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Dillingen

15.07.2020

Altenheim Dillingen: Schnell auf Corona reagiert und Glück gehabt

Glück hatte das Heilig-Geist-Stift in Dillingen bisher während der Pandemie. Niemand hat sich mit Covid-19 infiziert. In Zeiten des Besuchsverbots wurde in der Spitalkirche eine Begegnungsmöglichkeit mit Abstand geschaffen. Unser Foto zeigt (von links) Heimleiter Siegfried Huber, Seniorin Waltraud Maier und Pflegedienstleiterin Marina Bolenbach.
Bild: Berthold Veh

Plus Im Dillinger Heilig-Geist-Stift hat sich bisher niemand mit dem Virus infiziert. Leiter Siegfried Huber informiert den Stadtrat über die Schutzmaßnahmen. Es gibt bereits Pläne für die Erweiterung des Pflegeangebots

Corona hat auch das Seniorenheim Heilig-Geist-Stift in Dillingen vor extreme Herausforderungen gestellt. Leiter Siegfried Huber erläuterte den Dillinger Stadträten in der jüngsten Sitzung im Stadtsaal, mit welchen Strategien das Pflegeheim am Stadtberg die Pandemie bisher gemeistert hat.

Bereits im Februar auf Pandemie vorbereitet

Bereits im Februar, also vor dem im März vorgeschriebenen Aufnahmestopp und Betretungsverbot, habe das Heilig-Geist-Stift Gegenmaßnahmen ergriffen, um die Bewohner vor einer Infektion mit dem Coronavirus zu schützen. „Die Mitarbeiter haben die Veränderungen voll mitgetragen und die Anforderungen zuverlässig umgesetzt“, sagte Huber. Isolierbereiche wurden eingerichtet, Schutz- und Hygienekonzepte erstellt, ein Verwaltungsstützpunkt im Speisesaal installiert. Als das anfängliche Besuchsverbot den Senioren und Angehörigen auf die Psyche schlug, reagierten Huber und sein Team. Sie sorgten dafür, dass sich Bewohner und ihre Angehörigen mit Abstand in der Heilig-Geist-Kirche begegnen konnten (wir berichteten).

Abstandsregelungen und Maskenpflicht

Seit Mittwoch sind nun wieder Besuche auf den Zimmern zugelassen, teilte Huber in der Sitzung mit. Zuvor waren bereits weitere Besuchsmöglichkeiten im Bierstüble, der Cafeteria und im Innenhof geschaffen worden. Die Abstandsregeln sowie die Masken- und Registrierungspflicht bleiben bestehen, wie der Heimleiter betonte. Besuchstermine müssen vorher vereinbart werden. Huber wies darauf hin, dass die Vorsichtsmaßnahmen auf den Wirtschaftsplan 2020 schlagen werden. Er könne sich nicht vorstellen, dass die Verluste durch staatliche Zuschüsse ganz ausgeglichen werden.

Weil für Isolier- und Quarantänemaßnahmen Kapazitätsreserven freigehalten werden mussten, konnten 15 der 124 Plätze im Heilig-Geist-Stift nicht belegt werden. Die ausgewiesenen Pandemiebereiche dürften jetzt wieder nachbelegt werden. Dies brauche aber seine Zeit, denn bei Neubelegungen seien Quarantänemaßnahmen erforderlich, informierte Huber. Derzeit seien elf Plätze noch nicht belegt. Der Seniorenheim-Chef zeigte sich erleichtert, dass sich weder Bewohner noch Mitarbeiter mit Covid-19 infiziert hätten.

124 Plätze für Pflegebedürftige in Dillingen

Das Heilig-Geist-Stift bietet 124 Plätze für Pflegebedürftige aller Pflegegrade an. Zehn Plätze waren vor Corona für Kurzzeitpflege vorgesehen, wenn Angehörige beispielsweise in den Urlaub fahren wollen. Sie waren laut Huber vor der Krise ständig belegt. Zudem hielt das Heilig-Geist-Stift vor der Pandemie zehn Tagespflegeplätze vor. Seit März ruhen allerdings beide Bereiche. Weiter verfügt das Stift über eine Seniorenwohnanlage mit 19 Wohnungen, es bietet einen Seniorenmittagstisch an und sorgt auch für das Catering im Kindergarten St. Josef.

In der Dillinger Mozartstraße baut das Rote Kreuz eine neue Tagespflegestätte (wir berichteten), zudem plant dort das Heilig-Geist-Stift barrierefreies Wohnen für Senioren. Huber geht davon aus, dass sich die steigende Nachfrage nach Plätzen im Heilig-Geist-Stift fortsetzen wird. Insbesondere Einzelzimmer seien gefragt, die Nachfrage übersteige das Angebot. „Wenn Covid-19 vorbei ist, wollen wir die Pflegeangebote erweitern“, teilte Huber mit.

Es gibt nach Informationen unserer Zeitung bereits konkrete Überlegungen, wie das Dillinger Spital erweitert werden soll. Details könnten aber erst genannt werden, wenn die Sache spruchreif sei, sagte der Sprecher der Dillinger Stadtverwaltung, Jan Koenen, auf Anfrage.

Lob von Dillingens Oberbürgermeister Frank Kunz

Oberbürgermeister Frank Kunz dankte in der Sitzung den Mitarbeitern des Heilig-Geist-Stifts im Namen des Stadtrats für „die tolle Arbeit“. Das Heim habe nicht nur die vorgelegten Pandemiepläne umgesetzt, sondern selbst „zwei Schippen draufgelegt“, um das Ansteckungsrisiko zu minimieren. „Natürlich braucht es auch Glück, dass sich niemand infiziert“, sagte Kunz. Die Arbeit sei in dieser Zeit für das Personal eine enorme Herausforderung. Auch OB-Stellvertreter Walter Fuchsluger (SPD), das älteste Mitglied des Stadtrats, und Erika Schweizer würdigten „die hervorragende Leistung“, die von den Mitarbeitern erbracht werde.

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