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Dillingen

03.07.2020

Ausstellung: Ein Dillinger Arzt zeigt seine Kunst

„Jeder Mensch hat seine eigene Farbe“, sagt Luis Alberto Ballon Prado. Diese Sichtweise des Künstlers ist auch in diesem Bild zu entdecken, das mit anderen fantastischen Exponaten in der Burgauer Galerie ausgestellt ist.

Plus Luis Alberto Ballon Prado ist Facharzt im Dillinger Krankenhaus, aber auch ein großartiger Künstler. Ein schwerer Unfall entschied über seine Berufswahl.

Ein überwältigendes Farbenspiel erwartet den Besucher beim Betreten der Ausstellung von Luis Alberto Ballon Prado in der Burgauer Galerie in der Norbert-Schuster-Straße 6. Doch ist es mehr als nur die Pracht der Farben, sondern großartige Malerei: Der leidenschaftliche Künstler aus Dillingen zeigt dort bis 12. September seine naturalistischen, gegenständlichen und fantastisch surrealistischen Bilder. Die Motive spiegeln das Leben der Menschen in Bolivien in seinen verschiedenartigen Facetten wider. Dabei fehlt in Prados Bildern auch nicht die Zeit der sozialistischen Experimente durch den Expräsidenten Juan Evo Morales, der zu Beginn seiner Amtszeit wie Fidel Castro auf Kuba als großer Hoffnungsträger gegolten hatte.

Geboren wurde Luis Alberto Ballon Prado vor 63 Jahren in der bolivianischen Großstadt La Paz. Seit dem Jahr 2012 lebt er mit seiner Ehefrau in Lauingen und arbeitet als Oberarzt in der Abteilung Unfallchirugie und Orthopädie im Krankenhaus St. Elisabeth in Dillingen. In Bolivien besuchte er die deutsche Schule. Nach einem schweren Unfall mit Verlust des kompletten Unterschenkels entschied er sich bereits mit 14 Jahren, dass er Arzt werden will. In dieser Zeit befasste sich Prado ebenfalls schon mit der Malerei, die ihn, wie er sagt „bis heute nicht losgelassen hat“. Nach Beendigung seines Medizinstudiums in Bolivien kam er 1986 nach Deutschland zur Weiterbildung und machte an der Uniklinik in Münster seine Facharztausbildung. Anschließend kehrte er im Jahr 1992 nach Bolivien zurück, wo er als selbstständiger Facharzt eine kleine Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie leitete.

Der Künstler hat in Lauingen ein Atelier eingerichtet

„Dabei verlor ich nie meine Malerei aus den Augen“, sagt Luis Alberto Ballon Prado. „Und hätte ich in meiner frühen Jugend nicht diesen schweren den Unfall gehabt, wer weiß, vielleicht wäre meine Berufswahl dann auch die Malerei gewesen“, sagt der Arzt und Künstler heute. 2010 kehrte er Bolivien den Rücken und begleitete seine Tochter zum Studium nach Deutschland, wo er sich ebenfalls um eine Arbeitsstelle beworben hatte. Über die Kliniken in Coburg und Passau kam der Mediziner dann vor acht Jahren nach Dillingen.

Ausstellung: Ein Dillinger Arzt zeigt seine Kunst

Für seine Leidenschaft, die Malerei, hat er sich in seinem Lauinger Zuhause ein kleines Atelier eingerichtet. Die Malerei sei für ihn als Ausdruck seiner Empfindungen, seiner Gedanken, seiner Fantasie enorm wichtig, sagt Prado. Und so danke er der Burgauer Galerie, dass er seine Bilder dort trotz der Corona-Pandemie einem breitem Publikum präsentieren könne. Wegen der Pandemie muss auch die Vernissage zur Ausstellung ausfallen, weshalb an dieser Stelle einige Auszüge aus der Laudatio von Astrid Thum wiedergegeben sind.

Die Bilder des Lauinger Künstlers sollen etwas aussagen

Unter anderem erinnert die Laudatorin darin an einen Besuch im Atelier des Künstlers. „Prado widmet sich in seiner Kunst ganz der Frage nach dem Menschen, hält Augenblicke fest und fragt sich: Was kann ich wissen? Was darf ich hoffen? Was ist der Mensch? „Nicht alle meine Bilder haben einen echten Sinn, sollen aber etwas aussagen“, zitiert Thum den Künstler „Ein Bild ist komplexer, reifer, wenn man eine Gestalt genau sehen davon etwas verstehen kann“, betont Prado. Zugleich versuche er in seinen Bildern eine Harmonie zu erzeugen – mit dem Menschen als Hauptdarsteller in einer gesetzten, aber je nach Blickwinkel flexiblen und vielschichtigen Szenerie aus Gesichtern und Gestalten. Sie bilden dabei verschiedene Lebensphasen ab. Dem Betrachter begegne Figuratives mit viel Farbe. Dabei sei Prado als Künstler davon überzeugt, dass jeder Mensch seine eigene Farbe hat.

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