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Politik

30.06.2017

Auftritt mit Zündstoff

Oft organisieren AfD-Gegner, wie bei dieser Protestkundgebung in Stuttgart, eine Gegenveranstaltung zu Partei-Auftritten.
Bild: Daniel Maurer, dpa

AfD-Europaabgeordnete Beatrix von Storch spricht am Samstag in Nördlingen, zeitgleich formiert sich vor dem Gebäude ein Protest

Szenen wie in Ingolstadt will Polizeichef Walter Beck in Nördlingen nicht erleben. Bei einem Auftritt des dortigen Kreisverbandes der Alternative für Deutschland (AfD) am vergangenen Wochenende war es zu leichten Ausschreitungen gekommen. Gegner der Partei warfen Wasserbomben auf die Gäste der Veranstaltung, bei der AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel sprach, und beleidigten deren Anhänger heftig. Auch als AfD-Chefin Frauke Petry im vergangenen Jahr im Augsburger Rathaus zu Gast war, kam es zu Tumulten.

Am Samstag kommt zwar nicht Frauke Petry in die Nördlinger Schranne, dafür aber Beatrix von Storch, sozusagen ihre rechte Hand. Die Europaabgeordnete ist stellvertretende Sprecherin der AfD und will den Bundestagswahlkampf ihrer Partei in Nordschwaben unterstützen. Von Storch ist eines der bekanntesten und kontroversesten Gesichter der AfD – auch weil sie in den sozialen Medien nicht gerade mit diplomatischer Zurückhaltung glänzt. Zum Beispiel, wenn sie den Einsatz von Waffengewalt gegenüber Flüchtlingen an der Grenze rechtfertigt und das Veröffentlichen dieses Beitrags später damit entschuldigt, dass sie auf der Computermaus „abgerutscht“ sei.

Nun kommt es nicht unerwartet, dass neben der Wahlkampfveranstaltung, auf der neben von Storch auch weitere AfD-Politiker wie Rafael Hauptmann, Direktkandidat für den Wahlkreis Donau-Ries, über regionale und europäische Themen sprechen, auch eine Gegenveranstaltung geplant wird. Organisator Bernhard Kusche sagt: „Wir wollen deutlich machen, dass wir so eine Partei nicht brauchen; dass wir so einen Quatsch nicht dulden.“ Hinter vorgehaltener Hand erzählt man sich, dass auch die Stadt Nördlingen wenig vom Besuch von Storchs im Ries halte. Anfragen der AfD für den Stadtsaal Klösterle und die Hermann-Keßler-Halle sollen deshalb abgelehnt worden sein. Bestätigt hat die Verwaltung das freilich nicht.

Für die Nördlinger Polizei sind Demonstration und Wahlkampfveranstaltung eine Herausforderung. Schon Tage vorher hätten die Einsatzkräfte Vorkommnisse bei anderen AfD-Veranstaltungen studiert, erzählt Walter Beck. Zur Verstärkung lässt der Polizeichef Beamte aus Augsburg anrücken..

Laut Kusche, der sich bei der Linkspartei und der Deutschen-Friedens-Gesellschaft (DFG) engagiert, sei sofort klar gewesen, dass es eine Gegendemo geben wird, nachdem der Besuch von Beatrix von Storch angekündigt wurde. Ein Bündnis aus der DFG, den Grünen, der ÖDP, der Offenen Linken Ries und der SPD hat unter dem Motto „Nördlingen ist bunt“ Musiker und Gastredner eingeladen. Eine offene Bühne soll es geben, bei der jeder etwas Musikalisches beitragen könne, sagt Kusche. Und das Wichtigste, betont er, sei die Menschenkette, die die Gegendemonstranten um die Schranne bilden wollen. „Wenn 100 Leute mitmachen, ist das gut. 200 wären Spitze, noch mehr Menschen wären sensationell“, meint der Organisator.

Bei der AfD hat man aus Erfahrung schon mit einer Gegenveranstaltung gerechnet, sagt die zweite Vorsitzende des AfD-Kreisverbands Nordschwaben, Elisabeth Hörr. „Solange alles friedlich abläuft, ist das kein Problem.“ Hörr hofft, dass rund 200 Interessierte zur Wahlkampfveranstaltung kommen.

Termine Die Wahlkampfveranstaltung der AfD beginnt am Samstag, 1. Juli, um 18 Uhr in der Nördlinger Schranne, die Gegendemonstranten treffen sich um 16 Uhr auf der Inneren Löpsinger Straße.

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