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Gundelfingen/Günzburg

25.09.2018

B16: Nun sind auch vier Spuren ein Thema

Im Bereich zwischen der Landkreisgrenze zu Günzburg und der Anschlussstelle Peterswörth soll die B16 vierspurig ausgebaut werden. Das wünschen sich die Kreisverbände des Bauernverbandes in Dillingen und Günzburg. Unterstützung erhalten sie vom Dillinger Landtagsabgeordneten Georg Winter. Das Staatliche Bauamt Krumbach prüft nun diese Variante.
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Im Bereich zwischen der Landkreisgrenze zu Günzburg und der Anschlussstelle Peterswörth soll die B16 vierspurig ausgebaut werden. Das wünschen sich die Kreisverbände des Bauernverbandes in Dillingen und Günzburg. Unterstützung erhalten sie vom Dillinger Landtagsabgeordneten Georg Winter. Das Staatliche Bauamt Krumbach prüft nun diese Variante.
Bild: Andreas Schopf

Zwischen Gundelfingen und Günzburg soll eine Spur zu den geplanten drei dazu kommen. Das wünscht sich der Bauernverband – und fordert, darauf fahren zu dürfen.

Geht es nach dem Bauernverband, ist die Sache ganz einfach. Vier Fahrspuren, zwei in jede Richtung, rechts fahren langsame Traktoren und Landmaschinen, links können schnellere Fahrzeuge überholen. Landwirte freuen sich darüber, die Bundesstraße benutzen zu dürfen, alle anderen über erhöhten Verkehrsfluss. So die Theorie. In diesem Fall für den geplanten Ausbau der B16 zwischen Gundelfingen und Günzburg. Initiiert haben diesen Vorschlag die Kreisverbände Günzburg und Dillingen des Bayerischen Bauernverbandes. Die Landwirte beschweren sich schon lange darüber, dass sie in der bisherigen Planung die neue B16 nicht befahren dürften und somit deutliche Nachteile erleiden würden.

B16: Kommen vier Spuren zwischen Gundelfingen und Günzburg?

Unterstützung bekommen die Kreisverbände nun von politischer Stelle. Der Dillinger Landtagsabgeordnete Georg Winter (CSU) hat sich der Sache angenommen. In der vergangenen Woche war er zum Gespräch im Bauministerium in München. Das, was dabei herausgekommen ist, dürfte den Politiker und die Vertreter des Bauernverbandes durchaus zufriedengestellt haben. Nach deren Angaben hat Staatssekretär Josef Zellmeier die „klare Zusage“ gegeben, einen entsprechenden Antrag in Berlin zu stellen. In diesem Fall würde es sich um ein Pilotprojekt handeln. Denn das, was der Bauernverband vorschlägt, sehen die Vorgaben bisher nicht vor.

Nach jetziger Planung sollte demnach die B16 drei Spuren bekommen, dazu an beiden Seiten Begleitwege, auf denen Landmaschinen fahren dürften, so der Bauernverband. Zusammen würde dies eine Breite von 26 Metern bedeuten. Das Modellvorhaben würde vier Spuren vorsehen, die durch eine Mittelleitplanke getrennt und auf Tempo 100 begrenzt sind. Die Strecke wäre keine Kraftfahrstraße, also auch frei für den landwirtschaftlichen Verkehr. Außerdem sieht der Vorschlag einen geringeren Querschnitt vor. Laut Bauernverband und Winter käme man mit einer Gesamtbreite von 21 Metern oder sogar noch weniger aus. „Wir würden dadurch deutlich weniger Fläche verbrauchen“, sagt Matthias Letzing, Geschäftsführer des Bauernverbandes im Kreisverband Günzburg. Gerade in Zeiten von zunehmendem Flächenverbrauch sei dies ein gewichtiger Faktor. Dazu kämen der Verkehrsfluss durch weniger Rückstau und die bessere Mobilität der Landwirte.

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Gerade im Bereich rund um die Landkreisgrenze sei dies wichtig. Dort gebe es große Gemarkungen, jedoch kaum Straßen, auf die die Bauern ausweichen könnten, falls sie nicht auf die neue B16 dürften. Und der Bauernverband kann sich diese Lösung nicht nur bis Gundelfingen, sondern auch bis Lauingen vorstellen. „Das wäre das Optimale“, sagt Eugen Bayer, Geschäftsführer des Bauernverbandes in Dillingen. „Dann müssten Landwirte nicht in Gundelfingen abfahren.“

B16-Ausbau: Muss das Konzept überdacht werden?

Doch erst einmal geht es um den Abschnitt bis Gundelfingen. Genauer gesagt bis zur Anschlussstelle Peterswörth, wie Raphael Zuber vom Staatlichen Bauamt Krumbach auf Anfrage mitteilt. Er bestätigt: Nach Gesprächen in der vergangenen Woche in München prüft das Amt nun den vierspurigen Ausbau zwischen Peterswörth und der Landkreisgrenze bei Birkenried – eine Strecke von rund fünf Kilometern. Eine Ausweitung bis Lauingen sei derzeit nicht auf dem Tisch. Zuber betont jedoch: „Kommen die vier Spuren an der Landkreisgrenze, müsste man auch für die weitere B16 das Konzept überdenken.“ Beim Thema Flächenverbrauch widerspricht er dem Bauernverband. Derzeit sei lediglich ein durchgehender, asphaltierter Begleitweg geplant, nicht zwei. Der Querschnitt sei also geringer als die angegebenen 26 Meter. Nun vergleiche man den Flächenverbrauch der drei- mit der vierspurigen Variante. Dazu kämen Aspekte wie Standstreifen, Nothaltebuchten oder Eingriffe in die Natur. Dies könne Monate dauern.

Überhaupt wäre das Vorhaben eine langfristige Angelegenheit. Ein vierspuriger Ausbau ist nicht im aktuellen Bundesverkehrswegeplan enthalten. „Es kostet Zeit und wird nicht einfach werden“, sagt Winter. „Aber es sprechen gute Argumente dafür.“ Letzing rechnet damit, dass man frühestens in fünf Jahren in die Detailplanung einsteigen könnte. „Diese Zeit muss man haben“, sagt er. „Es geht um Ressourcen und Flächenverbrauch.“ Jetzt gehe es darum, viele für sich zu gewinnen. Die IHK etwa und den Bund Naturschutz.

Ist der Vorschlag des Bauernverbandes sinnvoll? Lesen Sie dazu einen Kommentar von Berthold Veh.

Zur neuesten Entwicklung der B16 bei Höchstädt finden Sie hier unseren Bericht.

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