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Dillingen

14.07.2020

Alpenverein: Dillinger Sektion trauert um Otto Kummer

Bild: Aumiller

Der Ehrenvorsitzende ist im Alter von 85 Jahren verstorben. Er hinterlässt tiefe Spuren.

Die Sektion Dillingen des Deutschen Alpenvereins (DAV) trauert um ihren Ehrenvorsitzenden Otto Kummer. Er ist im Alter von 85 Jahren verstorben. Kummer und der Alpenverein – das gehört im Landkreis Dillingen untrennbar zusammen. Der Verstorbene hat in der Sektion seine Spuren hinterlassen. Sein Fußabdruck ist groß – aber nicht im Sinne der heutigen umweltschädigenden Hinterlassenschaften, wie die Vereinsmitglieder in ihrem Nachruf schreiben. Sondern: „Bei Otto diente alles dem Wohle des Vereins und seiner Mitglieder.“

Mehrtägige Radtouren organisiert

Seit seinem Eintritt in die Sektion erscheint sein Name in den Aufzeichnungen. Zuerst engagierte er sich zusammen mit seiner Frau für die Einrichtung eines behaglichen Jugendheims im evangelischen Gemeindehaus. In den 80er Jahren organisierte er zahlreiche mehrtägige Radtouren. Legendär und für viele unvergessen ist der Rennsteig-Radwanderweg, der kurz nach der Grenzöffnung für viele Überraschungen und Abenteuer sorgte.

Ab 1982 übernahm er die Funktion des Wegewartes im Wegegebiet in der Vilsalpgruppe in den Tannheimer Bergen. Zusammen mit seiner Familie und Freunden verwandelte er die einfache Arbeitshütte, die Höflishütte, in ein gemütliches Berghaus, wo sich die Wegebau-Arbeitsgruppe bis heute wohlfühlen kann. Über 20 Jahre lang hat er dort vorbildlich mit seinen Helfern die Bergwege instand gehalten. In Tausenden von Arbeitsstunden hat er Seilsicherungen befestigt, Schäden von Bergstürzen, Lawinen und Überschwemmungen beseitigt, Brücken gebaut und Wege markiert, damit die Bergwanderer sicher unterwegs sein konnten. „Otto war keine Arbeit zu viel oder zu schwer“, schreibt die Sektion.

Sporthalle in der Mittelschule Dillingen

Im Januar 1998 wurde er nach dem plötzlichen Tod des Vorsitzenden Xaver Winter zum Ersten Vorsitzenden der Sektion Dillingen gewählt. Den Posten des Wegewartes führte er bis 2002 weiter. Sein Sohn übernahm von ihm anschließend diese Aufgabe. Kummer konnte sich nun ganz seinen weiteren Plänen widmen. Sofort trieb er mit viel Elan das Hauptanliegen der Jugend, eine eigene Kletteranlage, voran. Nach vielen Verhandlungen, Gesprächen und hartem Einsatz war das große Werk in der Sporthalle der Mittelschule Dillingen im Jahr 2002 geschafft. Die Kletteranlage erfuhr großen Zuspruch und ist bis heute eine der tragenden Säulen des Vereins.


Otto Kummer (†) war Ehrenvorsitzender der Dillinger DAV-Sektion.
Bild: DAV (Archiv)


Aber auch die Aus- und Weiterbildung der Aktiven war für den leidenschaftlichen Wanderer wichtig. So wurde, um den Betrieb an der Kletterwand sicher zu machen, ein Lehrgang zur Ausbildung von Fachübungsleitern „Indoorklettern“ organisiert. Um mit der Zeit zu gehen, gründete man auch eine Mountainbikegruppe. Überhaupt lag ihm die Einbindung der Jugendlichen sehr am Herzen. Die Jugendleiter unterstützte er immer, wenn es möglich war.

Ehrenvorsitzender seit 2008

Nach acht Jahren Tätigkeit als Vorsitzender übergab er 2006 sein Amt an seinen Nachfolger. Über Jahrzehnte hat sich Otto Kummer durch sein überdurchschnittliches Engagement um den Alpenverein verdient gemacht, deshalb wurde er bei der Jahresversammlung 2008 von den Mitgliedern zum Ehrenvorsitzenden gewählt. Auch wenn ihm im Lauf der Jahre körperliche Leiden mehr und mehr zusetzten, so verfolgte er bis zuletzt mit großem Interesse und mit Freude das Vereinsgeschehen. (pm)

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