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Jubiläum

31.12.2017

„Auf einmal war ich Mesner“

Eine wichtige Mesnertätigkeit ist unter anderem nach den Worten von Josef Gerstmeier, dafür zu sorgen, dass im Tabernakel immer genügend Hostien für die Gläubigen vorhanden sind.
Bild: von Weitershausen

Josef Gerstmeier kümmert sich seit einem Vierteljahrhundert um die Dillinger Studienkirche

 „Wie ich damit umgehen soll, weiß ich eigentlich gar nicht“, sagt Josef Gerstmeier und schmunzelt. Er steht in „seiner“ Studienkirche in Dillingen und blickt um sich. Seit 25 Jahren ist er hier der Mesner – dank eines Schnellkurses von einem Schüler der Oberstufe des Sailer-Gymnasiums im Dezember 1992. „Bis dahin hatten sich die Oberstufenschüler in der Mesner-arbeit für die Studienkirche abgewechselt, was jedoch aus Sicht der Verantwortlichen nicht mehr so richtig funktioniert habe“, erinnert sich Josef Gerstmeier.

Herangetragen worden sei ihm das Amt von Professor Ludwig Häring, dem damaligen Leiter der Akademie für Lehrerfortbildung in Dillingen, und somit auch Hausherr in der Studienkirche. „Ich war im Oktober 1992 in der Akademie als Konservator für die naturwissenschaftliche Sammlung der Akademie eingestellt worden“, erzählt Gerstmeier. In diesem Zusammenhang sei er dann im Dezember zum Chef zitiert worden, der ihm eröffnet habe, ein tolles Amt mit Verantwortung übernehmen zu können.

„So war ich auf einmal Mesner in der Studienkirche, wodurch ich auch erstmals eine persönliche Unterredung mit Stadtpfarrer Gottfried Fellner führte.“ Denn, ein allzu fleißiger Kirchgänger sei er zuvor eigentlich nicht gewesen, sagt Gerstmeier, was sich erst mit dem Heranwachsen seiner Kinder geändert habe. Bis 2005 habe er seinen Dienst für die wöchentliche Abendmesse am Donnerstag und die heilige Messe am Samstag um 18 Uhr erledigt.

Seither werde jedoch nur noch die heilige Messe am Samstag um 18 Uhr gefeiert. Hinzu kommen nach den Worten des Mesners noch Hochzeits- oder Jubiläumsgottesdienste sowie das eine oder andere Requiem. Für die Gottesdienste der Pfarrei St. Peter, die in der Studienkirche gefeiert werden, übernehme sein Kollege Klaus Probst von der Basilika den Mesnerdienst.

Seine Mesnertätigkeit bestehe darin, die für den Zelebranten, meist Stadtpfarrer Schneck, vom „Liturgischen Direktorium“ vorgeschriebenen Lesungen, Evangelien und Messgewänder vorzubereiten. Darüber hinaus habe er dafür zu sorgen, dass genügend Hostien sowie Wein und Wasser für die Messe vorhanden sind und die Kerzen am Altar brennen. „Und bis 2005 mussten wir die Glocken auch noch über Seile mit der Hand läuten, was besonders den Ministranten viel Spaß bereitet habe“, sagt Josef Gerstmeier.

Jeweils eine Dreiviertelstunde vor und nach dem Gottesdienst beanspruche die Mesnertätigkeit, sagt Gerstmeier und fügt hinzu, dass er selbst sehr überrascht sei, schon seit 25 Jahren hier Mesner zu sein. „Auf einmal war ich Mesner der schönen Studienkirche“, sagt er und lacht.

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