – es gibt aber auch Kritik von Eltern.

Die Erleichterung ist groß. Bei den Erzieherinnen, den Eltern und den Kindern. Seit Mittwochnachmittag ist klar: Im Kindergarten St. Josef hat sich im Zusammenhang mit dem bestätigten Covid-19-Fall einer Person aus dem Mitarbeiterteam keine weitere Erkrankung ergeben. Wie berichtet, sind alle der rund 220 im Gesundheitsamt durchgeführten Testungen der Kinder und des Personals nach den Laborbefunden negativ. Deshalb konnte die größte Dillinger Kindertageseinrichtung auch schon am Donnerstag sofort wieder in den Regelbetrieb einsteigen.

St. Josef: Seit Donnerstag ist Kindergarten wieder auf

Das freut nicht nur die vielen Buben und Mädchen, sondern vor allem die Eltern – im doppelten Sinn. Einerseits ist die Betreuung wieder gesichert, andererseits gibt es die Gewissheit, dass das eigene Kind Stand heute nicht an Corona erkrankt ist. Eine betroffene Mami ist Carolin Kufeldt aus Lutzingen. Ihre dreijährige Tochter Johanna geht in die St.-Josef-Kita und wurde am Montag getestet. „Das ist wirklich supergut abgelaufen. Die Mitarbeiter waren sehr nett und haben ihr alles genau erklärt“, schildert sie. Ihre Tochter, wie auch alle anderen Betroffenen, wurden in einer Station am ehemaligen Standort des Gesundheitsamtes in der Weberstraße getestet. Alle haben über das vergangene Wochenende Termine vom Dillinger Gesundheitsamt zugeteilt bekommen. „Es war für das Kind überhaupt nicht schlimm“, erzählt die Mama.

Bis das negative Ergebnis offiziell bekannt war, ist die Lutzinger Familie zu Hause geblieben. Die Mama bat bei ihrem Arbeitgeber um freie Tage, sie hat dafür ihre Überstunden genutzt. Am Donnerstag musste sie wieder gehen, der Papa hatte noch freigenommen – vorsorglich. „Wir haben vom Kindergarten keine offizielle Ansage bekommen, wie wir uns verhalten sollen. Das ist sehr schade“, sagt Carolin Kufeldt. Einzig über eine Whatsapp-Nachricht des Elternbeirats sei auch sie am Samstag informiert worden, dass es in der Einrichtung einen Corona-Fall gebe. „Wir hätten uns schon gewünscht, dass vonseiten des Kindergartens irgendeine Information kommt, wie es weitergeht“, so die Lutzingerin.

Coronatest beim Hausarzt

So habe die kleine Familie auf eigene Faust beschlossen, das Haus nicht mehr zu verlassen. „Wir konnten das Ausmaß nicht abschätzen. Wir hatten Angst, dass sich viele infiziert haben und es sogar dadurch zu einem Lockdown im Landkreis kommen könnte. Im Kindergarten ist ein Kommen und Gehen.“ Umso erleichterter und glücklicher sei sie über die negativen Ergebnisse. Dennoch sei es ein wichtiger Fingerzeig gewesen. „Auch wenn wir im Landkreis Dillingen noch verhältnismäßig gut weggekommen sind, dürfen wir das Virus nicht auf die leichte Schulter nehmen. Wir müssen echt aufpassen“, sagt Carolin Kufeldt.

Ähnlich schildert Silvia Schmid die Situation. Auch ihre fünfjährige Tochter Emilia geht in den Kindergarten St. Josef in Dillingen, auch Emilia ist auf Covid-19 getestet worden – negativ. „Von der Nachricht bis zum Ergebnis hat man definitiv ein unruhiges Gefühl. Wir haben sofort überlegt, wo wir die letzten Tage waren und mit wem wir Kontakt hatten“, berichtet die Dillingerin.

