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Höchstädt

28.11.2019

Arbeiten wie die Engländer: Von Höchstädt nach Manchester

Die Berufsschüler Lukas Leger, Luca Loren Feistle, Maria Schöfer und Marina Wiedemann nehmen viele Erfahrungen aus England mit.
Bild: Tanja Ferrari

Plus Für 19 Schüler aus der Höchstädter Berufsschule lauert in der Stadt Crewe bei Manchester der ein oder andere Kulturschock. Welche Erfahrungen sie gemacht haben.

Eigentlich büffeln Luca Loren Feistle, Maria Schöfer und Marina Wiedemann fleißig für ihre Ausbildung zu Kinderpflegerinnen. Vor wenigen Wochen ging es für sie allerdings in das britische Crewe, wo sie gemeinsam mit 16 weiteren Schülern des Höchstädter Berufsschulzentrums zuerst das South Chesire College besuchen durften und anschließend in die englische Arbeitswelt schnuppern konnten. „Mich hat England schon immer fasziniert und die Chance Kultur und Pädagogik vor Ort kennenzulernen war großartig“, sagt die 16-jährige Luca.

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Die Erfahrungen möchte die Auszubildende nicht missen. Einzig beim Flug mischte sich ein traumatisches Erlebnis unter die Erinnerungen. „Auf dem Rückweg gab es richtig schlimme Turbulenzen“, erinnert sie sich. Da sie noch nicht so oft geflogen sei, habe sie dabei ein mulmiges Gefühl gehabt, gibt sie zu. Doch die Strapazen hatten sich gelohnt. Die Städte Manchester, Liverpool und Chester haben die Auszubildende beeindruckt. „So etwas gibt es bei uns auf dem Land nicht“, sagt sie.

Alle Fachrichtungen der Berufsschule dürfen mitfahren

Gärtner, Bäckerinnen, Schülerinnen der Berufsfachschule für Ernährung und Versorgung, Auszubildende aus dem Bereich Gartenlandschaftsbau und Baumschule sowie aus der Umwelttechnik nahmen heuer am neuen Programm der Schule teil.

Bild: Gerhard Weiß

Englischlehrerin Daniela Sailer, die das Austauschprojekt betreut, erklärt: „Wer mitkommen möchte, der kann das tun – unser Ziel ist es, das Angebot für alle zugänglich zu machen.“

Warum das Programm Mut erfordert

Nur trauen müssten sich die Schüler. Gerade an Mut hatte es bei der 16-jährigen Marina gefehlt. „Ich habe mich erst für einen Platz beworben, als meine Lehrerin mir das vorgeschlagen hat“, bemerkt sie. Den Alltag in einem englischen Kindergarten erleben zu dürfen, war für sie eine ganz besondere Erfahrung: „Dort gibt es keine Elternzeit und deshalb sind auch ganz kleine Babys schon untergebracht.“ Dass die Schüler oftmals zu wenig Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten haben, weiß auch Lehrerin Sailer. „Es ist umso schöner, wenn sie dann zurückkommen und stolz auf ihre Ausbildung sind.“

Welche Schwierigkeiten den Schülern begegnet sind

Doch nicht nur die umfänglichen Förderanträge für das Erasmus-Programm stellen eine Hürde dar, auch die Unterlagen, die vorab eingereicht werden müssen, sind schwierig zu bekommen. Für den Umwelttechniker Lukas Leger wurde beispielsweise ein Zertifikat zum Problem. „Ich sollte bescheinigen, dass ich schwindelfrei bin“, erklärt er. Das Absurde daran, der 21-Jährige hatte zuvor eine Ausbildung zum Kaminkehrer gemacht. Sein ehemaliger Ausbildungsbetrieb habe daraufhin ein Schreiben geschickt. Dass es auf Deutsch gewesen sei, habe in England keinen gestört. „Hauptsache es steht viel drauf“, sagt er und lacht.

Auch wenn es bei der Sprache die ein oder anderen Missverständnisse gab, fällt Lukas Fazit positiv aus. „Es waren tolle Eindrücke.“ Arbeiten möchte er trotzdem auch nach seiner Ausbildung lieber in Deutschland. Dass ein Betrieb knapp drei Stunden zu einem Auftrag fahre, sei hierzulande undenkbar. „Bei den regenerativen Energien sind wir auch schon viel weiter“, erklärt er.

Dass das Projekt trotz Brexit umgesetzt werden konnte, freut Lehrerin Sailer. „Wir mussten wahnsinnig flexibel sein und unsere Termine vorverlegen.“ Für das nächste Schuljahr arbeite die Schule an einer Kooperation mit Irland, betont die Pädagogin.

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