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Aktion

18.01.2020

Baggern für den Klimaschutz

Lebensraum für Tiere und Pflanzen soll im Wittislinger Ried geschaffen werden. Dafür rückte ein Bagger an.
Foto: Carolin Stoll

Um Lebensraum zu erhalten, mussten im Wittislinger Moor Bagger anrücken

Auf den ersten Blick haben die Arbeiten nichts mit Natur- oder Klimaschutz zu tun: Ein tonnenschwerer Bagger reißt mit spielender Leichtigkeit Strauch um Strauch aus dem feuchten Boden und stapelt sie zu einem mächtigen Haufen. Beharrlich frisst er sich so durch das Gehölz. Doch der Schein trügt: Die augenscheinlich zerstörerische Maßnahme schafft laut einer Pressemitteilung der Arbeitsgemeinschaft Wittislinger Ried wertvollen Lebensraum für bedrohte Tiere und Pflanzen.

Sie waren auf den ehemaligen Streuwiesen heimisch. Diese wurden in der Vergangenheit jedoch nach und nach von Weidengebüschen überwuchert und verdrängt. Die gerodeten und modellierten Flächen werden künftig wieder extensiv bewirtschaftet und können sich so zu blumenbunten Wiesen entwickeln, die auch die moortypische Tierwelt beheimaten. Darüber hinaus speichern intakte Moore laut Pressemitteilung große Mengen an Kohlenstoffdioxid.

Dies gelingt jedoch nur, wenn der Wasserstand angehoben werden kann. Die fehlende Verdunstung über die Blätter der Sträucher trägt dazu bei. „Auf solchen Flächen lassen sich Naturschutz, Klimaschutz und extensive Landwirtschaft vereinen“, sagt Harald Böck von der Arbeitsgemeinschaft Wittislinger Ried. Diese betreut die Flächen im Wittislinger und Bergheimer Ried seit Jahrzehnten und koordiniert die Entbuschung in enger Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde und der Regierung von Schwaben.

Der Freistaat unterstützt die Maßnahme im Rahmen des Klimaschutzprogramms Bayern 2050 demnach finanziell. (pm)

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