In den vergangenen Wochen habe man sich im Landkreis so sicher gefühlt, das Virus sei gefühlt weit weg gewesen. „Auf einen Schlag war es wieder ganz nah und man wurde daran erinnert, dass es das eben noch nicht war“, so Schmid weiter. Auch ein Grund, warum ihr Mann sich freiwillig bei seinem Hausarzt hat testen lassen. Und dieser Test sei laut Silvia Schmid „wesentlich unangenehmer“ gewesen als bei ihrer Tochter. Sie betont wie Mama Carolin Kufeldt, dass der Ablauf mit den Kindern unkompliziert und ohne Aufregung geklappt habe. Das bestätigt Dr. Manuela Michl vom Dillinger Gesundheitsamt. Sie sagt: „Aus unserer Sicht sind die Testungen sehr gut verlaufen. Die Kinder waren gut von den Eltern vorbereitet, die meisten wussten Bescheid, was gemacht wird und wie. Es gab natürlich auch Kinder, die geweint haben. Diese konnten allerdings meist sehr schnell wieder beruhigt werden. Nur durch die hervorragende und geordnete Zusammenarbeit mit den Eltern konnten die Abstriche zügig in dieser kurzen Zeit durchgeführt werden.“

Kommunikation sei sehr schlecht gewesen

Für Aufregung bei den Eltern hätten dagegen die fehlenden Informationen seitens des Kindergartens gesorgt. Auch Silvia Schmid sagt, dass „alle ein wenig in der Luft hingen“ und die Kommunikation „unterirdisch“ gewesen sei. Alle Mamis und Papis haben in der Kita für Notfälle Telefonnummern hinterlegt. Einen Anruf habe auch sie nicht erhalten. So seien zusätzlich unnötig viele Gerüchte entstanden.

Für Silvia Schmid persönlich sei die Situation trotzdem gut zu bewältigen gewesen, sie konnte problemlos auf Homeoffice umstellen. Zudem hat Tochter Emilia ältere Geschwister, die bei der Betreuung mitgeholfen haben. Trotzdem freuen sich auch die Schmids sehr, dass der Kindergarten wieder aufhat. Emilia ist gleich am Donnerstag wieder zurück in die Mondgruppe gegangen. „So schnell haben wir gar nicht damit gerechnet, aber es ist schön“, sagt die Mama. Und die vielen Hygieneregeln kennen die Kleinen schon längst. Die werden laut Silvia Schmid in der St.-Josef-Einrichtung „sehr streng eingehalten“. Sie bringt ihre Tochter sogar über eine Außentreppe und einen Balkon ins Gebäude – mit Maske, ohne Kontakt zu anderen Gruppen oder Eltern. Mehr sei kaum möglich. „Deshalb bin ich echt gespannt, wie es im Herbst abläuft, wenn die Schnupfenzeit erst losgeht. Vor allem im Kindergarten“, so Schmid.

Wann macht bei Kindern ein Covid-19-Test Sinn?

Laut Michl vom Gesundheitsamt hätten die Einrichtungen klare Vorgaben im Rahmen eines Hygieneplans. So heißt es unter anderem, dass Kinder mit Symptomen einer „akut übertragbaren Erkrankung“ nicht betreut werden dürfen. Eltern müssten auf eine umgehende ärztliche Abklärung hingewiesen werden. „Der von den Eltern hinzugezogene Arzt entscheidet dann, ob aufgrund der Symptomatik eine Testung auf SARS-CoV-2 angezeigt ist“, so Michl weiter.

Sinnvoll sei ein Corona-Test laut Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts auch, wenn das Kind engen Kontakt zu einer positiv auf Covid-19 getesteten Person hatte und mit Covid-19 vereinbare Symptome zeigt. Alle Testungen, auch bei den Buben und Mädchen der St.-Josef-Einrichtung, erfolgen über einen Rachenabstrich. Michl: „Ein Abstrich von der Backe würde nicht ausreichen, weil hier nicht genug Virusmaterial gewonnen werden kann.“

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