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Lauingen

17.01.2020

Ausstellung zu Verkehrsunfällen: „Ich wollte doch leben!“

Regten auch mit Berichten über eigene Erfahrungen zum Nach- und Umdenken an: (v. links) Ernst Öxler, Paul Gramm, Annette Zoller, Florian Hördegen.
Bild: Hindermayr

Plus Der ADAC Südbayern fährt mit einer Wanderausstellung in Lauingen vor. Damit sollen Jugendliche und Fahranfänger zu umsichtigem Fahren angehalten werden.

„Ich habe ihm vertraut.“ Dieser Satz ist in weißer Farbe auf eine schwarze Silhouette gedruckt. Ebenfalls in Weiß ein längerer Fließtext, daneben sieht man das Bild einer jungen Frau. Wenn man genauer hinsieht, fällt einem die Ähnlichkeit der Figur mit dem Mädchen auf. Es ist als Beifahrerin bei einem Autounfall tödlich verunglückt.

Dahinter stecken reale Schicksale

Ein ähnliches Schicksal symbolisieren fünf ähnliche schwarze Figuren. Sie sind Teil einer 2009 geschaffenen Wanderausstellung des ADAC Südbayern mit dem Titel „Schatten – Ich wollte doch leben!“ und stehen seit Dienstag in der Aula der Lauinger Berufsschule. Jeder einzelne dieser dargestellten Jugendlichen ist bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen, es sind also keine ausgedachten Geschichten, sondern reale Schicksale. Laut Florian Hördegen vom ADAC Südbayern verfolgt das Projekt ein großes Ziel: „Wir wollen Jugendliche wachrütteln, ihnen die Risiken und Gefahren bei Unachtsamkeit im Straßenverkehr verdeutlichen, aber eben ohne erhobenen Zeigefinger“, sagt er.

Alkohol, Rauschgift, Sekundenschlaf und Handynutzung am Steuer

Am Dienstagmorgen sprach Hördegen nach einer kurzen Begrüßung von Schulleiter Gottfried Göppel im Mehrzweckraum der Berufsschule vor Schülern im Alter von 16 bis 20 Jahren über die Gefahren und möglichen Folgen unaufmerksamen Fahrens. Laut Hördegen zählen unter anderem Alkohol, Rauschgift, Sekundenschlaf und Handynutzung am Steuer zu den häufigen Ursachen von Verkehrsunfällen mit Jugendlichen. Ernst Öxler von der Polizei Dillingen und Annette Zoller vom Bayerischen Roten Kreuz berichteten über ihre Berufserfahrung mit Verkehrsunfällen und führten einige Beispiele an. „Es ist jedes Mal schrecklich, wenn man den Angehörigen sagen muss, dass das Kind, der Bruder, die Schwester oder der Partner tot ist. Besonders, wenn es um einen tödlichen Verkehrsunfall geht“, so Öxler. Währenddessen hatten die Schüler Gelegenheit, Fragen zu stellen, aus den eigenen Erfahrungen zu erzählen und das Erlebte kritisch zu beleuchten.

Ausstellung zu Verkehrsunfällen: „Ich wollte doch leben!“

Hoffen auf einen bleibenden Eindruck

Paul Gramm, Fachbetreuer Religion an der Berufsschule, hofft auf einen bleibenden Eindruck bei den Schülern: „Ich denke schon, dass das Projekt etwas bewirkt.“ Zur Besichtigung der Ausstellung lädt Gramm nicht nur die Berufsschüler, sondern auch andere Interessierte ein. „Wenn man schon mal die Gelegenheit hat, sollte man sich die Figuren wirklich ansehen“, sagt er.

Zu besichtigen sind die Figuren in der Aula der Staatlichen Berufsschule Lauingen noch bis zum 30. Januar. Schulklassen werden gebeten, sich zuvor im Sekretariat unter Telefon 09072/9990 anzumelden.

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