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Konzert

25.04.2019

Besinnliche Musik am Karfreitag

Verinnerlichtes Musizieren am Karfreitag in der Dreifaltigkeitskirche durch (von links) Andreas Schneider, Norbert Bender, Heidrun Krech-Hemminger, Iris Lutzmann und Stefanie Gierer.
Bild: Walter

Einheimische Künstler beeindrucken in der Dreifaltigkeitskirche Haunsheim

Ergreifend eröffnete die Sopranistin Iris Lutzmann mit „Pie Jesu“ (Ch. Gounod) das „Requiem“ (Orgelbegleitung Norbert Bender) am Karfreitagnachmittag in der Dreifaltigkeitskirche Haunsheim. Pfarrer Axel Schmidt stellte sein Geistliches Wort unter die Sequenz „Der Tod berührt das Leben“ und deutete das Karfreitagsgeschehen für die Menschen von heute. Eindringlich war der Gedanke „Von guten Mächten“ (D. Golombek), den das Gesangstrio Iris Lutzmann, Heidrun Krech-Hemminger und Norbert Bender berührend vortrug. Ansonsten baute die künstlerische Leiterin Heidrun Krech-Hemminger auf barocke Literatur.

In den instrumentalen Kirchensonaten waren es vor allem die langsamen Sätze, die dem Charakter des Tages entsprachen. Hoffnungsvolle, trostreich klingende Melodien, getragen von milden Akkorden bewirkten eine Ruhe, die zum Meditieren anregte. Wenn die warme Intonation von zwei Altblockflöten (Norbert Bender und Heidrun Krech-Hemminger) hinzukommt, wie in der d-Moll-Sonate von G. Sammartini, vertiefte diese den Eindruck. Aber auch die Kantilenen von zwei korrespondierenden Violinen zeigten im Grave und Adagio bei A. Corelli ihren leuchtenden Spuren, die Krech-Hemminger und Iris Lutzmann in eleganter Partnerschaft nachzogen. Norbert Bender erhob mit seiner Querflöte die langsamen Stellen in ein neues atmosphärisches Licht in der Trio-Sonate c-Moll von G.F. Händel, von der Violine Krech-Hemmingers umspielt. Gemeinsam mit Stefanie Gierer am Violoncello sorgte Krech-Hemminger in der Sarabande im Duo von A. Corelli für einen verhaltenen Con-Sordino-Ausdruck.

In den schnellen Sätzen erspürten die Zuhörer in der voll besetzten Dreifaltigkeitskirche den höfischen Glanz, die Freude und Unbeschwertheit als Hinweis auf den Osterjubel. Während bei Händel die Melodieinstrumente ein gewichtiges gehaltvolles Eigenleben führen und in selbstständiger Größe miteinander harmonieren, lenkt J.B. Boismortier das Augenmerk auf individuelles solistisches Auftreten. Hier konnte die Querflöte Benders besonders technisch gewandt brillieren, sangen die Violinen (Krech-Hemminger und Iris Lutzmann) in schöner Abwechslung ihre Melodien, bildete das Cello (Stefanie Gierer) die tragfähige Grundlage auf ideale Weise und agierte der Cembaloklang des E-Pianos (Andreas Schneider) zurückhaltend und zuverlässig. Der Basso continuo war auch neben Querflöte und Violine gefragt, als Iris Lutzmann aus der Matthäus-Passion von J.S. Bach „Ich will dir mein Herze schenken“ mit aufblühendem Sopran nachempfand. In ihrer Altarie „Hochgelobter Gottessohn“ mit Viola und Basso continuo konnte die Sängerin mit stimmlichem Liebreiz und tiefer Gestaltungskraft aufwarten.

Großer Schlussbeifall und der Segen von Pfarrer Axel Schmidt beendete eine Stunde verinnerlichten Musizierens.

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