Newsticker
Streit über Corona-Impfstoff: EU-Krisentreffen mit Astrazeneca findet nun doch statt
  1. Startseite
  2. Lokales (Dillingen)
  3. Bauverzögerung: Wann kommt die Rettungswache nach Lauingen?

Lauingen

13.01.2021

Bauverzögerung: Wann kommt die Rettungswache nach Lauingen?

An der Hanns-Martin-Schleyer-Straße in Lauingen, zwischen Deutz-Fahr und der Diskothek Evergreens, wird bald ein Rettungswagen stationiert.
Bild: Karl Aumiller

Plus Mit einer neuen Station für Rettungswagen in Lauingen soll das Rote Kreuz in Notfällen künftig schneller reagieren können. Das bringt Vorteile vor allem für den westlichen Landkreis. Wieso sich der Bau verzögert.

Verkehrsunfälle, Herzinfarkte, allergische Reaktionen. Wenn bei den Rettungswachen im Landkreis die Meldungen über Notfälle eingehen, zählt oft jede Minute. Entsprechend schnell müssen die Helfer dann am Ort des Geschehens sein. Damit das auch weiterhin möglich ist, musste der Kreisverband des Bayerischen Roten Kreuzes in Dillingen etwas umstrukturieren.

So sollte einer der Rettungswagen aus Dillingen nach Lauingen umziehen, ein anderer von Diemantstein nach Schwennenbach. Doch während letzterer bereits seit Oktober vom neuen Ort aus zu Einsätzen fährt, gibt es in Lauingen noch Verzögerungen. Dort sollte die Rettungswache zum 1. Januar am neuen Standort in der Hanns-Martin-Schleyer-Straße einsatzbereit sein. Abgesehen vom Fundament ist bisher aber nicht viel davon zu sehen.

Die Verzögerung, das erklärt Rettungsdienstleiter Alexander Herrmann, liege am schlechten Wetter. „So was dauert im Winter immer länger“, sagt er auf Nachfrage. Der Eröffnungstermin hänge aktuell „etwas in der Schwebe“. „Wenn das Wetter wieder besser ist, sind wir in vier Wochen einsatzbereit.“

Von Lauingen aus sind die Rettungssanitäter schneller in Gundelfingen

Dass die beiden neuen Rettungswachen im Landkreis Dillingen überhaupt nötig sind, hat eine Trend- und Strukturanalyse des Rettungsdienstes Bayern ergeben, die vom Institut für Notfallmedizin und Medizinmanagement alle fünf Jahre erstellt und vom Innenministerium beauftragt wird. Die Analyse soll zeigen, wo wie viele Rettungs-wagen benötigt werden. Für den Bereich der Rettungswache Dillingen fand man so heraus, dass zwischen 2013 und 2018 23,3 Prozent mehr Notfälle auftraten. Für die Analysten stand damit fest: Ein Teil der Rettungswagen muss verlegt werden, auch um die Hilfsfristen bei Notrufen einhalten zu können.

In Schwennenbach konnte dafür ein Bestandsgebäude umfunktioniert werden. In Lauingen wiederum war das nicht möglich. Deshalb, so Herrmann, habe das BRK im Landkreis sich mit der Stadt zusammengesetzt und nach einem geeigneten Standort gesucht. Auf einem Gelände an der Hanns-Martin-Schleyer-Straße, dass der BRK-Kreisverband von der Stadt pachtet, entsteht nun also die neue Rettungswache mit einer Grundfläche von 230 Quadratmetern. Die Kosten für den Modul- und Containerbau, so Herrmann, belaufen sich auf etwa 400.000 Euro. Der Rettungsdienst wiederum tritt dabei später als Mieter auf.

Rettungswache in Lauingen für Desinfektion und Büroarbeit

Wichtig sei die Station vor allem für Desinfektionsarbeiten, um den Rettungswagen nach einem Einsatz wieder mit Material aufzurüsten und für die Büroarbeit. Viel aufhalten tue man sich dort nicht, so Herrmann. „Die meiste Zeit sind die Rettungsdienste unterwegs, man ist ja immer per Funk erreichbar.“

Die Investition des Kreisverbands stellt Herrmann zufolge aber auch ein finanzielles Risiko dar. Denn in fünf Jahren könnte die Analyse ja wieder ein neues Ergebnis liefern.

Doch was ändert sich durch die neue Station überhaupt für die Patienten? Herrmann zufolge merkt man vor allem in Gundelfingen und weiter im Westen Richtung Baden-Württemberg eine Verbesserung, sobald die Wache steht. „Dadurch sind wir bestimmt fünf Minuten schneller“, erklärt er, sagt aber auch: „Wie sich das dann in Dillingen niederschlägt, wird man sehen.“ Denn dort steht dann ein Wagen weniger bereit. „Wir müssen abwarten, was die Erfahrungswerte zeigen.“

Lesen Sie auch:

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren