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18.02.2008

Bei Ehestreit das Haus angezündet

Das schmucke Einfamilienhaus im Donautal war sein Ein und Alles. "Mein Lebenswerk, mit Schweiß gebaut", wie er heute traurig, aber mit stolzem Unterton sagt. Doch das eigene Heim brachte dem 45-Jährigen kein Glück. Er trank, in der Ehe kriselte es gewaltig.

Was sich an jenem Julitag in der etwa 2000 Einwohner zählenden Gemeinde im Kreis Dillingen ereignete, hätte katastrophal enden können. Der 45-Jährige war - wieder einmal - betrunken. Eine Blutprobe ergab später einen Wert von rund zwei Promille. Ein ehelicher Streit - es war nicht der erste - eskalierte. Die Frau drohte, nun endgültig mit ihren beiden minderjährigen Kindern auszuziehen.

Als sie sich anschickte, die Koffer zu packen, rastete der Ehemann aus. Er zertrümmerte die gläserne Wohnungstüre, ging dann in den Keller, verschüttete Benzin auf einem Teppich und zündete ihn an. Das Feuer griff sofort auf Türstöcke über. Umringt von Flammen erkannte der 45-Jährige, was er getan hatte. Er konnte das Feuer noch selbst löschen. Der Schaden belief sich damals auf 20 000 Euro.

Im Prozess gestern vor dem Amtsgericht in Augsburg legt der Angeklagte, der inzwischen getrennt von seiner Familie lebt, ein volles Geständnis ab. Es seien damals vor allem Geldsorgen gewesen, die die Ehe belastet haben. "Ich hab als Leiharbeiter immer weniger verdient", erinnert sich der 45-Jährige. Und am Wochenende habe er getrunken. "Wohl a bissele zu viel", räumt er ein. Das Feuer habe er gelegt, nicht um seine Familie in Gefahr zu bringen. "Ich wollte nicht, dass meine Frau nach der Trennung was von dem Haus bekommt, das ich mit eigenen Händen gebaut habe", nennt er ein etwas verqueres Motiv der Brandstiftung. Sogar Freitodgedanken hätten ihn damals geplagt. "Ich hatte mir gewünscht, dass ich selbst umgekommen wäre."

Am Ende des Prozesses sind sich Staatsanwalt Dobler, Verteidiger Dr. Bernd Scharinger und das Gericht unter Vorsitz von Ulrike Ebel-Scheufele weitgehend einig, wie dieser Fall von schwerer Brandstiftung zu beurteilen sei. Die Tat sei eine Kurzschlussreaktion gewesen. Das Gericht verurteilt den 45-Jährigen zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und 1000 Euro Geldauflage - eine Strafe am unteren Rand des gesetzlichen Rahmens. Der Angeklagte nimmt das Urteil an.

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