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Landkreis Dillingen

23.05.2019

Alle Infos zur Europawahl im Landkreis Dillingen

So ähnlich wird das auch am Sonntag wieder aussehen – das Foto entstand bei der Auszählung der Europawahl in Dillingen 2014. Im Bild sind Hubert Preiß (links) und Gerhard Rabe.
Bild: Karl Aumiller (Archivfoto)

Die Wahlhelfer stehen in den Startlöchern, das Interesse an der Briefwahl ist gestiegen. 2014 war die Beteiligung an der Europawahl im Kreis aber nicht besonders groß.

Europa wählt. Im Landkreis Dillingen sind etwa 72.500 Frauen und Männer aufgerufen, am Sonntag über die Zusammensetzung des Europäischen Parlaments abzustimmen.

Die Europawahl 2019 findet am Sonntag, 26. Mai, statt. Zwischen 8 und 18 Uhr können die Bürger in einem der 108 Wahllokale ihr Kreuz machen – und es ist wirklich nur ein einziges Kreuz, das die Wähler auf dem überdimensionalen Zettel mit 40 zur Wahl stehenden Parteien hinterlassen dürfen. Es wird also schnell gewählt und vermutlich auch schnell ausgezählt. Im Landkreis übernehmen das etwa 1100 Wahlhelfer, die ehrenamtlich in den Wahlbüros arbeiten.

Eine Besonderheit der Europawahl ist, dass auch ausländische EU-Bürger, die im Landkreis leben, hier wählen dürfen. Unionsbürger aus anderen Mitgliedsstaaten können entweder in ihrem Herkunftsland oder an ihrem Wohnsitz im Landkreis teilnehmen. Wer von ihnen sein Kreuz in der Region machen will, muss sich in das Wählerverzeichnis seiner Kommune eintragen lassen.

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Bereits 14.500 Briefwahlunterlagen wurden versandt

Bereits ausgegeben sind die Unterlagen für den Antrag auf Briefwahl. Und das Interesse, auf diese Art sein Kreuz abzugeben, steigt. So sind im Landkreis Dillingen nach Auskunft des Landratsamtes bereits 14.500 Briefwahlunterlagen versandt worden. Das sind etwa 20 Prozent der Wahlberechtigten.

Spannend wird, ob sich an der diesjährigen Wahl mehr Menschen beteiligen als vor fünf Jahren. Denn über eines waren sich bei der Europawahl 2014 Politiker fast aller Parteien einig: Die Wahlbeteiligung war enttäuschend. Gerade einmal 36,64 Prozent machten von ihrem Wahlrecht gebrauch. Die Wahlbeteiligung war nicht nur im Vergleich zu 2009 gesunken (40,64 Prozent), sondern sie lag auch unter den bayern- und deutschlandweiten Werten.

So lief die Europawahl 2014 im Landkreis Dillingen

Bei der CSU war am Abend des 25. Mai 2014 aber nur einer der Gründe für schlechte Stimmung – obwohl fast die Hälfte der Wähler im Kreis ihre Stimme der CSU gegeben hatte. Trotzdem bezeichnete Kreisvorsitzender Georg Winter das Ergebnis als enttäuschend. Denn 48,42 Prozent bedeuteten auch, dass seine Partei im Kreis mehr als zehn Punkte zur Wahl 2009 eingebüßt hatte. 2009 hatte die CSU noch 58,46 Prozent der Stimmen erhalten.

Ganz anders war da die Lage bei der SPD. Die hatten ihr Ergebnis von 2009 (8,98 Prozent) erheblich verbessern können: 14,24 Prozent der Wähler im Kreis gaben den Genossen ihre Stimme, deren Spitzenkandidat der spätere Bundeskanzlerkandidat Martin Schulz war. Kreisvorsitzender Dietmar Bulling sagte damals zu unserer Zeitung „Wir freuen uns natürlich über das Ergebnis“ und lobte den starken Wahlkampf seiner Partei.

 

Auf dem dritten Rang in der Region landeten 2014 die Grünen, mit 7,9 Prozent. Damit konnte sich die Partei um knapp ein Prozent verbessern – das war gegenläufig zur bundesweiten Entwicklung. Dort verloren die Grünen 1,4 Prozent und durften mit 10,7 Prozent der Stimmen letztendlich nur noch elf statt 14 Abgeordnete nach Brüssel entsenden.

Im Kreis aber landeten die Grünen denkbar knapp vor einer Partei, die zum ersten Mal bei Europawahl antrat. Das war die AfD, die sich über ihre 7,82 Prozent freute. Der damalige Kreisvorsitzende, Josef Bäuml, lobte den Wahlkampf seiner Parteifreunde und erklärte, dass man nun weitere Mitglieder gewinnen wolle.

Kurz dahinter landeten die Freien Wähler – mit 7,3 Prozent, nach 6,97 Prozent im Jahr 2009. Die FW im Landkreis hatten aber noch einen anderen Grund zur Freude: Ulrike Müller aus dem Allgäu schaffte es ins Europaparlament – damit wurde ein Platz in der FW-Landtagsfraktion frei. Der ging an den Biberbacher Johann Häusler – so gewann der Landkreis am Tag der Europawahl einen Landtagsabgeordneten.

Die FDP landete 2014 hinter den Republikanern

Ein ganz bitterer Abend war der 25. Mai 2014 hingegen für die FDP. Im Landkreis Dillingen entfielen nur noch 2,65 Prozent der Stimmen für die Liberalen, fünf Jahre zuvor waren es 7,86 Prozent gewesen. Damit lag die FDP 2014 im Kreis hinter den Republikanern, die ihr Ergebnis auf 2,9 Prozent steigern konnten (2009 waren es 2,55 Prozent).

Die Linke erreichte 2014 1,83 Prozent (2009: 1,65), die ÖDP 1,27 Prozent (2009: 0,96), die Bayernpartei 1,34 Prozent (2009: 0,98), die Piraten 0,72 Prozent (2009: 0,54). Die NPD war 2009 nicht angetreten und erreichte 2014 0,88 Prozent im Landkreis. Alle anderen Parteien kamen zusammen auf 2,75 Prozent.

In unserer Europa-Serie haben wir verschiedene Beispiele vorgestellt, wie die EU Projekte in unserem Landkreis unterstützt. Was die EU für jeden einzelnen Bürger tut, kann man selbst mit ein paar Klicks herausfinden. Auf einer Internetseite wurden Förderprojekte, Rechte und Freiheiten gelistet und politische Errungenschaften dargelegt. Das findet man auf der Seite what-europe-does-for-me.eu. (mit fene, pm)

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