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Deisenhofen

19.06.2018

Ausgebrannte Gerätehalle: Jetzt ermittelt die Kriminalpolizei

Dicke Rauchwolken bildeten sich am Montagmorgen beim Brand dieser Gerätehalle neben einer Biogasanlage in Deisenhofen. Etwa 80 Helfer der Feuerwehren waren im Einsatz.
Bild: Berthold Veh

Ein großes Feuer einer Biogasanlage im Höchstädter Stadtteil Deisenhofen hat einen hohen Schaden verursacht. Nun läuft die Suche nach der Brandursache.

Es ist das zweite Mal in einem Zeitraum von etwa zwei Monaten, dass die Feuerwehrsirene Menschen in Höchstädt und seinen Stadtteilen aus dem Schlaf reißt. In der Nacht zum 17. April ist die Asylunterkunft im Norden der Stadt niedergebrannt. Am Montagmorgen steht nun die Maschinenhalle neben einer Biogasanlage im Nordwesten Deisenhofens in Flammen, die Rauchwolke ist kilometerweit zu sehen.

Ein 32-jähriger Passant hat gegen 4.40 Uhr das Feuer bemerkt und über den Notruf die Polizei verständigt. Feuerwehren aus Deisenhofen, Mörslingen und Höchstädt rücken ebenso wie das Bayerische Rote Kreuz und die Polizei an. Der Höchstädter Kommandant Stephan Karg koordiniert den Einsatz von etwa 80 Helfern. Sie kämpfen gegen die Flammen, die aus der Gerätehalle lodern. Auf die Biogasanlage nebenan hat das Feuer zum Glück nicht übergegriffen.

80 Helfer im Einsatz

Löschwasser gibt es in einem Brunnen auf dem Gelände und aus einem Hydranten bei der Kreisstraße. Dazu muss eine 400 Meter lange Schlauchleitung verlegt werden, und dies doppelt, informiert Karg. In der Gerätehalle ist auch eine Gülle-Trocknungsanlage installiert. Zudem lagert dort Schwefelsäure. Zwei Helfer der Feuerwehr kommen mit der Säure in Berührung und werden dabei leicht verletzt, teilt Einsatzleiter Karg mit. Sie werden zur Versorgung in die Dillinger Kreisklinik gebracht. Und ein Helfer, der noch einen Traktor aus der Halle fahren wollte, erleidet nach Angaben der Polizei eine leichte Rauchgasvergiftung. Der Mann wird vor Ort ambulant versorgt.

Ausgebrannte Gerätehalle: Jetzt ermittelt die Kriminalpolizei

Seit 2010 produziert die Biogasanlage an der Mörslinger Straße Strom. Seniorchefin Rosemarie Senning ist fassungslos über den „Riesenschaden“, den das Feuer verursacht hat. Aber auch dankbar, dass bei dem Unglück keine Menschen ernsthaft verletzt wurden.

Bürgermeister Gerrit Maneth zählt zu den Ersten, die am Brandort erschienen sind. Er lobt den Einsatz der Feuerwehren aus Höchstädt, Deisenhofen und Mörslingen. „Sie haben hervorragende Arbeit geleistet und Schlimmeres verhindert.“ Kommandant Karg ist mit dem Ablauf ebenfalls zufrieden. „Der Einsatz ist sehr gut gelaufen, die Zusammenarbeit der Feuerwehren war optimal“, zieht der Einsatzleiter hinterher Bilanz.

Schaden: Bis zu einer Million Euro

Dass die Gerätehalle ausbrennt, können aber auch die Feuerwehrleute nicht verhindern. Zur Höhe des Sachschadens sagt das Polizeipräsidium Schwaben Nord, dass es sich um einen höheren sechsstelligen Betrag handle. Sprecher Siegfried Hartmann wird auf Nachfrage konkreter. „Der Sachschaden dürfte zwischen 700.000 und einer Million Euro liegen.“

Die Kriminalpolizeiinspektion Dillingen hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Derzeit gibt es Hartmanns Worten zufolge keine Hinweise auf eine vorsätzliche Brandstiftung. Die Ermittler überprüfen, ob ein technischer Defekt – möglicherweise in der Gülle-Trocknungsanlage – das Feuer verursacht haben könnte. Auf dem Dach der Gerätehalle befindet sich zudem eine Fotovoltaikanlage.

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