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Konzert

10.12.2018

Ausdrucksstärke und Brillanz

Das Meisterquintett (von links) Tom Lier, Paul Lechner, Rainer Hauf, Armin Schneider und Ralf Baumann wird von den Zuhörern in der überfüllten Augustinerkirche umjubelt.
Bild: Gernot Walter

Nördlinger Bachtrompetenensemble in der Lauinger Augustinerkirche gefeiert

Großartige Trompetenvirtuosität, rhythmische Trommeleinsätze sowie sicheres Begleiten und Solospiel an der dreimanualigen Sandtner-Orgel prägten die Veranstaltung am Abend des 1. Advents. Hermann Müller freute sich über die riesige Publikumsresonanz, dankte den Mitwirkenden für „eine gute Stunde hoffnungsvoller Musik“. Schon vom ersten Takt an war die meisterhafte Beherrschung der Instrumente der drei Trompeter Paul Lechner, Rainer Hauf und Armin Schneider zu bewundern. Zelebrierter Glanz und Ausdrucksfülle sowie technische Brillanz galten der Umsetzung von Antonio Vivaldis Sonate in B-Dur. Die temporeichen „Koloraturen“, die Imitationskraft, die klare Duo- und Trio-Partnerschaft bestimmten die Interpretation, die Ralf Baumann mit feinem Zwischenspiel und Echowirkungen trefflich unterstützte. Strahlend, umwerfend und triumphal der „Einzug der Königin von Saba“ und der „Festmarsch“ von G. Fr. Händel. Während im „Adagio“ von Tomaso Albinoni das Barockfenster weit geöffnet war, führte die Suite von Tylmamn Susato gekonnt in die Renaissance zurück. Die vierstimmigen Sätze (La Morisque, Ronde, Allemaigne, La Bataille) wurden von Tom Lier mit Trommeln untermalt. Als veritabler Komponist zeigte sich der Donauwörther Schlagzeuger in der „Kleinen Fantasie“. Vor fünf Jahren entstanden, verwirklicht Tom Lier hier eine anrührende Trauermusik, die die Trompeten mit innerer Anteilnahme klangstark ausbreiteten. In der Filmmusik „Gabriellas Song“ von Stefan Nillson gelang Tom Lier als Tenor eine ergreifende vokale Darstellung im schwedischen Originaltext, die die Trompeten sanft umschmeichelten. „Jesu bleibet meine Freude“ hat J. S. Bach für die Adventszeit geschrieben. Der Choral wurde in der Trompetenversion zum musikalischen Höhepunkt, weil die Bläser mit andachtsvoller Tiefe die Melodie exemplarisch auslegten, die Ralf Baumann an der Truhenorgel einprägsam umspielte. Damit konnte er auch der Sonate in D von G. D. Catenacci als liebenswertes, verspieltes Werk des Rokoko präsentieren, das an Mozarts Flötenuhrstück erinnerte.

An der Hauptorgel hatte Baumann die Paraphrase über das Adventslied „Tochter Zion“ von Alexandre Guilmant vorgestellt. Nach silbrigem Beginn wird die Melodie manualiter schlicht aufgezeigt, ehe sie in der nachfolgenden Fuge im Tutti in einen brillanten Schluss mündet. Genauso treffsicher und markant die „Toccata“ des Franzosen Gaston Bélier, die der Organist furios mit einem Pedalgewitter und durchlaufenden Sechzehnteln spannungsreich als grandiose Leistung darbot. Gewaltiger, lang anhaltender Beifall der begeisterten Zuhörer.

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