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Dattenhausen

29.08.2019

Aus den USA kommen hunderttausende Euro für die Dattenhauser Kirche

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2 Bilder
Im Bild (von links) Kirchenpfleger Richard Sing, Pfarrer Josef Philipp, Hermann Stark in Vertretung für seinen Bruder und der ehemalige Kirchenpfleger Ernst Linder.
Bild: Willi Seidl

Plus Max Stark lebt seit fast 70 Jahren nicht mehr in seiner Heimatgemeinde im Kreis Dillingen. Dennoch entschloss er sich zu einem großzügigen Schritt.

Die Erinnerung an die eigene Jugendzeit und die Verbundenheit zur Heimat haben kein Verfallsdatum. In der Fremde erfährt man, was die Heimat wert ist und liebt sie dann umso mehr. Das hat der in Dattenhausen geborene Max Stark bewiesen, der die anstehende, 1,2 Millionen Euro teure Sanierung seiner Heimatkirche mit einer Spende von bis zu 200000 Euro unterstützt.

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Max Stark war 1952, mit 21 Jahren (also gerade volljährig), nach Chicago ausgewandert, wo bereits drei Tanten von ihm lebten. Stark konnte sechs Jahre Schulbildung (wegen der Kriegszeit) und eine Bäckerlehre vorweisen. Er bekam eine Stelle als Bäcker und Konditor.

Vom Bäckerlehrling zum Geschäftsführer

Kunstvoll verzierte Torten waren in dieser Zeit sehr beliebt, das brachte ihm viel Beachtung und Anerkennung. Mit der Zeit arbeitete er sich zum Geschäftsführer einer Großbäckerei hoch. Dann fing er an, mit Immobilien zu handeln. Zuerst nebenher, doch als dieses Geschäft immer lukrativer wurde, baute und verkaufte er hauptberuflich Häuser.

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Sogar der Papst hat dem Dattenhauser gratuliert

Inzwischen lebt der heute 88-Jährige mit seiner Familie in Battle Creek, einer Stadt mit rund 53.000 Einwohnern im Staat Michigan. Mit seiner beeindruckenden Lebensleistung hat er hohes Ansehen in der Stadt und persönlichen Wohlstand erreicht. Im Ruhestand engagiert er sich bis heute als Betreuer und Kommunionhelfer in einem Altenheim und einem Hospiz. Dafür hat ihm Papst Benedikt XVI. mit einer Glückwunsch-Urkunde zum 80. Geburtstag gedankt.

Er hat weiterhin viel Kontakt in den Landkreis Dillingen, wo unter anderem sein Bruder Hermann Stark lebt. Die Brüder telefonieren regelmäßig. In einem der Telefonate erzählte Hermann Stark von einem Gespräch mit dem damaligen Kirchenpfleger von Dattenhausen, Ernst Linder, und davon, dass umfangreiche Maßnahmen zur Sanierung der Kirche notwendig wären. Spontan entschloss sich Max Stark, die Sanierung mit einer großen Spende zu fördern. „Die Kirche in Dattenhausen ist meine Heimatkirche, in der ich getauft wurde, die Sakramente empfangen und in meiner Jugendzeit noch den Blasebalg für die Orgel getreten habe“, erklärt er seine Spendenbereitschaft. Auch nach fast 70 Jahren seines Lebens in den USA erinnere er sich an die Heimat, mit der er durch Geburt, schöne und weniger schöne Erinnerungen (er verbrachte dort auch die Kriegszeit) und durch die Heimatliebe verwachsen geblieben sei.

Die Sanierung stellte den Dattenhauser Monsignore vor eine schwierige Entscheidung

Für den nahezu 90 Jahre alten Pfarrer Monsignore Josef Philipp war die Sanierung der Kirche eine schwierige Entscheidung. Sollte er sich im fortgeschrittenen Alter die Belastung und vor allem die Finanzierung der millionenteuren Sanierung noch antun? Obwohl er sich der administrativen Unterstützung seines Kirchenpflegers Ernst Linder und dessen Nachfolger Richard Sing sicher sein konnte, war es doch eine einmalige und ungewöhnliche Herausforderung.

Die Entscheidung erleichtert hat ihm schließlich die schriftliche und notariell beglaubigte Zusage von Max Stark über seine Spende, die es der Pfarrgemeinde ermöglicht, die notwendigen Eigenmittel zur Verfügung zu stellen. „Für diese großherzige und einmalige finanzielle Unterstützung“, so Pfarrer Philipp, „gilt Max Stark ein herzliches Vergelt‘s Gott, weil dadurch die Finanzierung des Eigenanteils durch die kleine Pfarrgemeinde bei der anstehenden großen Renovierung erheblich erleichtert wird. Dafür sind wir sehr dankbar.“

Der Pfarrer und der Spender kennen sich persönlich

Für Pfarrer Philipp ist der großzügige Spender keine unbekannte Person. Bereits im Jahre 1979 hat er Max Stark mit dessen Bruder Anton auf seinem Seegrundstück in Battle Creek besucht und seitdem auch immer wieder den Kontakt aufrecht erhalten. Max Stark sieht deshalb seine Spende auch als Anerkennung für das jahrzehntelange priesterliche Wirken und den unermüdlichen Einsatz von Pfarrer Philipp, der verständnisvoll und bürgernah große Zustimmung genießt.

Leider konnte Max Stark seine für Juni 2019 gebuchte Reise nach Deutschland aus gesundheitlichen Gründen nicht antreten. Deshalb hat in den letzten Tagen sein Bruder Hermann Stark die Zusage eingelöst und Pfarrer Philipp und Vertretern der Kirchenverwaltung einen Scheck über 100000 Euro übergeben. Die restlichen 100000 Euro wird er entsprechend der Kostenentwicklung und dem Baufortschritt auszahlen. Die Erkenntnis seines langen Lebens im Ausland formuliert Max Stark: „In einer neuen Welt habe ich gespürt, die ursprüngliche Heimat ist wie eine Mutter, die Wahlheimat wie eine Stiefmutter.“ (pm mit jako)

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