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Berufswelt

15.04.2015

Auch Zeitarbeitsfirmen spüren den Fachkräftemangel

Stephanie und Michael Karmann von Fibertexx Personalmanagement sind wie alle Zeitarbeitsunternehmen auf der Suche nach Fachkräften.
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Stephanie und Michael Karmann von Fibertexx Personalmanagement sind wie alle Zeitarbeitsunternehmen auf der Suche nach Fachkräften.

Bei einer Messe in Dillingen stellten Unternehmen aus der Region sich und die Arbeitsbedingungen in der Branche vor. Das schlechte Image habe sich gewandelt

Vor zehn Monaten ist Julia Gerstmayer Mutter geworden. Nun sucht die junge Frau, die gelernte Bäckereifachverkäuferin ist, wieder eine Arbeit. „Es ist schwer, mit Kind etwas zu finden“, sagt sie. „Ich bin auf die Kita-Zeiten angewiesen und mein Lebensgefährte hat alle zwei Tage eine andere Schicht.“ Deswegen ist sie am Dienstagvormittag zur Zeitarbeitsmesse in den Dillinger Stadtsaal gekommen. Neben ihr steht ein junger Mann, der auch auf Jobsuche ist. Seinen Namen will er nicht verraten. Er erzählt, dass er eine Ausbildung zum Steinmetz gemacht, aber bisher keine Arbeit gefunden habe. „Früher war ich skeptisch, was Zeitarbeit angeht. Heute nicht mehr. Die Zeitarbeit ist auf dem selben Niveau wie die Unternehmen“, sagt der 29-jährige Höchstädter, der nun hofft, auf diesem Weg eine neue Arbeit zu finden.

Die Jobmesse wurde von der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter Dillingen mit sieben heimischen Zeitarbeitsfirmen veranstaltet. Von der Agentur für Arbeit wurden Bögen an die Arbeitssuchenden verschickt, mit denen sie sich auf der Messe direkt bei den Firmen präsentieren konnten. Messe-Organisator Dieter Rill vom Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit berichtet: „In den vergangenen Jahren haben wir am Tag der Messe schon Einstellungen gehabt.“ Denn die Zeitarbeit biete für Unternehmen Vorteile. „Wenn die Firmen Auftragsspitzen in der Produktion haben, können sie schnell auf Personal zugreifen“, sagt Rill.

Lange war das Image von Zeitarbeitsfirmen nicht das beste. Das habe sich geändert, sagt Michael Karmann, stellvertretender Geschäftsführer von Fibertexx Personalmanagement in Dillingen. „Es gibt immer schwarze Schafe, aber wir haben uns als Arbeitgeber etabliert. Leute, die es bei der Direktvermittlung schwer hätten, haben so eine Chance. Die Zeitarbeit hat sich zu einem Türöffner etabliert. Man hat die Möglichkeit, verschiedene Unternehmen kennenzulernen.“

Zu kämpfen habe die Branche derzeit vor allem mit dem Fachkräftemangel, sagt Karmann. Das bestätigt auch Renate Hildenbrand von Elektro-Abele Personaldienstleistungen aus Gundelfingen. „Wir tun uns schwer, es fehlen wirklich Fachkräfte. In den vergangenen eineinhalb Jahren ist das ganz massiv geworden“, sagt sie. „Die Firmen kommen auf uns zu, aber wir können kein Personal vermitteln.“

Generell ist die Zahl der Zeitarbeitskräfte im Landkreis Dillingen gestiegen. 2014 lag die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Zeitarbeitskräfte im Kreis mit 743 Arbeitnehmern um 74 höher als im Vorjahr. Das geht aus einer Pressemitteilung der Agentur für Arbeit hervor. Der Anteil der Zeitarbeitskräfte an den knapp 31000 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten beträgt laut Agentur für Arbeit 2,4 Prozent. 2013 waren es 2,3 Prozent. Deutschlandweit liege der Anteil der Zeitarbeit bei 2,6 Prozent. Im Landkreis Dillingen sind derzeit 164 offene Zeitarbeitsstellen bei der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter gemeldet.

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