Newsticker
Vizekanzler Scholz rechnet mit Lockdown-Verlängerung um zwei Wochen
  1. Startseite
  2. Lokales (Dillingen)
  3. Benevit testet Mitarbeiter und Bewohner auf Antikörper

Wittislilngen

16.12.2020

Benevit testet Mitarbeiter und Bewohner auf Antikörper

Auch in der Wittislinger Pflegeeinrichtung werden Mitarbeiter und Bewohner auf freiwilliger Basis getestet.
Bild: Jakob Stadler (Archiv)

Die Pflegeeinrichtung Benevit setzt auf eine eigene Test-Strategie, um die Zeit bis zur Impfung zu überbrücken. Was dahinter steckt.

Benevit-Geschäftsführer Kaspar Pfister hatte bereits angekündigt, noch vor Weihnachten alle Mitarbeiter und Bewohner seiner Pflegeeinrichtungen auf Antikörper zu testen – auf freiwilliger Basis. Das sei ein wichtiger Zwischenschritt zur kommenden Impfung. Am Freitag, 11. Dezember, hat die Benevit-Gruppe die Lieferung der Testkits erhalten. Das geht aus einer Pressemitteilung hervor. Seit Anfang der Woche wird in den Einrichtungen von Benevit getestet. Laut einer internen Erhebung wollen sich über 1700 Mitarbeiter und Bewohner testen lassen. Bis Weihnachten könnten alle Ergebnisse ausgewertet sein, hofft der Benevit-Chef Kaspar Pfister. 65 Bewohner und 100 Mitarbeiter sind bereits im Frühsommer positiv auf Antikörper getestet worden.

Warum der Nachweis von Antikörpern eine Entscheidungshilfe sein kann

Pfister und sein Krisenstab gehen davon aus, dass rund drei Mal so viele Menschen, die in seinen Einrichtungen seit Beginn der Pandemie positiv auf das Coronavirus getestet wurden, Antikörper haben. Der Nachweis von Antikörpern sei auch eine Entscheidungshilfe für eine Impfung. „Das Wissen, ob man Antikörper hat oder nicht, hat vor allem einen psychologischen Effekt“, sagt Pfister, der seinen Mitarbeitern die Arbeitssituation so einfach wie möglich machen möchte. Bewohner und Mitarbeiter werden in Stichproben bereits täglich mittels eines PoC-Antigenschnelltests getestet – bis heute über 18000 Tests.

Benefit hat eine "Flatrate" für die Tests

Das will das Unternehmen auch weiter handhaben. Es hat gar eine „Flatrate“ gebucht. Bis März soll die Benevit-Gruppe über 100 000 PoC-Tests erhalten. „Wir setzen in puncto Schutzmittel immer auf Nummer sicher“, sagt Pfister, der betont, dass er und sein Team nie auf Anweisungen oder staatliche Lieferungen gewartet haben. „In Zeiten wie diesen stehen nicht die Finanzen und die Refinanzierung an erster Stelle, sondern ist es wichtig, zu erkennen, was gebraucht wird und woher und wie schnell wir es bekommen. Es braucht unternehmerische Verantwortung“, sagt Pfister.

Kaspar Pfister

Die Antikörpertests werden mit rund 30000 Euro reinen Sachkosten verbucht. Jede Einrichtung verfügt über geschultes Personal, das die Blutabnahmen vor Ort vornehmen wird. Anschließend werden die Proben zur Auswertung ans Labor geschickt. „Es ist einfach sinnvoll, möglichst viele Menschen zu ermitteln, bei denen sich Antikörper gebildet haben, um gezielter jene zu impfen, die keine Antikörper haben“.

Warum Benefit nicht auf die bayerische Teststrategie setzt

Zugleich widerspricht Pfister in einer Pressemitteilung der Teststrategie Bayerns. „Wir waren seit Beginn der Pandemie gut aufgestellt. Wir haben auf alle Situationen rasch reagiert, wir waren vorbereitet“, betont er. Die neu beschlossenen Maßnahmen sehen vor, alle Besucher zu testen, diese müssen ebenfalls eine FFP2-Maske tragen – unabhängig vom Testergebnis – und es müssen alle Mitarbeiter mindestens zwei Mal pro Woche getestet werden. Das macht etwa 100 Tests täglich pro Haus. „Diese Personalressourcen haben wir nicht“, sagt der Geschäftsführer. „Wir haben folglich Unterstützung von der Bundeswehr beantragt.“

In den Einrichtungen des Unternehmens wird laut Pressemitteilung schon seit dem 24. Oktober in Stichproben prophylaktisch mit PoC-Antigentests getestet. In allen neun bayerischen Benevit-Einrichtungen ist derzeit niemand infiziert. (pm)

Lesen Sie dazu auch:

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren